Hinrichtung verhindern!
Ronnie Lee Gardner soll am 18. Juni im US-Bundesstaat Utah durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Er war wegen Mordes an einem Anwalt bei einem Fluchtversuch im Jahre 1985 zum Tode verurteilt worden und befindet sich seit fast 25 Jahren im Todestrakt. Die letzte Hinrichtung in Utah wurde im Jahre 1999 vollzogen.
Appell an
BEGNADIGUNGSAUSSCHUSS
Utah Board of Pardon and Parole
448 East Winchester Street, Suite 300,
Murray, Utah, 84107
USA
(korrekte Anrede: Dear Board members)
Fax: (00 1) 801 261 6481
E-Mail: bopinfo@utah.gov
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 18. Juni 2010 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
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Erklären Sie, dass Sie nicht die Absicht haben, mit Ihrem Schreiben die Tötung von Michael Burdell zu entschuldigen.
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Zeigen Sie sich besorgt darüber, dass den Geschworenen nicht die vollständigen Beweise über seine von Vernachlässigung und Missbrauch geprägte Kindheit vorlagen und erwähnen Sie die zusätzlichen Beweise für seinen Gehirnschaden und den möglichen Auswirkungen auf sein Verhalten.
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Weisen Sie darauf hin, dass Ronnie Lee Gardner bereits 25 Jahre im Todesstrakt verbracht hat, was einer lebenslangen Haft entspricht und die Beteuerung des Bundesstaates ad absurdum führt, dass diese Hinrichtung der Vergeltung oder Abschreckung diene.
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Begrüßen Sie die Unterstützung des Gnadengesuchs von Seiten der Freunde und Familie von Michael Burdell.
- Fordern Sie den Begnadigungsausschuss auf, eine Anhörung im Fall Ronnie Gardner durchzuführen und sein Todesurteil umzuwandeln.
Sachlage
Als der damalige 24-jährige Ronnie Lee Gardner am 2. April 1985 für eine Anhörung wegen Totschlags in ein Gerichtsgebäude in Salt Lake City geführt wurde, reichte ihm eine Komplizin eine Waffe. Darauf folgte ein Schusswechsel mit den Wächtern, wobei Ronnie Lee Gardner in die Brust getroffen wurde. Verletzt betrat er das Archiv, wo sich ein Gerichtsschreiber, ein Gefängniswärter und drei Anwälte aufhielten. Er erschoss einen der Anwälte, Michael Bordell, und floh anschließend aus dem Raum und dem Gebäude. Die Polizei umstellte ihn auf dem Parkplatz, woraufhin sich Ronnie Lee Gardner ergab. Im Oktober 1985 wurde ihm der Prozess gemacht und er wurde für den Mord an Michael Burdell zum Tode verurteilt.
Nach einem Beweisaufnahmeverfahren im November 1990 urteilte ein bundesstaatlicher Richter im Jahre 1991, dass Ronnie Lee Gardner während der Phase des Gerichtsverfahrens, in der über das Strafmaß entschieden wird, keinen angemessenen Rechtsbeistand erhalten hatte. Der Verteidiger hatte es versäumt, Nachforschungen anzustellen und den Geschworenen entlastendes Beweismaterial vorzulegen. Er ordnete eine neue Anhörung an. Uthas Oberster Gerichtshof revidierte diese Entscheidung jedoch mit der Begründung, dass Fehler der Verteidigung das Verfahren von Ronnie Lee Gardner nicht nachweislich beeinträchtigt haben. Der Bundesstaat hatte abgelehnt, die Kosten für Sachverständige zu tragen, diese wurden ihm jedoch erstattet, als sein Fall vor ein Bundesgericht ging.
Dem Bundesgericht wurde entlastendes Beweismaterial vorgelegt, das der Jury nicht in diesem Maße vorgelegen hatte. Diese Beweise beziehen sich auf Ronnie Gardners von Vernachlässigung und Missbrauch geprägter Kindheit. Außerdem handelt es sich um neurologische und psychiatrische Sachverständigengutachten, die belegen, dass Ronnie Lee Gardner an einem Hirnschaden leidet, der kognitive und intellektuelle Defizite und Störungen der Impulssteuerung hervorruft.
Im Jahre 2009 merkte das US-Bundesberufungsgericht für den 10. Bezirk an, "es ist unumstritten, dass die Kindheit von Herrn Gardner in vielerlei Hinsicht schwierig war," und fügte hinzu, dass "Meinungen auseinander gehen können, inwiefern gründlicher untersuchte Belege seiner psychischen Verfassung Einfluss auf die Geschworenen gehabt haben könnten." Nach Ansicht des US-Bundesberufungsgerichts des 10. Bezirks war das Urteil des Obersten Gerichtshofs von Utah nicht unbegründet.
Am 4. Mai 2010 haben Anwälte ein Gnadengesuch beim Begnadigungsausschuss von Utah mit der Forderung eingereicht, seine Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln. Sie haben Erklärungen der Angehörigen von Michael Burdell vorgelegt, darunter die seiner Verlobten und seines 86-jährigen Vaters, die besagen, dass Michael Burdell den Tod von Ronnie Lee Gardner nicht wollen würde. Der Ausschuss hat sich bisher noch nicht dazu geäußert, ob er eine Anhörung durchführen wird.
[HINTERGRUNDINFORMATIONEN ]
Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen in den USA im Jahr 1977 sind dort 1203 Menschen hingerichtet worden, sechs davon in Utah [...]. Vier der in Utah hingerichteten Männer werden als "Freiwillige" bezeichnet, da sie Gnadengesuche abgelehnt und in die Hinrichtung "eingewilligt" haben. Ronnie Gardners Hinrichtung würde die erste seit 1999 in Utah sein und die erste "ohne Einwilligung" seit 1992. Ronnie Gardner hat das Erschießungskommando statt der tödlichen Giftspritze als Hinrichtungsart gewählt.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
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Erklären Sie, dass Sie nicht die Absicht haben, mit Ihrem Schreiben die Tötung von Michael Burdell zu entschuldigen.
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Zeigen Sie sich besorgt darüber, dass den Geschworenen nicht die vollständigen Beweise über seine von Vernachlässigung und Missbrauch geprägte Kindheit vorlagen und erwähnen Sie die zusätzlichen Beweise für seinen Gehirnschaden und den möglichen Auswirkungen auf sein Verhalten.
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Weisen Sie darauf hin, dass Ronnie Lee Gardner bereits 25 Jahre im Todesstrakt verbracht hat, was einer lebenslangen Haft entspricht und die Beteuerung des Bundesstaates ad absurdum führt, dass diese Hinrichtung der Vergeltung oder Abschreckung diene.
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Begrüßen Sie die Unterstützung des Gnadengesuchs von Seiten der Freunde und Familie von Michael Burdell.
- Fordern Sie den Begnadigungsausschuss auf, eine Anhörung im Fall Ronnie Gardner durchzuführen und sein Todesurteil umzuwandeln.
[APPELLE AN]
BEGNADIGUNGSAUSSCHUSS
Utah Board of Pardon and Parole
448 East Winchester Street, Suite 300,
Murray, Utah, 84107
USA
(korrekte Anrede: Dear Board members)
Fax: (00 1) 801 261 6481
E-Mail: bopinfo@utah.gov
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 18. Juni 2010 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Explaining that you are not seeking to excuse the killing of Michael Burdell;
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Expressing concern that the trial jury did not hear full evidence of Ronnie Lee Gardner's deprived and abusive childhood, and noting further evidence raised since the trial of brain damage and its possible effects on his conduct;
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Noting that Ronnie Gardner has spent 25 years on death row, in itself effectively a life sentence, and a fact that further undermines any assertion by the state that retribution or deterrence will be served by this execution;
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Welcoming the support for clemency from friends and family of Michael Burdell;
- Calling on the Board to hold a clemency hearing, and for Ronnie Gardner’s death sentence to be commuted.
[HINTERGRUNDINFORMATIONEN auf Englisch]
Amnesty International opposes the death penalty unconditionally, in all cases and in all countries, regardless of the method used to kill the prisoner, or the nature of the crime for which he or she was sentenced to death. The USA has carried out 1,203 executions since resuming judicial killing in 1977. Utah accounts for six of these executions, including the first carried out in the USA after the 1976 Supreme Court decision that allowed executions to resume: Gary Gilmore was shot by a Utah firing squad on 17 January 1977 after refusing to appeal against his death sentence. Three of the five men executed in Utah since then have also been so-called "volunteers" who waived appeals and "consented" to execution. The execution of Ronnie Gardner would be the first in Utah since 1999 and the first "non-consensual" execution there since 1992. Ronnie Gardner has chosen to be put to death by firing squad rather than lethal injection.
According to the evidence presented during Ronnie Gardner’s federal appeals, his childhood was one of abuse and deprivation: His mother suffered from mental illness, the family’s economic circumstances were dire, the children were neglected. The family household was marked by criminality, violence and abuse. Ronnie Gardner suffered meningitis as a child, resulting in possible brain damage. He developed a severe tic, possibly Tourette syndrome. He was sexually abused by an older brother, and later by the man who became his foster carer. He began engaging in substance abuse, such as sniffing paint thinner, from the age of five or six and carried on until he was 18, and was introduced to LSD, marijuana, and alcohol before the age of 10. His stepfather involved him in criminal acts, taking him to Wyoming to steal liquid mercury from oil industry facilities. Ronnie Gardner sustained a number of serious head injuries during his childhood. In a brief filed in May 2010 in state court, his lawyers stated: "The jury convicted Mr Gardner of an intentional killing and sentenced him to death without hearing all these facts. They never heard about the terrible conditions and the moral depravity in the environment of his upbringing. The jury never heard about the physical and sexual abuse and criminality in the household. None of the jurors knew anything about the meningitis, head injuries, inhalant, alcohol and drug abuse, the tic, organic brain syndrome, cognitive and intellectual deficits, impulse disorder, hard signs and radiological evidence of the brain damage."
Those supporting clemency include Michael Burdell's father and his fiancée, as well as a close friend who was at the courthouse with Michael Burdell on the day he was shot. His 86-year-old father signed a sworn statement on 19 April 2010 that: "I do not believe Gardner should be executed. I do not believe my son, Michael Burdell, would want Gardner to be executed. I do not believe Gardner should be executed because I do not believe the murder was premeditated. Gardner himself had been shot and his shooting my son was a spur of the moment reaction. Furthermore, I do not believe Gardner is the same person today that he was in 1985. My son was a caring and generous person who tried to help others. It would not have been in his nature to condone Gardner’s execution. He would not have approved of it at all". The fiancée states: "Michael Burdell would not have wanted Ronnie Lee Gardner put to death. There is absolutely no question about this in my mind." The friend who was with Michael Burdell in the courthouse when he was shot, has emphasised that Michael Burdell was a pacifist "who lived his convictions, and I am certain that he would not want Ronnie Lee Gardner to be put to death."
Ronnie Gardner has been on death row for nearly 25 years, more than half of his life. In 1999, a US Supreme Court Justice wrote that "the longer the delay" between conviction and execution, "the weaker the justification for imposing the death penalty in terms of punishment’s basic retributive and deterrent purposes." In 2002, the same Justice noted that the uncertainty and lengthy delays between sentencing and execution "can inflict horrible feelings and an immense mental anxiety amounting to a great increase of the offender’s punishment."