Schwangere in Lebensgefahr
Lage El Salvador
© Amnesty
Die 22-jährige Beatriz ist schwanger, es handelt sich jedoch um eine Risikoschwangerschaft, die ihr Leben in Gefahr bringt. Die Behörden von El Salvador verweigern ihr den lebensrettenden medizinischen Eingriff und setzen sie damit grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung aus.
Appell an
GESUNDHEITSMINISTERIN
Dra. María Isabel Rodríguez, Ministerio de Salud
Dirección postal: Calle Arce No.827, San Salvador,
EL SALVADOR (Anrede: Estimada Ministra / Sehr geehrte Frau Ministerin)
Fax: (00 503) 2221 0991
E-Mail: mrodriguez@salud.gob.sv
PRÄSIDENT
Mauricio Funes, Presidente de la República de El Salvador, Dirección postal: Alameda Dr. Manuel Enrique Araujo, No. 5500, San Salvador, EL SALVADOR
(Anrede: Estimado Sr Presidente / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 503) 2243 6860
Sende eine Kopie an
BÜRGERVEREINIGUNG ZUR DEKRIMINALISIERUNG VON ABTREIBUNG MIT THERAPEUTISCHER, ETHISCHER ODER MEDIZINISCHER INDIKATION
Agrupación Ciudadana por la Despenalización del aborto terapéutico, ético y eugenésico
Fax: (00 503) 2226 0356
E-Mail: agrupacionporladespenalizacion@gmail.com
BOTSCHAFT DER REPUBLIK EL SALVADOR
I.E. Frau Anita Cristina Escher Echeverria
Joachim-Karnatz-Allee 47
10557 Berlin
Fax: 030-20 64 66 29
E-Mail: embasal@embasalva.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. Mai 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
FAXE, LUFTPOSTBRIEFE ODER TWITTERNACHRICHTEN MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich bitte Sie, Beatriz nicht länger die dringend erforderliche medizinische Behandlung zu verweigern und ihr den Zugang zu dem lebensrettenden Eingriff zu erlauben, in Übereinstimmung mit ihren Wünschen und entsprechend den Empfehlungen der behandelnden MedizinerInnen.
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Bitte sorgen Sie dafür, dass die behandelnden MedizinerInnen in die Lage versetzt werden, die erforderliche Behandlung vorzunehmen, um das Leben von Beatriz zu retten, ohne Angst vor strafrechtlicher Verfolgung haben zu müssen.
- Sorgen Sie bitte dafür, dass Abtreibung in allen Fällen entkriminalisiert wird und stellen Sie sicher, dass Frauen und Mädchen der sichere und legale Zugang zu einem Schwangerschaftsabbruch ermöglicht wird, wenn das Leben oder die Gesundheit der betroffenen Frauen bzw. Mädchen gefährdet sind, oder die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist.
Sachlage
Beatriz leidet an gesundheitlichen Beschwerden, die sie bei einer Schwangerschaft in Lebensgefahr bringen. Sie leidet an der Autoimmunkrankheit Lupus erythematodes, bei der das Immunsystem das eigene Gewebe angreift. Beatriz hat noch weitere Krankheiten, wie z.B. ein Nierenleiden, das mit ihrer Autoimmunkrankheit in Zusammenhang steht. Eine vorherige Schwangerschaft war zudem mit erheblichen Komplikationen verbunden. Laut ärztlicher Diagnose ist Beatriz in großer Gefahr während der Schwangerschaft zu sterben. Drei Untersuchungen haben ergeben, dass der Fötus an Anenzephalus leidet, d.h. große Teile des Gehirns und des Schädels sind nicht ausgebildet. Nahezu alle Kinder mit Anenzephalus sterben vor der Geburt bzw. innerhalb weniger Stunden oder Tage nach der Geburt.
Weil sie weiterleben möchte, bittet Beatriz seit über einem Monat darum, wie medizinisch indiziert, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen zu dürfen. Sie ist nun seit viereinhalb Monaten schwanger. Die zuständigen MedizinerInnen haben sich ihrem Wunsch bislang widersetzt, weil sie sich nicht in der Lage sehen, die Schwangerschaft abzubrechen, so lange ihnen die Regierung El Salvadors nicht zusichert, dass sie nicht strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie die Abtreibung vornehmen. Abtreibung stellt in El Salvador grundsätzlich eine Straftat dar. Artikel 133 des Strafgesetzbuchs besagt, dass jede Person, die einen Schwangerschaftsabbruch ermöglicht bzw. versucht, sich Zugang zu einer Möglichkeit für den Schwangerschaftsabbruch zu verschaffen, mit einer langen Haftstrafe rechnen muss.
Die MedizinerInnen, die Beatriz derzeit behandeln, haben die Genehmigung beantragt, mit der Behandlung fortzufahren. Bislang haben sie aber noch keine Antwort auf ihren Antrag erhalten. Beatriz und ihre Familie haben zunehmend Angst und leiden unter der psychischen Belastung, weil die Lebensgefahr für Beatriz immer größer wird. Beatriz hat einen einjährigen Sohn. Die derzeitige Belastung trägt zudem zur Verschlechterung ihres Gesundheitszustands bei.