Roxana Saberi freigelassen
Ergebnis dieser Urgent Action
Die gewaltlose politische Gefangene Roxana Saberi wurde am 11. Mai 2009 freigelassen. Die Abteilung 14 des Teheraner Berufungsgerichts verhandelte am 10. Mai die gegen ihre Verurteilung eingelegten Rechtsmittel und wandelte ihre achtjährige Haftstrafe in eine zweijährige Gefängnisstrafe auf Bewährung um. Zudem darf sie fünf Jahre lang im Iran nicht journalistisch arbeiten.
Roxana Saberi
© Familie Saberi
Die gewaltlose politische Gefangene Roxana Saberi wurde am 11. Mai 2009 freigelassen. Die Abteilung 14 des Teheraner Berufungsgerichts verhandelte am 10. Mai die gegen ihre Verurteilung eingelegten Rechtsmittel und wandelte ihre achtjährige Haftstrafe in eine zweijährige Gefängnisstrafe auf Bewährung um. Zudem darf sie fünf Jahre lang im Iran nicht journalistisch arbeiten.
Sachlage
Roxana Saberi war am 31. Januar 2009 festgenommen worden. Man beschuldigte sie zuerst des gesetzeswidrigen Kaufs von Alkohol, der im Iran verboten ist. Später warf man ihr vor, ihre Arbeit als Journalistin nach Einzug ihres Presseausweises fortgesetzt zu haben. Sie wurde schließlich in einem Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit wegen nicht näher definierter "Spionage" verurteilt. Sie war nach Paragraph 508 des Strafgesetzbuchs angeklagt worden, der die "Zusammenarbeit mit einem feindlichen Staat" kriminalisiert, woraufhin das Teheraner Revolutionsgericht sie am 18. April 2009 zu acht Jahren Haft verurteilte.
Laut Angaben ihres Vaters, Reza Saberi, hat man Roxana Saberi, als sie vor dem Verfahren in Haft verhört wurde, dazu veranlasst, gewisse Aktivitäten zu "gestehen". Man stellte ihr die Freilassung in Aussicht, wenn sie kooperierte. Roxana Saberi widerrief diese "Geständnisse" während der Verhandlung.
Am 19. April wies der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad den Teheraner Staatsanwalt an, sicherzustellen, dass Roxana Saberi alle Rechte eingeräumt werden, sich zu verteidigen. Am 20. April wies die Oberste Justizautorität die Justiz an, dafür zu sorgen, dass Roxana Saberi zügig und in fairer Weise Rechtsmittel einlegen kann.
Am 10. Mai hob die Abteilung 14 des Teheraner Berufungsgerichts ihre Verurteilung auf und wandelte ihre achtjährige Haftstrafe aufgrund des "Zusammentragens von geheimen Informationen" in zwei Jahre auf Bewährung und fünf Jahre Arbeitsverbot als Journalistin im Iran um. Einer ihrer Anwälte, Saleh Nikbakht, sagte gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP), dass das Berufungsgericht ihre Verurteilung auf der Grundlage aufgehoben habe, dass die USA und der Iran nicht als feindliche Staaten bezeichnet werden könnten.
Roxana Saberi, die als Tochter eines iranischstämmigen Vaters und einer japanischstämmigen Mutter in den USA zur Welt kam, hat für den US-Radiosender National Public Radio gearbeitet, der Nachrichten und Kulturprogramme produziert, sowie für die BBC und Fox News. Sie lebt seit sechs Jahren im Iran, arbeitet dort als Journalistin und absolviert einen Masterstudiengang in Iranistik und Internationalen Beziehungen.
AFP zitierte Roxana Saberi nach ihrer Freilassung: "Ich bin sehr glücklich und allen Menschen dankbar, die mir geholfen haben. Ich möchte jetzt zu meiner Familie... zu meiner Mutter und meinem Vater". Sie wird bald in die USA zurückkehren.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.