Morddrohung
Landkarte Kolumbien
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Die Comisión Colombiana de Juristas, eine Nichtregierungsorganisation, die sich mit rechtlichen Aspekten von Menschenrechtsfragen beschäftigt, hat eine Morddrohung der Paramilitärs erhalten, in der steht, dass eine ihrer Anwälte, Lina Paola Malagón Díaz, ein "militärisches Ziel" sei. Ihr wird mit Mord gedroht, sollte sie Bogotá nicht umgehend verlassen.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT Señor Presidente Álvaro Uribe Vélez Presidente de la República, Palacio de Nariño Carrera 8 No.7-26, Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente Uribe) Fax: (00 57) 1 337 5890
STELLVERTRETENDER PRÄSIDENT Dr. Francisco Santos Calderón Vicepresidencia, Carrera 8A No 7-27 Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Estimado Sr. Vicepresidente Santos) Fax: (00 57) 1 565 7682 (wenn jemand abhebt, sagen Sie bitte "me da tono de fax, por favor"
GENERALSTAATSANWALT Dr. Mario Germán Iguarán Arana Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, Piso 4 Bogotá, KOLUMBIEN (korrekte Anrede: Dear Mr Iguarán/Estimado Sr. Fiscal) Fax: (00 57) 1 570 2000 (Sie werden auf Spanisch aufgefordert 2017 zu wählen)
Sende eine Kopie an
MENSCHENRECHTSORGANISATION Comisión Colombiana de Juristas Calle 72 No. 12-65, piso 7 Bogotá KOLUMBIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin Fax: 030-2639 6125 E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 23. April 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
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calling on the authorities to do everything necessary to protect Lina Paola Malagón Díaz, her family and her colleagues at the Colombian Commission of Jurists, in accordance with their own wishes;
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calling on them to order full and impartial investigations into the death threats received on 2 March, publish the results and bring those responsible to justice;
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calling on them to take decisive action to confront and dismantle paramilitary groups, and investigate and break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations; and
- calling on the authorities to produce policy and plans, in conjunction with human rights defenders, to guarantee their safety according to the principles of the United Nations Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Freedoms, and to make these plans public.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
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die Behörden auffordern, alles Notwendige zu unternehmen, um Lina Paola Malagón Díaz, ihre Familie und ihre KollegInnen in der Comisión Colombiana de Juristas ihren Wünschen gemäß zu schützen;
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sie auffordern, eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen vom 2. März 2009 einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
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darauf dringen, dass sie unverzüglich aktiv werden, um die paramilitärischen Gruppen zu entwaffnen, in Übereinstimmung mit den Verpflichtungen der Regierung und den Empfehlungen der UN und anderen zwischenstaatlichen Organisationen;
- bei den Behörden darauf dringen, dass sie gemeinsam mit MenschenrechtlerInnen eine Vorgehensweise erarbeiten, um ihre Sicherheit gemäß den Prinzipien der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtlern zu gewährleisten, und diese Pläne öffentlich machen.
Sachlage
Am 2. März 2009 ging im Büro der Comisión Colombiana de Juristas in Bogotá ein Fax der paramilitärischen Gruppe Bloque Capital Águilas Negras ein. Lina Malagón wurde darin beschimpft eine Scheiß-Guerrilla zu sein, die Gewerkschafter verteidige und man drohte ihr, dass die Paramilitärs hinter ihr und ihrer Familie her seien. Es enthielt zudem die persönlichen Angaben von Lina Paola, darunter ihre Handynummer und ihre Adresse. Im Schreiben stand, das Telefon werde abgehört und ihr Haus überwacht. Es enthielt eine letzte Warnung, dass sie umgebracht würde, wenn sie Bogotá nicht innerhalb eines Tages verließe.
Die Morddrohung warf der Juristenorganisation außerdem vor "voller kommunistischer Kämpfer zu sein" und erwähnte die Drohung, die ein Mitglied der Organisation Ende 2008 dazu brachte, das Land zu verlassen.
In den vergangenen Monaten hat Lina Malagón an einem Bericht zu Menschenrechtsverletzungen beider Seiten gegen kolumbianische Gewerkschafter während des 40 Jahre dauernden bewaffneten Konflikts gearbeitet. Der Bericht wurde am 12. Februar 2009 in einer Anhörung des US- Repräsentantenhauses verwendet, in der die Menschenrechtslage der GewerkschafterInnen in Kolumbien beurteilt werden sollte. Kolumbianische GewerkschafterInnen, VertreterInnen internationaler NGOs und Angehörige der von Menschenrechtsverletzungen betroffenen GewerkschafterInnen nahmen daran teil. Das Beweismaterial, das sie vorlegten, stellte die Behauptung der kolumbianischen Regierung in Frage, dass es Verbesserungen der Menschenrechtslage bei den GewerkschafterInnen in Kolumbien gegeben habe.
Hintergrundinformation
Während des seit 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien haben Sicherheitskräfte und Paramilitärs Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften häufig als Guerrillakollaborateure oder -unterstützerInnen bezeichnet und haben sie bedroht, entführt und umgebracht. Guerrillagruppen haben ebenfalls MenschenrechtlerInnen und GewerkschafterInnen bedroht und getötet, die sie als UnterstützerInnen ihrer Feinde betrachten.