Drohende Hinrichtung am 27. März
Ergebnis dieser Urgent Action
Anthony Doyle wurde am Abend des 27. März durch die Giftspritze hingerichtet. Damit wurde in Texas zum zweiten Mal in diesem Monat ein Gefangener hingerichtet, der zur Tatzeit erst 18 Jahre alt war.
Amnesty-Mitglieder fordern die Abschaffung der Todesstrafe in Texas
© Amnesty
Anthony Doyle soll am 27. März in Texas wegen eines Mordes hingerichtet werden, den er 2003 als 18-Jähriger verübt hat. Wäre er zum Tatzeitpunkt 93 Tage jünger gewesen, hätte er nicht zum Tode verurteilt werden können. Er hofft nun auf die Umwandlung des Todesurteils.
Appell an
BEGNADIGUNGSAUSSCHUSS VON TEXAS
Clemency Section, Board of Pardons and Paroles
8610 Shoal Creek Blvd.
Austin, Texas 78757-6814, USA
(Anrede: Dear Board members / Sehr geehrte Damen und Herren)
Fax: (00 1) 512 467 0945
E-Mail: bpp-pio@tdcj.state.tx.us
GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES TEXAS
Governor Rick Perry
Office of the Governor
PO Box 12428
Austin, Texas , USA
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 1) 512 463 1849
Sende eine Kopie an
PRESSESTELLE DES GOUVERNEURS
Fax: (00 1) 512 463 1847
RECHTSABTEILUNG IM GOUVERNEURSAMT
Fax: (00 1) 512 463 1932
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S. E. Herrn John Bonnell Emerson
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem dem 27. März 2014 ankommen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
Amnesty fordert:
FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich möchte die die Schwere der Tat, die zur Verurteilung von Anthony Doyle – Haftnummer 999-478 – führte, auf keinen Fall verharmlosen.
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Jedoch möchte ich Sie eindringlich bitten, zu bedenken, dass Anthony Doyle zum Zeitpunkt der Tat erst 18 Jahre alt war und wissenschaftliche Erkenntnisse eindeutig nachweisen, dass das Gehirn und die Psyche einer Person sich weit über das Alter von 18 Jahren hinaus weiterentwickeln.
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Ich möchte zudem darauf hinweisen, dass Nachweise dafür vorliegen, dass seine neurologischen Beeinträchtigungen seinen Reifeprozess zusätzlich behindert haben könnten.
- Ich möchte Sie daher inständig bitten, sich gegen die Hinrichtung von Anthony Doyle auszusprechen und sich für die Umwandlung des Todesurteils einzusetzen.
Sachlage
Am 16. Januar 2003 wurde die 37-jährige Hyun Mi Cho mit einem Baseballschläger getötet, als sie Donuts und Burritos an die Adresse der Familie von Anthony Doyle in Rowlett, Dallas County, lieferte. Ihr Mobiltelefon, ihre Kreditkarten und ihr Auto wurden gestohlen. Anthony Doyle wurde am 17. Januar 2003 in Dallas festgenommen und gestand der Polizei die Tat. Er gab an, die Bestellung aufgegeben zu haben mit dem Vorsatz, den Boten auszurauben, da er Geld für den Unterhalt seiner damals drei Wochen alten Tochter benötigte. Anthony Doyle wurde 2004 vor Gericht gestellt, des Mordes für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.
Wäre Anthony Doyle zum Tatzeitpunkt nur 93 Tage jünger gewesen, würde ihm nicht die Hinrichtung drohen: 2005 verbot der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Urteil des Falls Roper v. Simmons die Hinrichtung von Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Straftat unter 18 Jahre alt waren. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass Jugendliche häufig unreif, impulsiv und anfällig für Gruppenzwang sind, über ein noch nicht vollständig ausgereiftes Urteilsvermögen und Verantwortungsgefühl verfügen und sich noch weiterentwickeln und verändern können. Das Gericht betonte dabei, dass die "Eigenschaften, die Jugendliche von Erwachsenen unterscheiden, mit dem 18. Geburtstag nicht einfach verschwinden". Die wissenschaftliche Forschung zeigt immer wieder, dass sich die anatomische Entwicklung des Gehirns sowie der psychische und emotionale Reifeprozess auch bei über 18-Jährigen noch lange fortsetzen.
Im Februar 2014 lehnte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten eine erneute Untersuchung von Anthony Doyles Fall ab. Dem Gericht lag eine Petition vor, in der darauf hingewiesen wurde, dass Anthony Doyle zum Tatzeitpunkt auf einem Entwicklungsstand war, der mit dem der StraftäterInnen vergleichbar ist, die laut Urteil des Falls Roper v. Simmons nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Bei der Verhandlung sagte ein Psychologe aus, dass Anthony Doyle unter dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) leide und als Kind eine depressive Störung aufgewiesen habe. Er führte weiter aus, dass eine Person mit ADHS und Depression als 18-Jähriger mit einer noch geringeren Impulskontrolle und beeinträchtigtem Urteilsvermögen rechnen könne. 2005 stellte eine Neuropsychologin bei Anthony Doyle eine "leichte organische Beeinträchtigung" sowie ein mögliches Frontalhirnsyndrom fest. All dies äußere sich in starren Denkstrukturen, Impulsivität, Unreife und einem "Muster kognitiver Verwirrung". Ihrer Ansicht nach war Anthony Doyle zum Tatzeitpunkt weder körperlich noch neurologisch reif genug, Gefühle oder impulsive Handlungen zu unterdrücken oder andere Handlungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Dem Begnadigungsausschuss von Texas liegen diese Fakten in Form einer Petition vor, in der um eine Umwandlung des Todesurteils gebeten wird.