Drohende Hinrichtung

Ergebnis dieser Urgent Action

Ray Jasper ist am 19. März in Texas wegen eines Mordes hingerichtet worden, den er 1998 als 18-Jähriger begangen hat.

Hinrichtungskammer

Hinrichtungskammer

David Alejandro wurde am 29. November 1998 während eines Raubüberfalls auf sein Aufnahmestudio in San Antonio erstochen. Der 18-jährige Ray Jasper und der 19-jährige Douglas Williams, die direkt vor der Tat Aufnahmen im Studio gemacht hatten, sowie der 19-jährige Steven Russell, ein Freund von ihnen, der sich mit ihnen im Aufnahmestudio aufhielt, wurden im Zusammenhang mit der Tat festgenommen. Ray Jasper unterschrieb ein Geständnis, in dem er angab, dass er die Tat geplant und mitausgeführt hatte. Am 18. Januar 2000 befand ein Gericht ihn des Mordes für schuldig, zwei Tage später stimmten die Geschworenen für die Todesstrafe. Steven Russell, der dem Opfer laut Beweislage die tödlichen Stiche zugefügt hatte, und Douglas Williams wurden ebenfalls des Mordes schuldig gesprochen und erhielten lebenslange Haftstrafen.

Appell an

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES TEXAS
Governor Rick Perry
Office of the Governor
PO Box 12428,
Austin, Tx 78711-2428
USA
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (001) 512 463 1849

Sende eine Kopie an

PRESSESTELLE DES GOUVERNEURS
Fax: (001) 512 463 1847
RECHTSABTEILUNG IM GOUVERNEURSAMT
Fax: (001) 512 463 1932

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S. E. Herrn John Bonnell Emerson
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 19. März 2014 ankommen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte die Schwere der Tat, die zur Verurteilung von Ray Jasper führte, auf keinen Fall verharmlosen.

  • Jedoch möchte ich Sie eindringlich bitten, zu bedenken, dass Ray Jaspers zum Zeitpunkt der Tat erst 18 Jahre alt war und wissenschaftliche Erkenntnisse eindeutig nachweisen, dass das Gehirn und die Psyche einer Person sich weit über das Alter von 18 Jahren hinaus weiterentwickeln.

  • Zudem möchte ich auf die Tatsache hinweisen, dass kein einziger Geschworener schwarzer Hautfarbe in dem Verfahren zugelassen wurde und Grund besteht, gegen die Auswahl der Geschworenen Einwände zu erheben.

  • Ich möchte Sie daher inständig bitten, die Hinrichtung von Ray Jasper auszusetzen und sich für die Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslange Haftstrafe einzusetzen.

Sachlage

Wäre Ray Jasper zum Tatzeitpunkt nur drei Monate und drei Tage jünger gewesen, würde ihm nicht die Hinrichtung drohen: 2005 verbot der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Hinrichtung von Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Straftat unter 18 Jahre alt waren. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass Jugendliche häufig unreif, impulsiv und anfällig für Gruppenzwang sind, über ein noch nicht vollständig ausgereiftes Urteilsvermögen und Verantwortungsgefühl verfügen und sich noch weiterentwickeln und verändern können. Das Gericht betonte dabei, dass diese Eigenschaften mit 18 Jahren nicht einfach "verschwänden". Die wissenschaftliche Forschung zeigt immer wieder, dass sich die anatomische Entwicklung des Gehirns sowie der psychische und emotionale Reifeprozess auch bei über 18-Jährigen noch lange fortsetzen. Im Gerichtsverfahren gegen Ray Jasper wurde den Geschworenen Beweismaterial vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass Ray Jasper zum Tatzeitpunkt noch unreif war, dass er das Potential hatte, sich noch weiterzuentwickeln, und dass er sich in der Untersuchungshaft vorbildlich verhalten hatte. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch ihrerseits Beweismaterial vor, um die Geschworenen davon zu überzeugen, dass Ray Jasper in Zukunft eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen würde, was in Texas eine Bedingung ist, um ein Todesurteil auszusprechen. Als Beweis wurde angeführt, dass Ray Jasper mutmaßlich seit seinem 16. Lebensjahr durch Fehlverhalten wie Drogenbesitz, einen versuchten Einbruch und das Stehlen eines Fahrrads aufgefallen ist.

Ray Jasper ist wie auch Steven Russell und Douglas Williams Afro-Amerikaner. Während dem Auswahlverfahren wurden zwei afro-amerikanische GeschworenenkandidatInnen, die sich ursprünglich auf der Geschworenenliste befanden, von der Staatsanwaltschaft abgelehnt, sodass sich im Prozess gegen die drei Männer unter den Geschworenen kein einziger Schwarzer befand. Die Verteidigung machte mehrmals geltend, dass die Staatsanwaltschaft die beiden Personen aufgrund ihrer Hautfarbe als Geschworene ablehnte, diese Einwände wurden jedoch von allen Gerichten abgewiesen. Ray Jaspers Rechtsbeistand hat vor kurzem vor Gericht die Aussetzung der Hinrichtung beantragt, damit geprüft werden kann, ob die Staatsanwaltschaft einen der Geschworenenkandidaten aufgrund seiner Hautfarbe ablehnte. Dabei sollen auch kürzlich entdeckte Fragebogen der GeschworenenkandidatInnen, die noch nicht in einem Berufungsverfahren geprüft worden sind, als Beweismaterial vorgelegt werden.