Begnadigung fordern!

Diese Urgent Action ist beendet.

Michael Lambrix ist am Abend des 5. Oktober in Florida hingerichtet worden. Mit 23 Jahren war er in Florida zum Tode verurteilt und ist jetzt im Alter von 57 Jahren hingerichtet worden.

Hinrichtungsraum

Hinrichtungsraum

Cary Michael Lambrix befindet sich seit 1984 im US-Bundesstaat Florida im Todestrakt. Er hat ein Gnadengesuch eingereicht mit dem Ziel, sein Todesurteil in eine Haftstrafe umwandeln zu lassen. Falls dies abgelehnt wird, legen die Behörden ein Hinrichtungsdatum fest.

Appell an

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES FLORIDA
Governor Rick Scott
Office of the Governor, The Capitol
400 S. Monroe St., Tallahassee, FL 32399-0001, USA
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
E-Mail: Rick.scott@eog.myflorida.com

BEGNADIGUNGSAUSSCHUSS VON FLORIDA
Florida Parole Commission
4070 Esplanade Way
Tallahassee, FL 32399-2450, USA
(Anrede: Dear Members of the Clemency Board / Sehr geehrte Mitglieder des Begnadigungsausschusses)
E-Mail: ClemencyWeb@fpc.state.fl.us
Fax: (00 1) 850 414 6031 oder (00 1) 850 488 0695

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S. E. Herrn John Bonnell Emerson
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 26. März 2015 ankommen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte sprechen Sie sich für die Begnadigung von Cary Michael Lambrix aus und stellen Sie sicher, dass das Todesurteil in eine Haftstrafe umgewandelt wird.

  • Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass gegen Cary Michael Lambrix hauptsächlich Indizienbeweise vorliegen, dass Deborah Hanzel ihre belastende Aussage zurückgezogen hat, und dass die Geschworenen sich untereinander nicht einig waren.

  • Es bereitet mir Sorge, dass die Geschworenen nicht auf die Misshandlungen aufmerksam gemacht wurden, denen Cary Michael Lambrix in seiner Kindheit ausgesetzt war, und diese daher nicht als mildernde Umstände berücksichtigt werden konnten.

Sachlage

Am 6. Februar 1983 wurden Clarence Moore und Aleisha Bryant getötet und in der Nähe des Wohnwagens verscharrt, in dem Cary Michael Lambrix mit Frances Smith lebte. Frances Smith wurde drei Tage später wegen einer anderen Sache festgenommen und führte die Polizei zu dem Grab. Sie zeigte den Beamt_innen außerdem einen Reifenmontierhebel, der als Mordwaffe gedient haben soll, sowie ein Hemd von Cary Michael Lambrix, das mit Blut beschmiert war. Daraufhin wurde Cary Michael Lambrix des Mordes angeklagt. Sein Prozess im Jahr 1983 war letztlich ungültig, da sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten. Bei der Neuverhandlung 1984 stimmten die Geschworenen für eine Verurteilung wegen Mordes in zwei Fällen. Sie sprachen sich mit zehn Stimmen zu zwei für seine Verurteilung zum Tode wegen des einen Mordes, und mit acht zu vier Stimmen für seine Verurteilung zum Tode wegen des zweiten Mordes aus. Cary Michael Lambrix hat stets seine Unschuld beteuert und gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben. Seinen Angaben zufolge soll Clarence Moore Aleisha Bryant getötet und dann Cary Michael Lambrix angegriffen haben, als dieser versuchte, den Mord an Aleisha Bryant zu verhindern.

Die wichtigste Zeugin der Staatsanwaltschaft gegen Cary Michael Lambrix war Frances Smith, die aussagte, dass Cary Michael Lambrix Clarence Moore und Aleisha Bryant getötet habe. Der Richter gestattete der Verteidigung nicht, widersprüchliche Aussagen zu thematisieren, die sie zu Beginn bei der Polizei gemacht hatte. Deborah Hanzel, die zum Tatzeitpunkt bei einem Cousin von Frances Smith wohnte, sagte aus, Cary Michael Lambrix habe zu ihr gesagt, dass er die beiden Opfer getötet hätte. 2003 zog sie diese Aussage jedoch zurück und sagte, dass er "zu keinem Zeitpunkt auch nur irgendwelche Andeutungen gemacht hat, dass er die beiden Getöteten umgebracht hat". Ihren Angaben zufolge hatte Frances Smith ihr gesagt, dass "sie nicht wirklich wusste, was draußen passiert ist, aber Herr Lambrix ihr gesagt hat, dass der Typ [Clarence Moore] ausgeflippt ist und er ihm eins überziehen musste". Deborah Hanzel sagte, sie habe die Falschaussage gemacht, um die Geschichte von Frances Smith zu bestätigen, und weil "Frances Smith und staatliche Beamte" ihr "Angst" vor Cary Michael Lambrix gemacht hätten. Sie räume ihre Falschaussage nun ein, weil sie "sich nicht vor der Wahrheit verstecken" könne und sich nicht mehr länger schuldig fühlen wolle.

Dem Geschworenengericht wurden keine Nachweise über die schweren Misshandlungen vorgelegt, denen Cary Michael Lambrix in seiner Kindheit ausgesetzt war. Diese konnten daher nicht als mildernde Umstände berücksichtigt werden. Im Berufungsverfahren ging aus mehreren eidesstattlichen Erklärungen hervor, dass Cary Michael Lambrix einen gewalttätigen Vater hatte, der ihn oft so schwer misshandelte, dass er ins Krankenhaus musste. Im Alter von zwei Jahren wurde er von seinem Vater von seinem Dreirad getreten, so dass er durch ein Fenster fiel und sich schwere Schnittwunden zuzog. Bei einem anderen Vorfall wurde er von seinem Vater so heftig gegen die Wand geworfen, dass seine Mutter um sein Leben fürchtete. Als die Eltern von Cary Michael Lambrix sich scheiden ließen, erhielt der Vater das Sorgerecht und Cary Michael Lambrix wurde weiter körperlich und auch sexuell missbraucht.

In Florida wird ein Hinrichtungstermin festgelegt, sobald die ordentlichen Rechtsmittel, die ein Gefangener vor Gericht einlegen kann, ausgeschöpft worden sind und ein Gnadengesuch abgelehnt wurde. Das Gnadengesuch von Cary Michael Lambrix wird derzeit vom Gouverneur und anderen zuständigen Stellen geprüft. Seit 1976 hat es in den USA 1.402 Hinrichtungen gegeben, 90 davon in Florida.

Amnesty International wendet sich in allen Fällen, weltweit und ausnahmslos gegen die Todesstrafe, ungeachtet der Schwere und der Umstände einer Tat, der Schuld, Unschuld oder besonderen Eigenschaften des Verurteilten, oder der vom Staat gewählten Hinrichtungsmethode, da sie das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschriebene Recht auf Leben verletzt und die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen darstellt.