Mann in Foltergefahr
Gewalt gegen Protestierende gehört immer noch zum Alltag in Bahrain
© AP Photo/Hasan Jamali
Ahmed Mohammad Saleh al-Arab ist seit mittlerweile 27 Tagen in Haft. Besuche seiner Familie sowie ärztliche Versorgung werden ihm verwehrt. Es besteht die Sorge, dass die Behörden Folterungen geheimzuhalten versuchen, denen er während der Haft ohne Kontakt zur Außenwelt ausgesetzt war.
Appell an
KÖNIG
Shaikh Hamad bin 'Issa Al Khalifa
Office of His Majesty the King
P.O. Box 555
Rifa’a Palace
al-Manama, BAHRAIN
(Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 973) 1766 4587
INNENMINISTER
Shaikh Rashid bin 'Abdullah Al Khalifa
Ministry of Interior
P.O. Box 13
al-Manama, BAHRAIN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 973) 1723 2661
Twitter: @moi_Bahrain
KOPIEN AN
MINISTER FÜR JUSTIZ UND ISLAMISCHE ANGELEGENHEITEN
Shaikh Khalid bin Ali bin Abdullah Al Khalifa
Ministry of Justice and Islamic Affairs
P.O. Box 450
al-Manama, BAHRAIN
Fax: (00 973) 1753 1284
E-Mail: minister@justice.gov.bh
Twitter: @Khaled_Bin_Ali
BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS BAHRAIN
S. E. Herrn Ebrahim Mohmood Ahmed Abdulla
Klingelhöfer Str. 7
10785 Berlin
Fax: 030-8687 7788
E-Mail: info@bahrain-embassy.de oder über die Website
http://www.bahrain-embassy.de/kontakt/
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 18. März 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
FAXE, TWITTERNACHRICHTEN ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Bitte erlauben Sie Ahmed Mohammad Saleh al-Arab unverzüglich Zugang zu einem Rechtsbeistand, zu seiner Familie und zu jeglicher von ihm benötigten ärztlichen Versorgung.
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Leiten Sie bitte eine unparteiische und unabhängige Untersuchung der Folter und anderweitiger Misshandlungen ein, die Ahmed Mohammad Saleh al-Arab mutmaßlich erleiden musste.
- Ich möchte Sie eindringlich bitten, Ahmed Mohammad Saleh al-Arab entweder einer international als Straftat anerkannten Handlung anzuklagen oder ihn umgehend freizulassen.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Urging the Bahraini authorities to provide Ahmed Mohammad Saleh al-Arab with immediate access to his lawyer, family and any medical care he may need.
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Calling on them to investigate allegations that Ahmed Mohammad Saleh al-Arab was tortured and otherwise ill-treated and bring those responsible to justice.
- Calling on them to either charge Ahmed Mohammad Saleh al-Arab with a recognizably criminal offence or release him.
Sachlage
Der 22-jährige Ahmed Mohammad Saleh al-Arab wurde am 9. Januar 2014 festgenommen, als PolizeibeamtInnen das Haus eines Freundes in der Stadt Hamad in Zentralbahrain durchsuchten. Ahmed al Arab hatte in diesem Haus Unterschlupf gefunden. Er musste sich verstecken, nachdem er im Februar 2012 bei Protesten anlässlich des ersten Jahrestags des bahrainischen Aufstandes festgenommen und gefoltert worden war. Bei seiner Festnahme am 9. Januar wurden Ahmed al-Arab und sein Freund geschlagen, andere sich im Haus aufhaltende Personen wurden durchsucht und bedroht.
Am selben Tag drangen Angehörige der Sicherheitskräfte in das Haus von Ahmed al-Arabs Familie in Bani Jamra ein und durchsuchten es ohne einen entsprechenden Durchsuchungsbefehl. Sie stritten zwar ab, Ahmed al-Arab festgenommen zu haben, ein Familienangehöriger sah jedoch, dass dieser sich im Polizeifahrzeug befand und dort geschlagen wurde.
Obwohl Ahmed al-Arabs Familie bei der Kriminalpolizei (CID), der Staatsanwaltschaft und bei der Polizei anfragte, erhielt sie keinerlei Auskunft über seinen Verbleib. Erst am 13. Januar rief Ahmed al-Arab seinen Vater an, sagte, dass es ihm gut gehe, und legte sofort wieder auf. Seine Familie erhielt noch mindestens sechs weitere Anrufe dieser Art. Gleichzeitig erhielt sie an Ahmed al-Arab gerichtete Vorladungen vom Gericht und der Polizei; Ahmed al-Arab sollte in mindestens sechs verschiedenen Fällen als Angeklagter erscheinen.
Am 29. Januar rief Ahmed al-Arab seine Familie an, um sie wissen zu lassen, dass er ins Jaw-Gefängnis in Manama verlegt werde. Am 4. Februar rief er erneut an und berichtete seiner Familie, dass er im Freien auf dem Boden schlafen müsse und keine medizinische Versorgung erhalte, obwohl er fünf Tage lang an den Armen aufgehängt worden sei und sich dabei an der Schulter verletzt habe. Er sagte, er habe das Gefühl, sich mehrere Rippen gebrochen zu haben, und dass ihn die Gefängnisbehörden nicht schlafen ließen. Ahmed al-Arab ist bisher keinem Richter vorgeführt worden, obwohl sein Name auf einer Liste von Personen stand, die einen Prozess erhalten haben. Als seine Familie ihn vor einigen Tagen im Jaw-Gefängnis besuchen wollte, wurde ihr gesagt, sie könne ihn erst nach dem 3. März sehen. Dies gibt neuen Anlass zu Sorge um Ahmed al-Arabs Gesundheitszustand.
Hintergrundinformation
Ahmed Mohammad Saleh al-Arab wurde erstmals am 14. Februar 2012 bei Demonstrationen, die zum ersten Jahrestag des bahrainischen Aufstands stattfanden, festgenommen und mehrere Stunden lang in einem Polizeifahrzeug festgehalten. Während dieser Zeit wurde er wiederholt geschlagen. Danach wurde er zur Kriminalpolizei (Criminal Investigations Directorate - CID) gebracht, wo er so lange geschlagen wurde, bis er das Bewusstsein verlor. Er wurde zu seiner Verbindung zu der "Bewegung des 14. Februar" befragt und erneut geschlagen, als er aussagte, mit dieser Bewegung nicht in Kontakt zu stehen.
Die Familie von Ahmed al-Arab wusste trotz Nachfragen bei der Staatsanwaltschaft, der CID und der Polizei zwei Tage lang nichts von seinem Verbleib. In der Nacht des zweiten Tages nach seiner Festnahme rief er seine Familie an und informierte sie, dass er sich in einem Gefängniskrankenhaus befinde. Am dritten Tag erhielt sein Vater einen Anruf mit der Aufforderung, ihn abzuholen.
Die Unabhängige Untersuchungskommission Bahrains (Bahrain Independent Commission of Inquiry - BICI) wurde am 29. Juni 2011 vom König benannt und war damit beauftragt, während der Proteste 2011 begangene Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen und einen Bericht zu erstellen. Nach der Veröffentlichung dieses Berichts im November 2011 verpflichtete sich die bahrainische Regierung öffentlich zur Umsetzung der darin enthaltenen Empfehlungen. Der Bericht beleuchtete die Reaktion der Regierung auf die Massenproteste und dokumentierte weitreichende Menschenrechtsverletzungen. In einer der Schlüsselempfehlungen forderte der Bericht die Regierung auf, die Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen wie Folter und exzessive Gewaltanwendung vor Gericht zu stellen und unabhängige Untersuchungen zu Foltervorwürfen durchzuführen.
Die Einberufung der BICI und ihr Bericht wurden als bahnbrechende Initiative angesehen, doch das Versprechen bedeutender Reformen ist von der Regierung noch immer nicht in die Tat umgesetzt worden. Die bahrainische Regierung kommt den wesentlichen Empfehlungen der BICI zur Rechenschaftslegung nicht nach. Sie hat weder eine unabhängige, transparente und effektive Untersuchung der Vorwürfe der Folter, der exzessiven Gewaltanwendung und anderer Misshandlungen eingeleitet, noch eine strafrechtliche Verfolgung derjenigen, die die Menschenrechtsverletzungen angeordnet haben, aufgenommen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem englischen Bericht Bahrain: Reform shelved, repression unleashed unter http://amnesty.org/en/library/info/MDE11/062/2012/en.
Am 28. Juli 2013 hielt das bahrainische Parlament eine außerordentliche Sitzung ab und legte dem König Scheich Hamad Bin 'Issa Al Khalifa 22 Empfehlungen vor, welche die im Antiterrorgesetz von 2006 dargelegten Strafen noch verschärfen. Wenige Tage später erließ der König mehrere Dekrete, die das Recht auf freie Meinungsäußerung weiter beschränken. So wurde z. B. jede Art von Protesten, Sitzstreiks und Versammlungen in der Hauptstadt Manama auf unbestimmte Zeit verboten; den Sicherheitskräften wurden zusätzliche umfassende Befugnisse erteilt.
In einer gemeinsamen Erklärung an die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte vom 9. September zur Menschenrechtslage in Bahrain, die 47 Staaten unterzeichnet haben, äußerten diese im Rahmen der 25. Tagung des UN-Menschenrechtsrates ihre Besorgnis über die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen in Bahrain.