Schutzmaßnahmen fordern!

Margarita Martínez, die Frau des gesellschaftlich engagierten Adolfo Guzmán Ordaz, ist am 25. Februar entführt worden. Sie wurde geschlagen und bedroht. Adolfo Guzmán Ordaz und sie hatten zuvor Morddrohungen erhalten, nachdem sie Beschwerde gegen die Polizei eingereicht hatten.

Appell an

INNENMINSTER
Lic. Fernando Francisco Gómez-Mont
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er piso, Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Señor Secretario)
Fax: (0052) 55 5093 3414
E-Mail:secretario@segob.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES CHIAPAS
Lic. Juan José Sabines Guerrero
Gobernador del Estado de Chiapas
Palacio de Gobierno
1º piso, Col. Centro, C.P. 29000, Tuxtla Gutiérrez
Chiapas
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/Señor Gobernador)
Fax: (0052) 961 618 8050, Durchwahl: 21122
E-Mail: juansabines@chiapas.gob.mx

GENERALSTAATSANWALT DES BUNDESSTAATES CHIAPAS
Mtro. Raciel López Salazar
Procurador General de Justicia del Estado de Chiapas
Libramiento no. 2010, Col. El Bosque, Tuxtla Gutiérrez
MEXIKO, CP 29049
(korrete Anrede: Dear Attorney General / Señor Procurador)
Fax: (0052) 961 616 57 24
E-Mail: raciel.lopez@mje.chiapas.gob.mx

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de las Casas, AC
E-Mail: frayba@frayba.org.mx

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Herrn Miguel Angel Padilla Acosta
Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. April 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, TELEFAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE

  • Fordern Sie die Behörden auf, Adolfo Guzmán Ordaz, Margarita Martínez und ihren Kindern unverzüglich ihren Wünschen entsprechend wirksamen Schutz zu gewähren, sodass sie ihre Beschwerde gegen die Polizei weiter verfolgen können.

  • Appellieren Sie an die Behörden, umgehend eine unabhängige und umfassende Untersuchung der Entführung von Margarita Martínez, der Körperverletzung und der Drohungen in die Wege zu leiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • calling on the authorities to provide immediate and effective protection for Adolfo Guzmán, Margarita Martínez and their children, in accordance with their wishes, so they can pursue their complaint against the police;

  • urging them to order a prompt, thorough and impartial investigation into the abduction, beating and threats received by Margarita Martínez, publish the results and bring those responsible.

Sachlage

Margarita Martínez berichtete, sie sei auf dem Weg zur Schule ihres Sohnes in der Stadt San Cristóbal de las Casas im Bundesstaat Chiapas gewesen, um ihn dort abzuholen, als sie von mindestens zwei Männern entführt worden ist. Man zog ihr eine Plastiktüte über den Kopf und zerrte sie in ein Auto. Sie wurde mit einem stumpfen Gegenstand ins Gesicht geschlagen und man versetzte ihr einen Schlag in die Rippen, vermutlich mit einem Gewehr. Ihre Entführer sagten zu ihr: "Du wirst nicht mehr in der Lage sein zu arbeiten" (ya no vas a poder trabajar) und drohten ihr auch an, sie zu töten. Die Männer drängten sie, die Beschwerde fallen zu lassen, die sie und ihr Mann im November 2009 eingereicht hatten, nachdem PolizistInnen der Kriminalpolizei des Bundesstaates (Policía Ministerial) ihr Haus in Comitán durchsucht hatten, ohne einen Durchsuchungsbefehl vorzuzeigen, und ihre Familie eingeschüchtert hatten. Die Entführer ließen Margarite Martínez in der Nähe ihres neuen Zuhauses in San Cristóbal frei. Bevor man sie gehen ließ, sagten die Männer zu ihr: "Dies ist ein kleines Geschenk vom Bürgermeister von Comitán" (este es un regalito del presidente municipal de Comitán). Margarita Martínez und ihre Familie sind vor Kurzem nach San Cristobál gezogen, weil sie sich in Comitán nicht sicher gefühlt hatten.

Im Dezember 2009 und im Januar 2010 haben Adolfo Guzmán Ordaz und seine Familie zu unterschiedlichen Anlässen drei anonyme Morddrohungen erhalten. Die Familie unterrichtete die Behörden von den Drohungen, woraufhin ihnen die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Chiapas Schutz in Form von Patrouillengängen der bundesstaatlichen und städtischen Polizei anbot. Adolfo Guzmán Ordaz und Margarita Martínez lehnten diese Maßnahme ab, da sie befürchteten, dass die zu ihrem Schutz beauftragten Beamten nicht unabhängig sein würden und mit der Herkunft der Drohungen in Verbindung stehen könnten. Das hätte ihre Familie in noch größere Gefahr versetzt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Adolfo Guzmán Ordaz arbeitet für Enlace Comunicación y Capacitación, eine Organisation, die indigene Gemeinschaften und ländliche Gemeinden im Bereich der Menschenrechte und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung schult. Margarita Martínez ist in verschiedenen örtlichen zivilgesellschaftlichen Organisationen aktiv. Zuletzt hat sie ehrenamtlich für Enlace Comunicación y Capacitación Schulungen gegeben.

Am 8. November 2009 hatten Angehörige der bundesstaatlichen Polizei das Haus von Margarita Martínez und Adolfo Guzmán Ordaz durchsucht. Etwa 20 PolizistInnen der Kriminalpolizei des Bundesstaats (Policía Ministerial) waren in ihr Haus eingedrungen, ohne einen Durchsuchungsbefehl vorzuzeigen. Sie bedrohten Adolfo Guzmán und richteten eine Waffe auf seine Frau. Die Polizei sagte ihnen lediglich, dass sie nach "jemandem" suchten, ohne anzugeben, um wen es sich handelte. Die Durchsuchung wurde offenbar von Behörden des Bundesstaates angeordnet, die nach den Organisatoren von kürzlich stattgefundenen Demonstrationen suchten. Die Demonstrierenden hatten sich vor öffentlichen Gebäuden postiert und Straßen blockiert. Die Proteste wurden von örtlichen Landwirten und Einzelhändlern angeführt, die einen Platz für ihre Verkaufsstände forderten.