Zwei Gewerkschafter angeklagt
Die beiden Gewerkschafter Pedro Condori Laurente und Claudio Boza Huanhayo befinden sich seit dem 9. und 23. September 2009 in Gewahrsam. Gegen sie wurde eine unbegründete Anklage wegen Tötung eines Polizeibeamten erhoben. Amnesty International ist überzeugt, dass die beiden nur aufgrund ihres Einsatzes für die Menschenrechte inhaftiert wurden.
Appell an
GENERALSTAATSANWÄLTIN
Dra. Gladys Margot Echaíz Ramos
Fiscal de la Nación
Ministerio Público
Av. Abancay Cuadra 5 s/n
Lima 1
PERU
(korrekte Anrede: Sra. Fiscal de la Nación)
Fax: (00 511) 625 5555
(Kombinierter Telefon/Fax-Anschluss: Wenn eine Tonbandstimme antwortet, wählen Sie bitte die Durchwahl 6304. Wenn eine Person antwortet, sagen Sie bitte: "Me da tono de fax, por favor")
JUSTIZMINISTER
Dr. Aurelio Pastor Valdivieso
Ministro de Justicia
Ministerio de Justicia
Scipión Llona 350 – Miraflores
Lima 18
PERU
(korrekte Anrede: Sr. Ministro)
Fax: (00 511) 422 35 77 (kombinierter Telefon/Fax-Anschluss, sagen Sie bitte: "Me da tono de fax, por favor")
E-Mail: apastor@minjus.gob.pe
Sende eine Kopie an
MENSCHENRECHTSORGANISATION
Asociación Pro Derechos Humanos
Jr. Pachacútec 980
Lima 11
PERU
Fax: (00 511) 431 0477 (kombinierter Telefon/Fax-Anschluss, sagen Sie bitte: "Me da tono de fax, por favor")
E-Mail: raquel@aprodeh.org.pe
BOTSCHAFT DER REPUBLIK PERU
S.E. Herrn José Luis Pérez Sánchez-Cerro
Mohrenstr. 42
10117 Berlin
Fax:030-2064 1077
E-Mail: sc-berlin@embaperu.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Februar 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
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Pointing out that there is no evidence to link Pedro Condori Laurente or Claudio Boza Huanhayo to the 24 November murder of the police officer, and demanding that the authorities either substantiate the charges with solid evidence or release them immediately and unconditionally;
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Expressing concern that according to APRODEH, the two men were in a meeting with government officials at the time of the police officer's death, and that they appear to have been detained solely because they are trade unionists demanding better working conditions for miners in Huarochiri province;
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Urging the authorities not to subject those who defend human rights to criminal investigations based on unfounded allegations, as their work is protected by international human rights law;
- Condemning the killing of the police officer and calling for this death to be fully investigated and those responsible brought to justice.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
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Weisen Sie darauf hin, dass es keine Beweise für eine mögliche Verbindung der beiden Gewerkschafter Pedro Condori Laurente und Claudio Boza Huanhayo zu den Vorfällen vom 24. November 2008 gibt, bei denen ein Polizist getötet wurde. Fordern Sie, dass die Behörden die Anklage entweder stichhaltig begründen oder die beiden unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden.
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Drücken Sie Ihre Sorge darüber aus, dass sich die beiden Angeklagten offenbar nur aufgrund ihrer Arbeit als Gewerkschaftsführer in Haft befinden, weil sie bessere Arbeitsbedingungen für die BergarbeiterInnen in der Provinz Huarochirí fordern, da sie sich nach Aussagen der Menschenrechtsorganisation APRODEH zum Zeitpunkt des Vorfalls in einem Gespräch mit Regierungsbeamten befanden.
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Dringen Sie bei den Behörden darauf, dass diejenigen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, nicht länger aufgrund unbegründeter Anklagen strafrechtlich verfolgt werden, zumal ihre Arbeit durch internationale Menschenrechtsabkommen gestützt wird.
- Verurteilen Sie die Tötung des Polizeibeamten und fordern Sie die Behörden auf, eine umfassende und unparteiische Untersuchung einzuleiten und diejenigen vor Gericht zu stellen, die für den Tod des Polizisten verantwortlich sind.
Sachlage
Pedro Condori Laurente, der Generalsekretär der Gewerkschaft der Bergarbeiter von Casapalca, und Claudio Boza Huanhayo, der für Sicherheit und Hygiene zuständige Sekretär der Gewerkschaft, sind wegen Mordes angeklagt worden. Sie sollen während eines Streiks der Minenarbeiter am 24. November 2008 in der Provinz Huarochirí im zentralperuanischen Departement Lima einen Polizeibeamten getötet haben. Die Bergarbeiter hatten bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Während der Protestkundgebung warfen einige Demonstrierende Steine einen Hang hinunter, um so eine öffentliche Straße zu blockieren. Ein Polizeibeamte wurde dabei von den Steinen getroffen und getötet. Es gibt jedoch keine Beweise, die eine Anklage gegen die beiden Gewerkschafter rechtfertigen. Nach Aussagen ihrer AnwältInnen befanden sich die beiden Angeklagten zum Tatzeitpunkt in Lima, wo sie ein Gespräch mit RegierungsbeamtInnen des Arbeitsministeriums und VertreterInnen des Bergbauunternehmens führten.
Pedro Condori Laurente und Claudio Boza Huanhayo befinden sich im Aucallama-Gefängnis in der Provinz Huaral, die ebenfalls zum Departement Lima gehört. Beide werden von AnwältInnen der Menschenrechtsorganisation Asociación por la Defensa de los Derechos Humanos (APRODEH) vertreten und haben Rechtsmittel gegen die Haftanordnung eingelegt. Ein Urteil wird Ende Januar erwartet.
Amnesty International geht davon aus, dass die Anklagen gegen die beiden Männer unbegründet sind und dass sie nur deshalb inhaftiert wurden, weil sie sich als Gewerkschaftsführer für die Menschenrechte der Bergarbeiter einsetzen.
Hintergrundinformation
Amnesty International hat in den letzten Jahren immer wieder über Menschen berichtet, die wegen ihrer Kritik an der Regierung und deren Politik auf der Grundlage unbegründeter Anklagen inhaftiert wurden. Dabei ist insbesondere die Zahl der Fälle gestiegen, bei denen unbegründete Anklagen gegen führende Mitglieder von Organisationen erhoben wurden, die für den Schutz der Menschenrechte eintreten. Es steht außer Frage, dass die Tötung von Polizeibeamten untersucht werden muss. Gerichtliche Strafverfolgung sollte jedoch nicht dazu missbraucht werden, führende Menschenrechtsverteidiger zu schikanieren.