Pressemitteilung 21. Oktober 2015

Pressegespräch: Gewalt und Verschwindenlassen in Mexiko

Staatliche Verantwortung, zivilgesellschaftliche Strategien und internationale Handlungsmöglichkeiten

Terminhinweis

Wann:
Dienstag, 27. Oktober 2015 10:30 – 11:30 Uhr

Wo:
Heinrich-Böll-Stiftung Schumannstr. 8 10117 Berlin

Wer:
Vidulfo Rosales Sierra, Anwalt der Familien der verschwundenen Lehramtsstudenten in Ayotzinapa

Marcela Turati, Mitbegründerin von Periodistas de a Pie, einem Netzwerk, das die Redefreiheit verteidigt und Journalisten unterstützt, die über den Drogenkrieg berichten

Jorge Verástegui, Jurist im diözesanen Menschenrechtszentrum Fray Juan de Larios in Coahuila. 2009 verschwanden sein Bruder und sein Neffe. Jorge gründete mit anderen Familienangehörigen von Verschwundenen die Organisation Fuerzas Unidas por Nuestros Desaparecidos en Coahuila und arbeitet seitdem als Menschenrechtsverteidiger und Anwalt gegen das Verschwindenlassen.

Vor rund einem Jahr wurden im mexikanischen Iguala nach einem bewaffneten Einsatz der Polizei 43 Studenten verschleppt. Von einem der Studenten wurden in der Zwischenzeit die sterblichen Überreste gefunden, die restlichen 42 bleiben verschwunden. Mit der Verhaftung und dem Geständnis von Mitgliedern des örtlichen Drogenkartells und der örtlichen Polizei betrachtet die mexikanische Regierung das Verbrechen als aufgeklärt. Eine Expertengruppe der Interamerikanischen Menschenrechtskommission bezweifelte dies in ihrem kürzlich veröffentlichten Untersuchungsbericht.

Der Fall der verschwundenen Studenten von Ayotzinapa ist kein Einzelfall: Mindestens 26.000 Menschen in Mexiko gelten als verschwunden, die meisten im Zusammenhang mit dem sogenannten Drogenkrieg seit 2007. Gewalt und Korruption auf allen institutionellen Ebenen sowie die verbreitete Straflosigkeit bilden hierfür den Nährboden. Amnesty International, die Heinrich-Böll-Stiftung, die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko, Brot für die Welt und Misereor laden ein zu einem Gespräch über die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe der seit Jahren eskalierenden Gewaltspirale, über strukturelle Defizite und staatliche Verantwortlichkeiten.

Wir bitten um Anmeldung bis Freitag, den 23.10.2015 unter presse@boell.de.

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