Uganda: Kizza Besigye muss dringend medizinisch versorgt werden

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Der ugandische Oppositionspolitiker Dr. Kizza Besigye in einem dunkelblauen Sakko und orange-blau gestreiften Hemd hinter grauen Gefängnisstäben.

Der ugandische Oppositionsführer Dr. Kizza Besigye (Archivbild)

Der ugandische Oppositionspolitiker und ehemalige Präsidentschaftskandidat der Partei Forum für Demokratischen Wandel, Dr. Kizza Besigye, ist schon seit mehr als 400 Tagen willkürlich im Gefängnis Luzira in Kampala inhaftiert. Er ist schwer krank und benötigt dringend eine spezialisierte medizinische Behandlung außerhalb des Gefängnisses. Kizza Besigye wurde am 16. November 2024 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi entführt, anschließend rechtswidrig nach Uganda überstellt und am 20. November 2024 vor einem Militärgericht in Kampala angeklagt.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Präsident,

ich bin in großer Sorge um den Gesundheitszustand von Dr. Kizza Besigye. Der Oppositionspolitiker und ehemalige Präsidentschaftskandidat der Partei Forum für Demokratischen Wandel ist schon seit mehr als 400 Tagen willkürlich im Gefängnis Luzira in Kampala inhaftiert. Er ist schwer krank und benötigt dringend eine spezialisierte medizinische Behandlung außerhalb des Gefängnisses. Dr. Kizza Besigye wurde am 16. November 2024 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi entführt, anschließend rechtswidrig nach Uganda überstellt und am 20. November 2024 vor einem Militärgericht in Kampala angeklagt.

Ich bitte Sie eindringlich, dafür einzutreten, dass Dr. Kizza Besigye unverzüglich freigelassen wird und das Verfahren gegen ihn eingestellt wird, da die Art seiner Entführung und Auslieferung einen klaren Verstoß gegen internationale Menschenrechtsnormen und Regeln von Auslieferungsverfahren mit den erforderlichen Garantien für ein faires Verfahren darstellt. 

Bitte stellen Sie in der Zwischenzeit sicher, dass er Zugang zu einer spezialisierten medizinischen Versorgung unter Aufsicht seines persönlichen Arztes und unter der Obhut seiner Familie erhält und ordnen Sie eine sofortige, unparteiische und wirksame Untersuchung bezüglich seiner Entführung an, um die mutmaßlichen Verantwortlichen innerhalb eines fairen Gerichtsverfahrens ohne Rückgriff auf die Todesstrafe zur Rechenschaft zu ziehen.

Hochachtungsvoll

Dear President Museveni,

I am writing to express great concern about the deteriorating health situation of Dr. Kizza Besigye, who has been arbitrarily detained for over 400 days in Luzira prison, Kampala.

Dr. Kizza Besigye was abducted in Nairobi, Kenya on 16 November 2024, forcefully returned to Uganda and despite being a civilian, arraigned at a military court in Kampala on 20 November 2024 on terrorism-related offences and illegal possession of weapons charges in the run up to the 2026 presidential elections.

I am further deeply concerned to learn that Dr. Kizza Besigye is gravely unwell, is currently not able to speak properly and needs urgent specialized medical care, which is being restricted by the Ugandan prison authorities. On 20 January 2026, he was rushed to his personal doctor’s clinic in Kampala after his health condition deteriorated. He appeared extremely weak, shaking, with high fever, and suffering from severe abdominal pain. Since then, prison authorities have continuously denied him access to a fully equipped medical facility, allowing only his personal doctor to see him at the prison sick bay which is an ill-equipped facility where many prisoners have lost their lives.

During his detention, Dr. Kizza Besigye has been held in solitary confinement, barred from speaking to other prisoners, denied the right to worship with other prisoners, and prevented from engaging in basic physical activities. He is confined to a tiny and extremely hot cell with little sunlight, sleeps on a small mattress infested with bedbugs, and is subjected to conditions that under international law are cruel, and degrading.

Dr. Kizza Besigye - who has been denied bail four times - is next due to appear in court on 24 February.

Considering the above, I urge your government to immediately release Dr Besigye and halt these legal proceedings against him due to the nature of his abduction and extradition which were in clear violation of both international human rights law and the process of extradition with its requisite fair trial protections. Pending that, I urge you to grant him access to specialized medical care under his personal doctor and under the watch of his family and ensure an independent, prompt, thorough, impartial and effective investigation is carried out into Dr Besigye’s abduction, bringing those suspected of responsibility to account in fair trials without recourse to the death penalty.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 12.08.2026

Appell an

President Yoweri Kaguta Museveni
Parliament of Uganda
Parliament Avenue
Kampala
UGANDA

Sende eine Kopie an

Botschaft der Republik Uganda
S.E. Herrn Stephen Mubiru
Axel-Springer-Straße 54 A
10117 Berlin

Fax: 030-2404 7557
E-Mail: office@ugandaembassyberlin.de


 

Amnesty fordert:

  • Ich bitte Sie eindringlich, Dr. Kizza Besigye unverzüglich freizulassen und das Verfahren gegen ihn einzustellen, da die Art seiner Entführung und Auslieferung einen klaren Verstoß gegen internationale Menschenrechtsnormen und Regeln von Auslieferungsverfahren mit den erforderlichen Garantien für ein faires Verfahren darstellt.
  • Bitte stellen Sie in der Zwischenzeit sicher, dass er Zugang zu einer spezialisierten medizinischen Versorgung unter Aufsicht seines persönlichen Arztes und unter der Obhut seiner Familie erhält und ordnen Sie eine sofortige, unparteiische und wirksame Untersuchung bezüglich seiner Entführung an, um die mutmaßlichen Verantwortlichen innerhalb eines fairen Gerichtsverfahrens ohne Rückgriff auf die Todesstrafe zur Rechenschaft zu ziehen.

Sachlage

Der Gesundheitszustand von Dr. Kizza Besigye, der schon seit mehr als 400 Tage im Gefängnis Luzira in Kampala inhaftiert ist, hat sich drastisch verschlechtert.

Kizza Besigye wurde am 16. November 2024 rechtswidrig nach Uganda überstellt und am 20. November 2024 vor ein Militärgericht in Kampala gestellt, obwohl er Zivilist ist. Er wurde im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2026 wegen terrorismusbezogener Vorwürfe und unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt.

Aktuell ist Kizza Besigye schwer erkrankt, kann nicht richtig sprechen und benötigt dringend eine spezialisierte medizinische Versorgung, die ihm jedoch von den ugandischen Gefängnisbehörden verweigert wird. Am 20. Januar 2026 wurde er angesichts der Verschlechterung seines Gesundheitszustands in die Praxis seines Hausarztes in Kampala gebracht. Er wirkte extrem geschwächt, zitterte, hatte hohes Fieber und litt unter starken Bauchschmerzen. Seitdem verweigern ihm die Gefängnisbehörden kontinuierlich den Zugang zu einer voll ausgestatteten medizinischen Einrichtung und erlauben nur seinem persönlichen Arzt, ihn auf der Krankenstation des Gefängnisses zu untersuchen, einer schlecht ausgestatteten Einrichtung, in der bereits viele Häftlinge ihr Leben verloren haben.

Kizza Besigye wird in Isolationshaft gehalten, daran gehindert, mit anderen Gefangenen zu sprechen, und ihm wird das Recht verweigert, mit anderen Gefangenen zu beten. Außerdem ist es ihm nicht erlaubt, einfache körperliche Aktivitäten auszuüben. Er ist in einer winzigen und extrem heißen Zelle mit wenig Sonnenlicht eingesperrt, schläft auf einer kleinen, von Bettwanzen befallenen Matratze und ist Bedingungen ausgesetzt, die nach dem Völkerrecht als grausam und erniedrigend gelten.

Dr. Kizza Besigye muss am 24. Februar erneut vor Gericht erscheinen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Dr. Kizza Besigye hat über 400 Tage in Haft verbracht und ihm wurde viermal die Freilassung gegen Kaution verweigert. Die erste Ablehnung erfolgte am 11. April 2025, nachdem sein Fall nach einer früheren Beteiligung des Militärgerichts an das Hohe Gericht verwiesen wurde. Am 29. Dezember 2025 lehnte das Hohe Gericht in Kampala zum vierten Mal die Freilassung gegen Kaution für ihn und seinen Mitangeklagten Hajji Obeid Lutale ab, da ihr Antrag auf Aussetzung des Strafverfahrens und Entlassung aus der Haft unbegründet sei.

Recherchen von Amnesty International haben gezeigt, dass die ugandischen Behörden im Vorfeld der Wahlen am 15. Januar 2026 eine brutale Repressionskampagne gegen die Opposition und ihre Anhänger*innen sowie gegen Regierungskritiker*innen starteten. Diesen war es dadurch kaum möglich, ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit und friedliche Versammlung auszuüben. Die Repressionen führten seit September 2025 zur willkürlichen Festnahme von mehr als 400 Anhänger*innen der Opposition, mutmaßlichen Anhänger*innen der Opposition und anderen Regierungskritiker*innen. Darüber hinaus waren die Festgenommenen auch Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt.