Arbeitsmigrantinnen aus Sri Lanka in Saudi-Arabien inhaftiert

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Illustration von dem Gersicht einer Frau. Sie trägt ein Kopftuch und schaut besorgt. Links auf dem Bild sind zwei gelbe Balken übereinander mit dem Schriftzug "Werde aktiv!". Darüber befindet sich ein gelbes Quadrat mit dem Pictogramm eines Briefumschlags, der sich zu bewegen scheint.

In Saudi-Arabien werden mindestens 41 Arbeitsmigrantinnen aus Sri Lanka zum Teil seit 18 Monaten festgehalten. Drei der Frauen haben kleine Kinder bei sich, und eine von ihnen benötigt dringend medizinische Versorgung. Die Frauen wurden nicht über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert und haben keinen Zugang zu Rechtsbeiständen. Sie sind daher im Dunkeln bezüglich der Gründe und Länge ihrer Inhaftierung. Die srilankischen Behörden müssen aktiv Maßnahmen ergreifen, um den Frauen unverzüglich die Rückkehr nach Sri Lanka zu ermöglichen.

Setzt euch für inhaftierte Arbeitsmigrantinnen ein!

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Minister,

mindestens 41 Frauen, die aus Sri Lanka als Hausangestellte nach Saudi-Arabien gekommen waren, werden derzeit im Tarheel-Zentrum (Exit 18) in Riad in Abschiebehaft gehalten. Da sie nicht über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert wurden und keinen Zugang zu rechtlicher Vertretung haben, wissen sie nicht, warum sie inhaftiert wurden oder wie lange sie in Haft bleiben müssen.

Die 41 Frauen werden seit mindestens acht Monaten, manche sogar seit bereits 18 Monaten, festgehalten. Mindestens drei Frauen haben kleine Kinder bei sich, und wenigstens eine der Frauen benötigt dringend medizinische Versorgung, die sie nicht erhält. In den vergangenen Monaten haben Gefängnisangestellte den Frauen wiederholt versprochen, dass sie bald nach Sri Lank zurückkehren dürfen. Dennoch befinden sich die Frauen nach wie vor in Abschiebehaft.

Die Regierung ist verpflichtet, die Menschenrechte aller srilankischen Arbeitsmigrant_innen in Saudi-Arabien zu schützen. Sie muss daher zeitnah dafür sorgen, dass die inhaftierten Arbeitsmigrantinnen freigelassen werden und sicher nach Sri Lanka zurückkehren können. Arbeitsmigrant_innen leisten einen großen Beitrag zur srilankischen Wirtschaft und die Regierung muss sich für sie einsetzen, wenn ihre Rechte in Gefahr sind.

Sorgen Sie bitte dafür, dass die inhaftierten srilankischen Arbeitsmigrantinnen unverzüglich die Möglichkeit erhalten, freiwillig und in Sicherheit und Würde nach Sri Lanka zurückzukehren.

Garantieren Sie den Frauen, solange sie noch in Abschiebehaft sind, angemessenen konsularischen Beistand, damit sie umgehend medizinisch versorgt werden und unter angemessenen Bedingungen auf ihre Rückkehr warten können.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Minister Jayaratne,

I’m writing to express my grave concern about the worrying and continuing delay in the repatriation of 41 Sri Lankan women migrant domestic workers who are currently detained at the Exit 18 Deportation Detention (Tarheel) Centre in Riyadh, Saudi Arabia.

It is distressing to learn that none of the women have been informed of the charges against them, nor have they been granted legal support to understand why and for how long they will continue to be detained. Detained for periods ranging from eight to 18 months, at least three women have young children detained with them, and at least one woman is known to be in urgent need of medical care which she is not receiving. Prison officials have repeatedly promised the women that they will be repatriated imminently in recent months, but they all remain in detention as of April 2021.

While I understand that that the Sri Lankan embassy in Riyadh has been in touch with the detained women and has offered multiple reassurances, however it is concerning that no one has yet been repatriated. The government must ensure that the costs of repatriation, such as airfare and any COVID-related quarantine requirements, are covered as many of the detainees cannot afford them.

The Sri Lankan government has an obligation to protect the human rights of all of its migrant workers in Saudi Arabia and to work in a timely manner to ensure that these detained workers are released and safely returned to Sri Lanka. Migrant workers are one of the major contributors to the Sri Lankan economy, and the government must not turn its back when it’s most needed.

I call on you to ensure that the Sri Lankan government acts urgently,

  • To facilitate and ensure the voluntary, safe, and dignified repatriation of all detained migrant workers as soon as possible
  • Guarantee adequate consular support to all those detained to ensure their medical needs are met promptly and they enjoy decent conditions in detention.

Yours sincerely,

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Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 10.06.2021

Appell an

Minister für Marktdiversifizierung
Piyankara Jayaratne
c/o

Botschaft der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka
I. E. Frau Manori Premila Unambuwe
Niklasstr. 19
14163 Berlin

 

Sende eine Kopie an

Botschaft der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka
I. E. Frau Manori Premila Unambuwe
Fax: 030-8090 9757
E-Mail: slemb.berlin@mfa.gov.lk

Amnesty fordert:

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass die inhaftierten srilankischen Arbeitsmigrantinnen unverzüglich die Möglichkeit erhalten, freiwillig und in Sicherheit und Würde nach Sri Lanka zurückzukehren.
  • Garantieren Sie den Frauen, solange sie noch in Abschiebehaft sind, angemessenen konsularischen Beistand, damit sie umgehend medizinisch versorgt werden und unter angemessenen Bedingungen auf ihre Rückkehr warten können.

Sachlage

Mindestens 41 Frauen, die aus Sri Lanka als Hausangestellte nach Saudi-Arabien gekommen waren, werden derzeit im Tarheel-Zentrum (Exit 18) in Riad in Abschiebehaft gehalten. Da sie nicht über die gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert wurden und keinen Zugang zu rechtlicher Vertretung haben, wissen sie nicht, warum sie inhaftiert wurden oder wie lange sie in Haft bleiben müssen. Die saudi-arabischen Behörden haben die Rechtsgrundlage für die Inhaftierung der Frauen nicht bekannt gegeben, doch alles deutet darauf hin, dass sich viele von ihnen aufgrund ihres Migrationsstatus unter dem berüchtigten Kafala-System in Haft befinden. Unter diesem System können Arbeitsmigrant_innen inhaftiert werden, wenn ihre Arbeitsgenehmigung ausläuft und ihre Arbeitgeber_innen ihnen keine Ausreiseerlaubnis ausstellen, oder wenn sie vor Menschenrechtsverstößen oder Misshandlung von ihrem Arbeitsplatz fliehen.

Die 41 Frauen werden seit mindestens acht Monaten, manche sogar seit bereits 18 Monaten, festgehalten. Mindestens drei Frauen haben kleine Kinder bei sich, und wenigstens eine der Frauen benötigt dringend medizinische Versorgung, die sie nicht erhält. In den vergangenen Monaten haben Gefängnisangestellte den Frauen wiederholt versprochen, dass sie bald nach Sri Lank zurückkehren dürfen. Dennoch befinden sich die Frauen nach wie vor in Abschiebehaft.

Die srilankische Botschaft in Riad hat Kontakt mit den Inhaftierten aufgenommen und mehrmals Zusicherungen ausgesprochen, denen jedoch keine Taten gefolgt sind. Die srilankische Regierung muss dafür sorgen, dass die Kosten der Rückführung (wie z. B. das Flugticket und jegliche Kosten für zu ergreifende Quarantänemaßnahmen) gedeckt werden, da sich viele der Frauen dies nicht leisten können.

Die Regierung ist verpflichtet, die Menschenrechte aller srilankischen Arbeitsmigrant_innen in Saudi-Arabien zu schützen. Sie muss daher zeitnah dafür sorgen, dass die inhaftierten Arbeitsmigrantinnen freigelassen werden und sicher nach Sri Lanka zurückkehren können. Arbeitsmigrant_innen leisten einen großen Beitrag zur srilankischen Wirtschaft und die Regierung muss sich für sie einsetzen, wenn ihre Rechte in Gefahr sind.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Hausangestellte sind eine der schutzbedürftigsten Gruppen unter den Arbeitsmigrant_innen in den Golfstaaten. Sie arbeiten häufig alleine und isoliert im privaten Bereich und sind in fast allen Lebensbereichen stark von ihren Arbeitgeber_innen abhängig. Auch ist das in der Golfregion (und damit auch in Saudi-Arabien) geltende Arbeitsrecht nicht auf sie anwendbar. Sie können inhaftiert werden, wenn sie vor Menschenrechtsverstößen und Ausbeutung fliehen, oder wenn ihre Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, was häufig deshalb passiert, weil ihre Sponsor_innen die Erlaubnis nicht verlängert haben. Die Arbeitsbedingungen für Hausangestellte sind in der Regel hart, mit langen Arbeitstagen und kaum Pausen oder Urlaubstagen. Oft kommt es zu verbalen und tätlichen Angriffen, und Arbeitgeber_innen beschlagnahmen regelmäßig die Pässe ihrer Hausangestellten, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Saudi-Arabien führte vor Kurzem eine Reform des Arbeitsrechts durch, von der Hausangestellte jedoch ausgenommen sind. Dies bedeutet, dass Hausangestellte nach wie vor das Land nur mit Erlaubnis ihrer Arbeitgeber_innen verlassen dürfen, was sie einem erhöhten Risiko von Menschenrechtsverstößen wie Zwangsarbeit, tätlichen Übergriffen und sexueller Nötigung aussetzt.

Sri Lanka und Saudi-Arabien sind auf der Grundlage zahlreicher internationaler Verträge, die sie ratifiziert haben (darunter die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation gegen Zwangsarbeit), dazu verpflichtet, Arbeitsmigrant_innen vor Menschenrechtsverstößen zu schützen. In diesem Fall müssen beide Staaten sicherstellen, dass die inhaftierten Frauen umgehend aus der willkürlichen Haft entlassen werden und dass ihnen eine freiwillige Rückkehr in Sicherheit und Würde ermöglicht wird.