Norwegen: NGO-Mitarbeiter nicht an Griechenland ausliefern!

Diese Urgent Action ist beendet.

Am 15. Mai lehnte ein Gericht in Norwegen den Antrag Griechenlands auf Auslieferung des Menschenrechtsverteidigers Tommy Olsen ab. Damit besteht keine unmittelbare Gefahr der Auslieferung mehr. Das Gericht bestätigte, dass die Handlungen, für die Tommy Olsen in Griechenland strafrechtlich verfolgt wird, nach norwegischem Recht nicht strafbar sind. Die Anklagepunkte stellten eine "echte Gefahr der Verletzung seiner Meinungsfreiheit dar". Tommy Olsen war im März 2026 festgenommen worden. Grund war ein von den griechischen Behörden ausgestellter europäischer Haftbefehl im Zusammenhang mit seiner Arbeit zur Dokumentation von Zurückweisungen und anderen Menschenrechtsverletzungen an den europäischen Grenzen.

Porträtaufnahme von Tommy Olsen in einem Hafen. Er blickt ernst in die Kamera. Hinter ihm ist ein Schiff angetaut.

Am 16. März 2026 wurde Tommy Olsen, ein norwegischer Menschenrechtsaktivist und Gründer der NGO Aegean Boat Report, in Tromsø in Untersuchungshaft genommen. Grund war ein von den griechischen Behörden ausgestellter europäischer Haftbefehl. Der Haftbefehl geht auf griechische Ermittlungen aus dem Jahr 2022 zu seiner Tätigkeit mit Flüchtlingen und Migrant*innen zurück. Am 20. März wurde Tommy Olsen wieder freigelassen. Es droht ihm aber weiterhin die Auslieferung nach Griechenland. Dort könnte er bis zu 18 Monate in Untersuchungshaft genommen werden. Die Anschuldigungen gegen ihn stützen sich nicht auf Beweise und gehen auf einen Missbrauch der griechischen Anti-Schmuggel-Gesetze zurück. Amnesty International fordert die norwegischen Behörden auf, Tommy Olsen nicht auszuliefern, die internationalen Menschenrechtsnormen einzuhalten und Menschenrechtsarbeit zu schützen.

Appell an

Minister of Justice
Astri Aas‑Hansen
Ministry of Justice
Postboks 8005 Dep
0030 Oslo 
NORWEGEN

Sende eine Kopie an

Fax Justizministerin: (00 47) 22 24 60 40

Botschaft von NOrwegen
I.E. Frau Laila Hilde Stenseng
Rauchstraße 1
10787 Berlin
Fax: 030 - 50 50 58 601
Tel: 030 - 30 50 50 58 600
E-Mail: emb.berlin@mfa.no


 

Amnesty fordert:

  • NGOs und humanitäre Unterstützer*innen sollten geschützt und nicht durch den Missbrauch von Schmuggelgesetzen verfolgt werden. Norwegen sollte sich hier nicht mitschuldig machen. Ich fordere Sie auf, Tommy Olsen nicht an Griechenland auszuliefern und dafür zu sorgen, dass er für seine Menschenrechtsarbeit und seine Unterstützung von Menschen in Not nicht strafrechtlich verfolgt wird. Die Einhaltung der menschenrechtlichen Verpflichtungen Norwegens in diesem Fall ist von entscheidender Bedeutung für den Schutz der Freiheiten der Zivilgesellschaft und für die Abwehr von Versuchen, diejenigen zu kriminalisieren, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen aussprechen.