Mexiko: Menschenrechtler*innen in Gefahr
Die mexikanische Menschenrechtsverteidigerin Dora Roblero (undatiertes Foto)
© EFE/Carlos López
Am 22. Juli 2025 durchsuchten Unbekannte das Haus von Dora Roblero, der Leiterin des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas (FrayBa) in San Cristóbal de las Casas. Nach Monaten solcher Angriffe ist deutlich, dass die zu ihrem Schutz getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen. Amnesty fordert das Innenministeriums des Bundesstaates Chiapas und das Ministerium für Menschenrechte, Bevölkerung und Migration auf, alle notwendigen Schutzmaßnahmen für Dora Roblero und die Mitglieder von FrayBa zu ergreifen.
Setzt auch für die Sicherheit der Organisation FrayBa ein!
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Appell an
Ministerium für Menschenrechte, Bevölkerung und MIgration
Felix Arturo Medina Padilla
Undersecretary for Human Rights, Population and Migration
Abraham González 48, Colonia Juárez
Alcaldía Cuauhtémoc
06600 Mexico City
MEXIKO
Sende eine Kopie an
Schreibt auch über X an den Minister: @arturomedinap
BOTSCHAFT DER Vereinigten Mexikanischen Staaten
S.E. Herrn Francisco Jose Quiroga Fernandes
Klingelhöfer Str. 3
10785 Berlin
Fax: 030–2693 23-700
E-Mail: mexale@sre.gob.mx
Amnesty fordert:
- Bitte sorgen Sie dafür, dass der Mechanismus zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen das Konzept zur Gewährleistung der Sicherheit von Dora Roblero und den Mitgliedern des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas (FrayBa) in vollem Umfang einhält.
- Beziehen Sie einen kollektiven Ansatz in die nachfolgenden Bewertungen ein.
- Setzen Sie sich dafür ein, dass die Behörden eine gründliche Untersuchung dieser Angriffe durchführen, um die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
Sachlage
Am 22. Juli 2025 wurde das Haus von Dora Roblero, der Leiterin des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas (FrayBa) in San Cristóbal de las Casas, von Unbekannten durchsucht. Nach Amnesty vorliegenden Informationen fand Dora Roblero die Eingangstür aufgebrochen vor, als sie an diesem Tag nach Hause kam. Zusätzlich gab es weitere Einbruchsspuren. Sie beantragte unverzüglich Sofortmaßnahmen im Rahmen des Mechanismus zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen ein. Dora Roblero zufolge war die Reaktion jedoch langsam und ineffektiv.
Das FrayBa-Menschenrechtszentrum hat im vergangenen Jahr mehr als 60 Vorfälle gemeldet, darunter Schikanen, Einschüchterungen und Überwachungen gegen Mitglieder der Menschenrechtsorganisation. Trotzdem haben die mexikanischen Behörden nach Angaben des Menschenrechtszentrums FrayBa noch nicht alle vereinbarten Schutzmaßnahmen getroffen und die Angriffe nicht untersucht. Obwohl einige der vom Mechanismus zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen festgelegten Schutzmaßnahmen seit diesen Vorfällen umgesetzt wurden, stehen wichtige Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Büros von FrayBa noch aus. Dieses Versäumnis untergräbt die Wirksamkeit der Maßnahmen erheblich.
Hintergrundinformation
Chiapas gehört zu den Bundesstaaten mit den größten Herausforderungen in Mexiko. Im Hinblick auf Armut, Gewalt und interne Konflikte sind die Statistiken für Chiapas besorgniserregend.
Auch die in Chiapas tätigen Menschenrechtsverteidiger*innen sind stark gefährdet. Das mexikanische Zentrum für Umweltrecht (Centro Mexicano de Derecho Ambiental – CEMDA) hat in seinem Bericht für das Jahr 2025 festgestellt, dass Chiapas die dritthöchste Zahl von Angriffen auf Umweltschützer*innen aufweist. In den letzten fünf Jahren dokumentierte die Organisation 587 Übergriffe, 1.428 gezielte Angriffe und 112 tödliche Angriffe in Mexiko. Die Bundesstaaten, die in diesen Jahren die meisten Übergriffe verzeichneten, sind Oaxaca mit 97 Übergriffen, Mexiko-Stadt mit 56, Chiapas mit 50, Jalisco mit 48 und Chihuahua mit 38 Übergriffen.
Im Jahr 2025 dokumentierte die Beobachtungsstelle für Menschenrechtsverteidiger*innen in Chiapas 217 Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger*innen.
Die von FrayBa seit 1989 geleistete Arbeit hat entscheidend dazu beigetragen, schwere Menschenrechtsverletzungen in diesem Bundesstaat zu dokumentieren und aufzudecken. Aufgrund des hohen Risikos, dem sie ausgesetzt waren, gewährte die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IACHR) den Mitgliedern der Menschenrechtsorganisation im Jahr 2010 Schutzmaßnahmen. In Anbetracht der jüngsten Angriffe, von denen Mitglieder von FrayBa berichteten, reichen die bisher von den mexikanischen Behörden ergriffenen Schutzmaßnahmen jedoch nicht aus, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.
Am 26. April 2025 kritisierten Amnesty International und andere Organisationen der Zivilgesellschaft bereits die stigmatisierenden Äußerungen des ehemaligen mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador über das FrayBa.
Gegenwärtig unterstützt FrayBa Fälle, die die Sicherheit seiner Mitglieder gefährden, was bedeutet, dass die Gefahr eines Angriffs konstant und allgegenwärtig ist.
Auch andere Menschenrechtsorganisationen sind in letzter Zeit ins Visier geraten. Im März 2026 wurden die Büros des Menschenrechtszentrums Fray Matías de Córdova zweimal von Unbekannten durchsucht.