Menschenrechtsverteidigerin vermutlich getötet

Tage
:
Std
:
Min

  Marie-Claudette Kwizera

Marie-Claudette Kwizera war am 10. Dezember 2015 von Angehörigen des burundischen Geheimdienstes verschleppt worden. In einem Bericht der UN-Untersuchungskommission zu Burundi vom 13. September wurde nun bestätigt, dass die Menschenrechtsverteidigerin einige Tage nach ihrem Verschwinden getötet wurde.

Setzt euch für Gerechtigkeit für Marie-Claudette Kwizera ein!

Bereits bei "Mein Amnesty" registriert? Dann bitte hier anmelden.
Ich habe die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen.
Meine Profildaten (Vorname, erster Buchstabe des Nachnamens) dürfen bei Aktionsteilnahme angezeigt werden.
Pflichtfelder

Dein Appell

In welcher Sprache möchtet du den Brief verschicken? Bitte auswählen

Sehr geehrte Frau Ministerin,

Mit großer Sorge verfolge ich die aktuellen Entwicklungen im Fall von Marie-Claudette Kwizera. Ich fordere Sie höflich dazu auf, bei der Generalstaatsanwaltschaft eine Untersuchung der Entführung und mutmaßlichen Tötung von Marie-Claudette Kwizera zu veranlassen. Stellen Sie bitte sicher, dass die mutmaßlichen Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Minister,

I am writing to bring to your attention the latest development in the enforced disappearance and killing of Marie-Claudette Kwizera, a human rights defender who served as treasurer for Ligue Iteka, a leading human rights organization in Burundi. Marie-Claudette was abducted by individuals believed to be members of the National Intelligence Service (SNR) on 10 December 2015 in Bujumbura. According to new information obtained by the United Nations’ Commission of Inquiry on Burundi and published on 13 September 2019, Marie-Claudette was taken to the offices of the SNR but was not duly registered there. And after a few days, she was moved to another location and extrajudicially executed. I would like to call on you to instruct the Prosecutor General to launch an investigation into the abduction and apparent killing of Marie-Claudette Kwizera and ensure that those suspected to be responsible are brought to justice in fair trials.

Yours sincerely,

Du möchtest die Botschaft lieber per Brief, Fax oder mit deinem eigenen E-Mail-Programm versenden?

Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken oder sie direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 28.11.2019

Appell an:

Aimée Laurentine Kanyana

Ministry of Justice

BP 1305

Bujumbura

BURUNDI

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Burundi
I. E. Frau Else Nizigama Ntamagiro
Berliner Straße 36
10715 Berlin
Fax: 030-234 567 20
E-Mail: ambabuberlin2019@yahoo.com

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie höflich dazu auf, bei der Generalstaatsanwaltschaft eine Untersuchung der Entführung und mutmaßlichen Tötung von Marie-Claudette Kwizera zu veranlassen.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass die mutmaßlichen Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden.

Sachlage

Am 10. Dezember 2015 verließ Marie-Claudette Kwizera gerade eine Augenklinik in Bujumbura, als sie von mehreren Personen angegriffen und gezwungen wurde, in ein Fahrzeug mit getönten Scheiben zu steigen. Die Angreifer waren offenbar Angehörige des nationalen Geheimdienstes (Service national de renseignement – SNR). Am 13. September 2019 veröffentlichte die UN-Untersuchungskommission zu Burundi einen Bericht mit neuen Informationen zu dem Fall: In diesem heißt es, dass die Menschenrechtsverteidigerin in die Büroräume des SNR gebracht, dort aber nie offiziell registriert worden sei. Wenige Tage später soll sie an einen anderen Ort verschleppt und außergerichtlich hingerichtet worden sein.

Marie-Claudette Kwizera war Schatzmeisterin der Ligue Iteka, eine der bekanntesten Menschenrechtsorganisationen in Burundi. Amnesty International geht davon aus, dass Marie-Claudette Kwizera wegen ihrer Menschenrechtsarbeit ins Visier genommen wurde.

Die Justizministerin muss umgehend eine gründliche, zielführende und unparteiische Untersuchung ihrer Entführung und Tötung veranlassen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Zwei Tage nach dem Verschwinden von Marie-Claudette Kwizera kontaktierte ein Angehöriger des Geheimdienstes SNR ihre Familie und teilte ihr mit, dass die Menschenrechtlerin in den Räumen des Geheimdienstes festgehalten werde. Gegen knapp 2.000 Euro Lösegeld könne man sie freilassen. Doch trotz der Zahlung des Lösegelds blieb Marie-Claudette Kwizera auch weiterhin verschwunden. Daraufhin erstattete die Familie bei den Behörden Anzeige. Kolleg_innen von Marie-Claudette Kwizera berichteten, dass der betreffende SNR-Angehörige zwar vorübergehend festgenommen, doch später wieder freigelassen wurde.

Im Januar 2016 erkundigte sich die Familie von Marie-Claudette Kwizera erneut beim Geheimdienst nach dem Verbleib der Menschenrechtlerin – vergeblich. Es hieß, dass sie sich nicht in den Räumlichkeiten des SNR aufhalte.

Marie-Claudette Kwizera war die Mutter von zwei Mädchen. Bis zu ihrer Entführung war sie Schatzmeisterin der Ligue Iteka, eine der ältesten und bekanntesten Menschenrechtsorganisationen in Burundi. Am 3. Januar 2017 untersagten das Innenministerium und das Ministerium für Patriotische Ausbildung der Ligue Iteka auf unbestimmte Zeit, im Land tätig zu sein. Vorausgegangen war ein umfassender Bericht, den die Organisation gemeinsam mit der Internationalen Föderation für Menschenrechte (FIDH) veröffentlicht hatte. Bereits im Oktober 2016 hatte der Innenminister verfügt, dass die Ligue Iteka, gemeinsam mit neun weiteren Menschenrechtsorganisationen, ihre Tätigkeit vorübergehend einstellen musste. Den Organisationen wurde vorgeworfen, „den Ruf des Landes zu schädigen“ und „Hass und Zwietracht unter der burundischen Bevölkerung zu säen“.

Weitere Informationen finden Sie in dem englischsprachigen Bericht EU HRD Guidelines in Burundi (https://www.amnesty.org/download/Documents/AFR1656782017ENGLISH.pdf).