Madagaskar: Ehemaligen Politiker freilassen
Sylvain Rabetsaroana ist ein ehemaliger Senator aus Madagaskar (undatiertes Foto).
© Privat
Sylvain Rabetsaroana, ehemaliger Senator und Präsidentschaftskandidat, ist seit März 2026 willkürlich in Haft. Zunächst hielten ihn die Sicherheitskräfte zwei Wochen lang fest, ohne dass ihm der Grund für seine Festnahme mitgeteilt wurde, später wurde er in das überfüllte Tsiafahy-Gefängnis überstellt – ohne Anklage, nach einer gewaltsamen Festnahme im Morgengrauen. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Seine Inhaftierung steht für das harte Vorgehen gegen ehemalige Regierungsvertreter*innen in Madagaskar – und muss sofort beendet werden.
Setzt euch bitte für Sylvain Rabetsaroana ein.
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
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Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Präsident
President of the Refoundation of the Republic
Michael Randrianirina
Palais d'État d'Iavoloha, Antananarivo 101
MADAGASKAR
Sende eine Kopie an
Botschaft der Republik Madagaskar
Frau Ramahazosoa Hantavololona, Botschaftsrätin (Geschäftsträgerin a.i.)
Seepromenade 92
14612 Falkensee
Fax: (03322) 231 29
E-Mail: info@botschaft-madagaskar.de
Amnesty fordert:
- Ich bitte Sie und Ihre Regierung, dafür zu sorgen, dass die Anklagen gegen Sylvain Rabetsaroana fallen gelassen und er unverzüglich freigelassen wird.
- Bis zu seiner Freilassung fordere ich Sie dringend auf, ihm sofortigen Zugang zur erforderlichen medizinischen Versorgung zu gewähren und sicherzustellen, dass seine Haftbedingungen internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen.
- Ich fordere Sie außerdem auf, das anhaltende harte Vorgehen gegen Personen, die mit der früheren politischen Führung in Verbindung stehen, zu beenden und im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2027 die uneingeschränkte und tatsächliche Verwirklichung der Menschenrechte aller Menschen im Land zu gewährleisten.
Sachlage
Der ehemalige Senator und Präsidentschaftskandidat Sylvain Rabetsaroana befindet sich in willkürlicher Haft. Am 14. März 2026, gegen 4 Uhr morgens, durchsuchte Oberst Andriamiarisioa Gervais in Begleitung von etwa 25 bewaffneten und maskierten Angehörigen des Militärs, der Gendarmerie und der Polizei ohne Durchsuchungsbefehl die Wohnung von Sylvain Rabetsaroana in der Hauptstadt Antananarivo. Dabei zerstörten sie die Überwachungskameras und verwehrten dem Rechtsbeistand von Sylvain Rabetsaroana den Zugang zu den Räumlichkeiten. Nach Abschluss der Razzia brachten sie Sylvain Rabetsaroana zur Kriminalpolizei, wo er festgehalten wurde, ohne dass ihm der Grund für seine Festnahme und Inhaftierung mitgeteilt wurde. Am 27. März 2026 wurde er wegen krimineller Verschwörung, illegalen Waffenbesitzes und versuchten Mordes am Staatschef angeklagt. Wird Sylvain Rabetsaroana für schuldig befunden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Der Fall scheint politisch motiviert zu sein, da die Schusswaffe, deren illegaler Besitz ihm vorgeworfen wird, möglicherweise in seiner Wohnung platziert wurde, nachdem die Überwachungskameras vor Ort bei der Durchsuchung absichtlich zerstört worden waren. Auffällig ist auch, dass der Ermittlungsbeamte, der ihm und den anwesenden Familienmitgliedern die Anklage vorlas, zugab, dass "die Akte leer ist, aber der Befehl von oben kam", was den politisch motivierten Charakter des Falles bestätigt.
Am 27. März 2026 wurde Sylvain Rabetsaroana verlegt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis Tsiafahy, das stark überbelegt ist. Sein Gesundheitszustand hat sich aufgrund einer bereits bestehenden Herzerkrankung, die eine regelmäßige ärztliche Betreuung erfordert, massiv verschlechtert. Nur eine Woche nach seiner Festnahme waren auch seine Familienangehörigen Einschüchterungen und illegalen Durchsuchungen ausgesetzt, so dass die meisten von ihnen inzwischen aus dem Land geflohen sind.
Der Fall von Sylvain Rabetsaroana steht im Kontext der anhaltenden Repressionen, die seit der Machtübernahme der neuen Regierung im Oktober letzten Jahres gegen ehemalige Beamt*innen der früheren Regierung, Kritiker*innen und junge Aktivist*innen gerichtet sind und mit denen sie eingeschüchtert und schikaniert werden.
Hintergrundinformation
Die Militärregierung Madagaskars hat am 14. Oktober 2025 die Macht übernommen, nachdem von Jugendlichen angeführte Proteste im Jahr 2025 eine bessere Bereitstellung von Dienstleistungen, insbesondere Zugang zu Wasser und Strom, sowie eine effizientere und integrativere Regierungsführung gefordert hatten.
Die neuen Behörden versprachen Reformen, aber stattdessen haben sie die Repressionen unter dem Vorwand einer Anti-Korruptionskampagne mit Null-Toleranz verschärft und mit unfairer Strafverfolgung und weit gefassten Anklagen wegen krimineller Verschwörung, Bedrohung der nationalen Sicherheit und Destabilisierung junge Aktivist*innen, Mitglieder der Zivilgesellschaft und Personen, die mit der früheren Regierung in Verbindung standen, ins Visier genommen und zum Schweigen gebracht.