LGBTQI inhaftiert

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Am 8. April 2020 wurde der 29-jährige jemenitische Staatsangehörige Mohamed al-Bokari in der saudischen Hauptstadt Riad willkürlich festgenommen und ohne Kontakt zur Außenwelt im Malaz-Gefängnis inhaftiert. Nach der Festnahme wurde Mohamed al-Bokari der "Perversion" und "Imitation von Frauen" beschuldigt. Grund war die Veröffentlichung eines Videos, in dem er sagte, er glaube an die persönlichen Freiheiten von LGBTQI+.

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Dein Appell

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Majestät,

mit großer Verwunderung habe ich von der Inhaftierung von Mohamed al-Bokari erfahren. Wie kommen Sie darauf, dass seine sexuelle Orientierung ein Verbrechen sein könnte?

Bitte stellen Sie sicher, dass Mohamed al-Bokari umgehend und bedingungslos freigelassen wird, insbesondere angesichts seines sich verschlechternden Gesundheitszustands und der Sorge um einen Ausbruch von Covid-19 im Gefängnis.

Bitte sorgen Sie dafür, dass alle Anklagen gegen Mohamed al-Bokari fallengelassen werden und dass er in Saudi-Arabien bleiben darf, da eine Abschiebung in den Jemen sein Leben in Gefahr bringen würde.

Stellen Sie bitte sicher, dass er bis zu seiner Freilassung vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt wird. Gewähren Sie ihm zudem umgehend Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und einem Rechtsbeistand seiner Wahl.

Mit freundlichen Grüßen

Your Majesty,

On 8 April 2020, Saudi security forces arbitrarily arrested Yemeni national Mohamed al-Bokari (born in 1991) from his home in al-Yarmouk neighbourhood in Riyadh. Mohamed al-Bokari was then transferred to Malaz prison in Riyadh where he remains detained today. He has neither been formally charged nor informed when his trial will begin. According to a source close to him, Mohamed al-Bokari’s physical and mental health has significantly deteriorated, and he suffers from a heart condition. He has had no legal representation to date.

According to the source, Mohamed al- Bokari was held incommunicado for a month, beaten and tortured to force him to "confess" that he is a "homosexual". Furthermore, following his arrest, Mohamed al-Bokari was accused of "perversion", "imitating women" and "disturbing public order". Al-Bokari was arrested after he appeared in a homemade video in which he responded to a question by one of his followers about his views on homosexuality by saying: "Every person is free to do what they will, and gay people have rights. Every person has rights. I hope you leave gay people be and not intervene in their lives. Every person is free."                                                           

Two of Mohamed al-Bokari’s friends, both Yemeni nationals who were visiting him at home were also arrested with him on 8 April. Both men were later released and deported back to Yemen, while Mohamed al-Bokari was kept in detention. "We are very worried about Mohamed. He isn’t allowed any visits in prison, and he hasn’t contacted us in two weeks", the source told Amnesty International.

We urge you to ensure that Mohamed al-Bokari is released immediately and unconditionally, especially in light of his deteriorating health and COVID-19 outbreak concerns. We further call on your Majesty to ensure that any charges against Mohamed al-Bokari are dropped and that he is allowed to remain in Saudi Arabia, as his deportation to Yemen could put his life at risk. In the interim, ensure that Mohamed al-Bokari is protected from torture and other ill-treatment, that he is immediately granted adequate medical attention, and access to a lawyer.

Yours sincerely,

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Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 13.08.2020

Appell an:

KÖNIG
His Majesty
King Salman bin Abdul Aziz Al Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King, Royal Court
Riyadh
SAUDI-ARABIEN

 

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS SAUDI-ARABIEN
Herrn Mohammed Mutlaq L. Alanazi , Botschaftsrat (Geschäftsträger a.i.)
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin
Fax: 030-8892 5176
E-Mail: deemb@mofa.gov.sa

Amnesty fordert:

  • Bitte stellen Sie sicher, dass Mohamed al-Bokari umgehend und bedingungslos freigelassen wird, insbesondere angesichts seines sich verschlechternden Gesundheitszustands und der Sorge um einen Ausbruch von Covid-19 im Gefängnis.
  • Bitte sorgen Sie dafür, dass alle Anklagen gegen Mohamed al-Bokari fallengelassen werden und dass er in Saudi-Arabien bleiben darf, da eine Abschiebung in den Jemen sein Leben in Gefahr bringen würde.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass er bis zu seiner Freilassung vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt wird. Gewähren Sie ihm zudem umgehend Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und einem Rechtsbeistand seiner Wahl.
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Sachlage

Am 8. April 2020 nahmen saudische Sicherheitskräfte den jemenitischen Staatsangehörigen Mohamed al-Bokari bei ihm zuhause in al-Yarmouk in der Hauptstadt Riad willkürlich fest. Mohamed al-Bokari wurde dann in das Malaz-Gefängnis in Riad gebracht und wird bis jetzt dort festgehalten. Er ist bislang weder angeklagt noch darüber informiert worden, wann sein Strafverfahren beginnen soll. Laut einer ihm nahestehenden Quelle hat sich sein psychischer und physischer Zustand erheblich verschlechtert. Er leidet an einer Herzkrankheit. Eine rechtliche Vertretung hat er bis jetzt nicht.

Nach Angaben der Quelle wurde Mohamed al-Bokari einen Monat lang ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten und während dieser Zeit geschlagen und gefoltert, um ihn dazu zu bringen, zu "gestehen", dass er homosexuell ist. Darüber hinaus wurde er nach seiner Festnahme der "Perversion", der Imitation von Frauen" und der "Störung der öffentlichen Ordnung" beschuldigt. Mohamed al-Bokari wurde festgenommen, nachdem er in einem selbstgemachten Video auf eine Frage zu seinen Ansichten über Homosexualität sagte: "Jede Person ist frei zu tun und zu lassen, was sie will und Gays haben Rechte. Jeder Mensch hat Rechte. Ich hoffe, homosexuelle Menschen werden in Ruhe gelassen und man wird sich nicht in ihr Leben einmischen. Jeder Mensch ist frei."

Zwei Freunde von Mohamed al-Bokari, beide ebenfalls Jemeniten, die bei ihm zu Besuch waren, wurden mit ihm zusammen festgenommen. Die beiden wurden später freigelassen und in den Jemen abgeschoben, doch Mohamed al-Bokari kam nicht frei. "Wir sind in großer Sorge um Mohamed. Er darf im Gefängnis keinen Besuch erhalten und hat sich seit zwei Wochen nicht bei uns gemeldet", sagte die Quelle Amnesty International.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die saudischen Behörden eskalieren die Unterdrückung der Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit immer weiter – auch im Internet. Sie gehen mit Schikanen, willkürlicher Inhaftierung und Strafverfolgung gegen Regierungskritiker_innen, Menschenrechtsverteidiger_innen und andere Personen vor, die es wagen, sich frei zu äußern.

Im November 2019 veröffentlichte der saudische Sicherheitsdienst eine offizielle Stellungnahme und ein Werbevideo, in dem es hieß, dass Feminismus, Homosexualität und Atheismus "extremistisches Gedankengut" seien und mit Gefängnisstrafen und Prügelstrafen verfolgt würden. Der Sicherheitsdienst veröffentlichte später eine Richtigstellung, dass die Definition von Extremismus in dem Video "viele Fehler enthalten" habe, doch führende Feminist_innen und Frauenrechtler_innen im Land befinden sich nach wie vor in Haft und werden aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit strafrechtlich verfolgt.

Vor der Festnahme war Mohamed al-Bokaris Aufenthaltserlaubnis in Saudi-Arabien abgelaufen. Jetzt droht im die Abschiebung in sein Heimatland, den Jemen, aus dem er geflohen war, nachdem er Morddrohungen von bewaffneten Gruppen erhalten hatte, weil er die persönlichen Freiheiten und die Menschenrechte verteidigt hatte. Mohamed al-Bokari überlebte außerdem einen Entführungsversuch. Danach verließ er den Jemen und suchte Schutz in Saudi-Arabien.