Kuba: Roberto Pérez Fonseca in Haft misshandelt

Roberto Pérez Fonseca hält ein kleines Kind in seinem rechten Arm. Beide blicken in die Kamera. Fonseca hält den den Zeige- und Mittelfinger seiner linken Hand gespreizt nach oben.

Roberto Pérez Fonseca ist in Kuba im Gefängnis. Er wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil er im Juli 2021 an Protesten teilgenommen hatte. Da er keine Gewalt angewendet hat, gilt er als gewaltloser politischer Gefangener. Berichten zufolge musste er einige Zeit in einer Strafzelle verbringen. Er darf nur wenig Kontakt zu seiner Familie haben. Außerdem bekommt er nicht die nötige medizinische Behandlung, obwohl er chronisch krank ist.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Präsident,

ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf den Fall des gewaltlosen politischen Gefangene Roberto Pérez Fonseca lenken. Er erleidet im Gefängnis Menschenrechtsverletzungen. Zum Beispiel wird er nicht angemessen medizinisch versorgt und darf nur eingeschränkt Kontakt mit seiner Familie haben. Außerdem ist er mehrmals tätlich angegriffen worden und muss regelmäßig Zeit in Strafzellen verbringen. Seine Familie sagte, dass er im September 2026 vor den Augen des Gefängnispersonals von einem anderen Häftling mit einem Messer angegriffen wurde. Doch der mutmaßliche Angreifer wurde nicht bestraft, woraufhin Roberto Pérez Fonseca im Gefängnishof einen Protest abhielt. Die Gefängnisbehörden verlegten ihn dann zur Bestrafung in eine Strafzelle. Roberto Pérez Fonseca leidet zudem an schweren chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, die sich in Haft verschlimmert haben. Es besteht große Sorge um seine Gesundheit und seine Sicherheit.

Bitte lassen Sie Roberto Pérez Fonseca sofort und bedingungslos frei. 

Stellen Sie bis zu seiner Freilassung sicher, dass er angemessen medizinisch versorgt wird, regelmäßig seine Familie und seine Rechtsbeistände treffen kann und vor Folter und anderer Misshandlung geschützt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Dear President Miguel Díaz-Canel,

I am writing about prisoner of conscience Roberto Pérez Fonseca, who is serving a 10-year sentence in Quivicán prison for peacefully exercising his rights during the 11 July 2021 protests.

Information provided to Amnesty International documents a pattern of human rights violations against Roberto, including repeated denial of adequate medical care, restrictions on communication, physical violence and recurrent confinement in punishment cells.

In September 2026, according to his family, another prisoner assaulted Roberto in front of prison guards and threatened him with a bladed weapon. After the alleged aggressor was not punished, Roberto protested in the prison yard with a sheet bearing the words "Patria y Vida" and "Abajo la dictadura". Prison authorities responded by placing him in a punishment cell. He was later removed from the punishment cell due to his deteriorating health.

Roberto suffers from serious chronic gastrointestinal illnesses that have progressively deteriorated during his imprisonment. His family reports inadequate medical care, restrictions on communication and visits, and repeated punitive isolation, raising serious concerns about his health, safety and well-being.

I urge you to immediately and unconditionally release Roberto Pérez Fonseca. Pending his release, ensure adequate healthcare, regular family and legal contact, and protection from torture and other ill-treatment, including punitive isolation.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 27.02.2027

Appell an

Miguel Díaz-Canel
Presidente
Hidalgo Esq. 6, 
Plaza de La Revolución
CP 10400, La Habana
KUBA

Sende eine Kopie an

Botschaft der Republik Kuba
I.E. Frau Juana Martinez Gonzalez
Stavangerstraße 20
10439 Berlin 

E-Mail: recepcion@botschaft-kuba.de

Amnesty fordert:

  • Bitte lassen Sie Roberto Pérez Fonseca sofort und bedingungslos frei. 
  • Stellen Sie bis zu seiner Freilassung sicher, dass er angemessen medizinisch versorgt wird, regelmäßig seine Familie und seine Rechtsbeistände treffen kann und vor Folter und anderer Misshandlung geschützt wird.

 

Sachlage

Der gewaltlose politische Gefangene Roberto Pérez Fonseca erleidet im Gefängnis Menschenrechtsverletzungen. Zum Beispiel wird er nicht angemessen medizinisch versorgt und darf nur eingeschränkt Kontakt mit seiner Familie haben. Außerdem ist er mehrmals tätlich angegriffen worden und muss regelmäßig Zeit in Strafzellen verbringen. Seine Familie sagte, dass er im September 2026 vor den Augen des Gefängnispersonals von einem anderen Häftling mit einem Messer angegriffen wurde. Doch der mutmaßliche Angreifer wurde nicht bestraft, woraufhin Roberto Pérez Fonseca im Gefängnishof einen Protest abhielt. Die Gefängnisbehörden verlegten ihn dann zur Bestrafung in eine Strafzelle. Roberto Pérez Fonseca leidet zudem an schweren chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, die sich in Haft verschlimmert haben. Es besteht große Sorge um seine Gesundheit und seine Sicherheit.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Roberto Pérez Fonseca wurde im Oktober 2021 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er an den landesweiten Protesten vom 11. Juli 2021 teilgenommen hatte. Im Oktober 2024 erkannte Amnesty International ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen an. Die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen erklärte seine Inhaftierung für willkürlich, da sie nur darauf beruhte, dass er friedlich seine Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit wahrgenommen hatte. Die Arbeitsgruppe stellte zudem fest, dass seine Verfahrensrechte verletzt worden waren.

Amnesty International gab bereits im Februar 2026 zu bedenken, dass Roberto Pérez Fonseca an schweren chronischen Erkrankungen leidet, die sich im Gefängnis noch verschlimmert haben. Amnesty International hat Informationen über die Behandlung von Roberto Pérez Fonseca von der kubanischen Initiative Centro de Documentación de Prisiones Cubanas erhalten, die der gemeinnützigen Organisation Iniciativa para la Investigación y la Incidencia A.C. untersteht. Die Informationen dokumentieren ein Schema, das auf die Misshandlung von Roberto Pérez Fonseca hindeutet, u. a. durch die wiederholte Verlegung in Strafzellen, die Verweigerung oder Verzögerung angemessener medizinischer Versorgung, tätliche Gewalt und die Einschränkung des Familienkontakts. Nach Angaben des Kubanischen Instituts für Meinungs- und Pressefreiheit (Instituto Cubano por la Libertad de Expresión y Prensa – ICLEP) musste Roberto Pérez Fonseca laut seiner Familie ab seiner Inhaftierung im Jahr 2021 bis September 2026 mindestens zehn Mal Zeit in Isolationshaft verbringen.

Nach Angaben des Centro de Documentación de Prisiones Cubanas wurde bei Roberto Pérez Fonseca ein Zwölffingerdarmgeschwür, eine akute Speiseröhrenentzündung, eine Duodenitis und eine Infektion mit Helicobacter pylori diagnostiziert. Im Januar und Februar 2026 berichtete seine Familie, dass seine Schmerzen nicht angemessen medizinisch behandelt wurden. Im März stürzte Roberto Pérez Fonseca aus einem dreistöckigen Etagenbett, woraufhin er Berichten zufolge unter Erbrechen, Schmerzen und Atembeschwerden litt, aber mehrere Tage lang keine medizinische Versorgung erhielt. Zudem liegen Informationen darüber vor, dass er öfter in Strafzellen verlegt und anderweitig misshandelt wurde.

Dieses Muster hat sich seither fortgesetzt und trat im September erneut akut zutage. Laut Angaben des Centro de Documentación de Prisiones Cubanas griff am 8. September ein Häftling Roberto Pérez Fonseca vor den Augen des Gefängnispersonals an und bedrohte ihn mit einem Messer. Der mutmaßliche Angreifer erhielt keine Bestrafung, woraufhin Roberto Pérez Fonseca im Gefängnishof protestierte, indem er ein Banner mit den Worten "Patria y Vida" (Heimatland und Leben) und "Abajo la dictadura" (Nieder mit der Diktatur) hochhielt. Die Gefängnisbehörden verlegten ihn daraufhin zur Bestrafung in eine Strafzelle. Am 12. September wurde er wegen seiner Gesundheitsbeschwerden in die Gefängnisklinik verlegt. Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge teilte der Gefängnisdirektor Roberto Pérez Fonseca mit, dass er wieder in die Strafzelle zurückgebracht werde, sobald sich sein Gesundheitszustand verbessert habe. Am 18. September musste er zurück in die Strafzelle. Später wurde er wegen seines sich verschlechternden Gesundheitszustands wieder verlegt. Seine Familie hat zudem von erheblichen Einschränkungen bei der Kommunikation und bei Besuchen berichtet.

Offenbar wurde auch Druck auf die Familie von Roberto Pérez Fonseca ausgeübt. Seine Mutter hat sich wiederholt öffentlich dafür eingesetzt, dass er freigelassen wird und Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung erhält. Am 3. Februar 2026 sollen Angehörige der Staatssicherheit vor ihrem Haus Überwachungsmaßnahmen eingesetzt haben, nachdem sie öffentlich die mangelnde medizinische Versorgung ihres Sohnes angeprangert hatte. Seine Familie leidet stark unter der langwierigen Inhaftierung von Roberto Pérez Fonseca und der Tatsache, dass es sehr schwierig ist, Informationen über ihn zu erhalten oder mit ihm zu kommunizieren.