Kuba: Roberto Pérez Fonseca in Haft misshandelt
© Roberto Perez Fonseca Family
Roberto Pérez Fonseca ist in Kuba im Gefängnis. Er wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil er im Juli 2021 an Protesten teilgenommen hatte. Da er keine Gewalt angewendet hat, gilt er als gewaltloser politischer Gefangener. Berichten zufolge musste er einige Zeit in einer Strafzelle verbringen. Er darf nur wenig Kontakt zu seiner Familie haben. Außerdem bekommt er nicht die nötige medizinische Behandlung, obwohl er chronisch krank ist.
Bitte setzt euch für Roberto Pérez Fonseca ein!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
Du hast Probleme beim Ausdrucken des Briefes? Dann klicke bitte hier.
Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Miguel Díaz-Canel
Presidente
Hidalgo Esq. 6,
Plaza de La Revolución
CP 10400, La Habana
KUBA
Sende eine Kopie an
Botschaft der Republik Kuba
I.E. Frau Juana Martinez Gonzalez
Stavangerstraße 20
10439 Berlin
E-Mail: recepcion@botschaft-kuba.de
Amnesty fordert:
- Bitte lassen Sie Roberto Pérez Fonseca sofort und bedingungslos frei.
- Stellen Sie bis zu seiner Freilassung sicher, dass er angemessen medizinisch versorgt wird, regelmäßig seine Familie und seine Rechtsbeistände treffen kann und vor Folter und anderer Misshandlung geschützt wird.
Sachlage
Der gewaltlose politische Gefangene Roberto Pérez Fonseca erleidet im Gefängnis Menschenrechtsverletzungen. Zum Beispiel wird er nicht angemessen medizinisch versorgt und darf nur eingeschränkt Kontakt mit seiner Familie haben. Außerdem ist er mehrmals tätlich angegriffen worden und muss regelmäßig Zeit in Strafzellen verbringen. Seine Familie sagte, dass er im September 2026 vor den Augen des Gefängnispersonals von einem anderen Häftling mit einem Messer angegriffen wurde. Doch der mutmaßliche Angreifer wurde nicht bestraft, woraufhin Roberto Pérez Fonseca im Gefängnishof einen Protest abhielt. Die Gefängnisbehörden verlegten ihn dann zur Bestrafung in eine Strafzelle. Roberto Pérez Fonseca leidet zudem an schweren chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, die sich in Haft verschlimmert haben. Es besteht große Sorge um seine Gesundheit und seine Sicherheit.
Hintergrundinformation
Roberto Pérez Fonseca wurde im Oktober 2021 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er an den landesweiten Protesten vom 11. Juli 2021 teilgenommen hatte. Im Oktober 2024 erkannte Amnesty International ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen an. Die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen erklärte seine Inhaftierung für willkürlich, da sie nur darauf beruhte, dass er friedlich seine Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit wahrgenommen hatte. Die Arbeitsgruppe stellte zudem fest, dass seine Verfahrensrechte verletzt worden waren.
Amnesty International gab bereits im Februar 2026 zu bedenken, dass Roberto Pérez Fonseca an schweren chronischen Erkrankungen leidet, die sich im Gefängnis noch verschlimmert haben. Amnesty International hat Informationen über die Behandlung von Roberto Pérez Fonseca von der kubanischen Initiative Centro de Documentación de Prisiones Cubanas erhalten, die der gemeinnützigen Organisation Iniciativa para la Investigación y la Incidencia A.C. untersteht. Die Informationen dokumentieren ein Schema, das auf die Misshandlung von Roberto Pérez Fonseca hindeutet, u. a. durch die wiederholte Verlegung in Strafzellen, die Verweigerung oder Verzögerung angemessener medizinischer Versorgung, tätliche Gewalt und die Einschränkung des Familienkontakts. Nach Angaben des Kubanischen Instituts für Meinungs- und Pressefreiheit (Instituto Cubano por la Libertad de Expresión y Prensa – ICLEP) musste Roberto Pérez Fonseca laut seiner Familie ab seiner Inhaftierung im Jahr 2021 bis September 2026 mindestens zehn Mal Zeit in Isolationshaft verbringen.
Nach Angaben des Centro de Documentación de Prisiones Cubanas wurde bei Roberto Pérez Fonseca ein Zwölffingerdarmgeschwür, eine akute Speiseröhrenentzündung, eine Duodenitis und eine Infektion mit Helicobacter pylori diagnostiziert. Im Januar und Februar 2026 berichtete seine Familie, dass seine Schmerzen nicht angemessen medizinisch behandelt wurden. Im März stürzte Roberto Pérez Fonseca aus einem dreistöckigen Etagenbett, woraufhin er Berichten zufolge unter Erbrechen, Schmerzen und Atembeschwerden litt, aber mehrere Tage lang keine medizinische Versorgung erhielt. Zudem liegen Informationen darüber vor, dass er öfter in Strafzellen verlegt und anderweitig misshandelt wurde.
Dieses Muster hat sich seither fortgesetzt und trat im September erneut akut zutage. Laut Angaben des Centro de Documentación de Prisiones Cubanas griff am 8. September ein Häftling Roberto Pérez Fonseca vor den Augen des Gefängnispersonals an und bedrohte ihn mit einem Messer. Der mutmaßliche Angreifer erhielt keine Bestrafung, woraufhin Roberto Pérez Fonseca im Gefängnishof protestierte, indem er ein Banner mit den Worten "Patria y Vida" (Heimatland und Leben) und "Abajo la dictadura" (Nieder mit der Diktatur) hochhielt. Die Gefängnisbehörden verlegten ihn daraufhin zur Bestrafung in eine Strafzelle. Am 12. September wurde er wegen seiner Gesundheitsbeschwerden in die Gefängnisklinik verlegt. Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge teilte der Gefängnisdirektor Roberto Pérez Fonseca mit, dass er wieder in die Strafzelle zurückgebracht werde, sobald sich sein Gesundheitszustand verbessert habe. Am 18. September musste er zurück in die Strafzelle. Später wurde er wegen seines sich verschlechternden Gesundheitszustands wieder verlegt. Seine Familie hat zudem von erheblichen Einschränkungen bei der Kommunikation und bei Besuchen berichtet.
Offenbar wurde auch Druck auf die Familie von Roberto Pérez Fonseca ausgeübt. Seine Mutter hat sich wiederholt öffentlich dafür eingesetzt, dass er freigelassen wird und Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung erhält. Am 3. Februar 2026 sollen Angehörige der Staatssicherheit vor ihrem Haus Überwachungsmaßnahmen eingesetzt haben, nachdem sie öffentlich die mangelnde medizinische Versorgung ihres Sohnes angeprangert hatte. Seine Familie leidet stark unter der langwierigen Inhaftierung von Roberto Pérez Fonseca und der Tatsache, dass es sehr schwierig ist, Informationen über ihn zu erhalten oder mit ihm zu kommunizieren.