Kolumbien: Journalist muss geschützt werden

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Das Bild zeigt zwei Frauen bei einer Demonstration, sie halten Plakate in der Hand

Demonstration in der kolumbianischen Stadt Cali gegen die Politik des kolumbianischen Präsidenten Iván Duque am 28. Mai 2021

Am 7. Juli wurde ein Plan zur Tötung von José Alberto Tejada bekannt. Bereits seit dem 28. April war es zu mehr als 14 Vorfällen gegen ihn gekommen. So war er von Unbekannten beschattet worden und erhielt von einem Beamten der Sicherheitskräfte eine Morddrohung. Der Journalist hat mit seiner Arbeit entscheidend dazu beigetragen, Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen das Völkerrecht durch die Sicherheitskräfte während des kolumbianischen Generalstreiks in der Stadt Cali anzuprangern. José Alberto Tejada muss geschützt werden.

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Sehr geehrter Herr Campos,

ich schreibe Ihnen, um meine Sorge um den Journalisten José Alberto Tejada, welcher Direktor des Medienunternehmens Canel2 ist, auszudrücken. Seine Arbeit hat entscheidend dazu beigetragen, die von den Sicherheitskräften im Rahmen des kolumbianischen Generalstreiks begangenen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen das Völkerrecht anzuprangern.

Am 7. Juli erhielt die kirchliche Organisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz vertrauliche und glaubwürdige Informationen über einen Plan zur Ermordung von José Alberto Tejada. Darunter war auch die Information, dass Unbekannte 30 Millionen kolumbianische Pesos gesammelt hätten, um für seine Ermordung zu bezahlen.

Aufgrund seiner Arbeit ist es seit Beginn des landesweiten Streiks zu mindestens 14 verschiedenen Sicherheitsvorfällen gekommen, darunter Beschattung durch Unbekannte und direkte Morddrohungen. Er wurde beispielsweise von einem Angehörigen der Spezialeinheit GOES der Nationalen Polizei mit dem Satz "Du bist reif, erschossen zu werden" ("está bueno como para pegarle un tiro") bedroht. Am 20. Juli, als José Alberto Tejada über die Demonstrationen berichtete, wurde eine Person seines Schutzteams dreimal angeschossen. Dafür soll ein_e Angehörige_r der Mobilen Aufstandsbekämpfung (ESMAD) verantwortlich gewesen sein. Des Weiteren wurde José Alberto Tejada von hochrangigen Beamt_innen diffamiert, die ihn öffentlich beschuldigten, "Falschnachrichten zu verbreiten, um zur Gewalt in Cali anzustiften".

Am 9. Juli 2021 beantragte José Alberto Tejada Schutzmaßnahmen für sich, sein Team und die Räumlichkeiten von Canal2. Trotz der großen Gefährdung all dieser Personen hat die nationale Schutzeinheit noch keine Maßnahmen erlassen.

Deshalb fordere ich Sie auf, José Alberto Tejada angemessene Schutzmaßnahmen zu gewähren, denen eine umfassende Risikobeurteilung zugrunde liegt und die mit ihm abgesprochen wurden.

Mit freundlichen Grüßen,

Dear Mr. Campos,

I am writing to express concern for the safety journalist José Alberto Tejada, director of the Colombian media outlet Canal2. José Alberto’s work has been crucial in denouncing the human rights violations and crimes under international law committed by the security forces in the context of Colombian national Strike.

On 7 July, the Inter-ecclesial Commission of Justice and Peace (Comisión Intereclesial de Justicia y Paz) received confidential and credible information about an ongoing plan to kill José Alberto Tejada, including the fact that unidentified men collected 30 million of Colombian pesos to pay for his assassination.

Due to his work, José Alberto Tejada, has faced at least 14 different security incidents since national strike started, including surveillance by unidentified men and direct threats against his life. For example, on 4 June, a member of the Group of Special Operations (GOES) of the National Police threatened Tejada saying: "you are good enough to shoot you" ("está bueno como para pegarle un tiro"). On 20 July, while José Alberto was covering the demonstrations one person of his protection team was shot three times, allegedly by an agent of National Police Mobile Anti-riot squad (ESMAD). Also, José Alberto Tejada has been victim of defamation by high level public officials who have publicly accused him of spreading "fake news" to incite violence in Cali.

On 9 July 2021 José Alberto Tejada requested your office protection measures for him, his team and the premises of Canal2, that have not been issued yet, despite the serious risk faced by all these people.

Therefore, we urge you grant José Alberto Tejada appropriate protection measures that are result of a comprehensive risk assessment and that are agreed upon with him.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 22.10.2021

Appell an

Alfonso Campos Martinez
Director of the National Protection Unit
Carrera 63 # 14 – 97, Primer Piso
Puente Aranda
Bogotá D.C.
KOLUMBIEN

Sende eine Kopie an

Botschaft der Republik Kolumbien
S.E. Herrn Hans-Peter Knudsen
Taubenstr. 23
10117 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: ealemania@cancilleria.gov.co

Amnesty fordert:

Wir fordern Sie auf, José Alberto Tejada angemessene Schutzmaßnahmen zu gewähren, denen eine umfassende Risikobeurteilung zugrunde liegt und die mit ihm abgesprochen wurden.

Sachlage

Der Journalist und Direktor der kolumbianischen Medienunternehmens Canal2, José Alberto Tejada, befindet sich in Gefahr. Er hat mit seiner Arbeit entscheidend dazu beigetragen, die von den Sicherheitskräften im Rahmen des kolumbianischen Generalstreiks begangenen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen das Völkerrecht anzuprangern.

Am 7. Juli erhielt die kirchliche Organisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz vertrauliche und glaubwürdige Informationen über einen Plan zur Ermordung von José Alberto Tejada. Darunter war auch die Information, dass Unbekannte 30 Millionen kolumbianische Pesos gesammelt hätten, um für seine Ermordung zu bezahlen.

Aufgrund seiner Arbeit ist José Alberto Tejada seit Beginn des landesweiten Streiks mindestens 14 Sicherheitsvorfällen ausgesetzt gewesen, darunter Beschattung durch Unbekannte und Morddrohungen. Ein Vorfall ereignete sich beispielsweise am 4. Juni, während er über die humanitäre Situation in "Paso del Aguante", einem Stadtteil von Cali, berichtete. Er wurde von einem Angehörigen der Spezialeinheit GOES der Nationalen Polizei mit dem Satz "Du bist reif, erschossen zu werden" ("está bueno como para pegarle un tiro") bedroht. Am 20. Juli, als José Alberto über die Demonstrationen berichtete, wurde eine Person seines Schutzteams dreimal angeschossen, wobei sie an der Schulter, am Oberschenkel und am Knie verletzt wurde. Dafür soll ein_e Angehörige_r der Mobilen Aufstandsbekämpfung (ESMAD) verantwortlich gewesen sein. Des Weiteren wurde José Alberto Tejada von hochrangigen Beamt_innen diffamiert, die ihn öffentlich beschuldigten, "Falschnachrichten zu verbreiten, um zur Gewalt in Cali anzustiften".

Am 9. Juli 2021 beantragte José Alberto Tejada Schutzmaßnahmen für sich, sein Team und die Räumlichkeiten von Canal2. Trotz der großen Gefährdung all dieser Personen hat die nationale Schutzeinheit noch keine Maßnahmen erlassen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

José Alberto Tejada ist Journalist und Direktor des kolumbianischen Medienunternehmens Canal2. Seit Beginn des Generalstreiks kritisierte er das unübliche und unangemessene Vorgehen der staatlichen Kräfte gegen die friedlichen Demonstrierenden in der Stadt Cali, dem Epizentrum des Generalstreiks.

Zwischen Juni und August 2021 kam es zu mehreren Vorfällen, die sein Leben und seine körperliche Unversehrtheit sehr gefährdeten. Dabei wurde eine Person seines Schutzteams angeschossen. Am 7. August gegen 01:30 Uhr beobachteten Mitglieder seines Schutzteams, wie ein Mann auf einem roten Motorrad in der Nähe von José Alberto Tejadas Hauses eine Waffe zog. Das Schutzteam trieb den Motorradfahrer in die Flucht.

José Alberto Tejada wird zudem durch hochrangige Beamt_innen und bewaffnete Gruppen diffamiert. Sie haben ihn öffentlich beschuldigt, falsche Nachrichten zu verbreiten, um zur Gewalt in Cali anzustiften. Am 6. Juni teilte die Senatorin María Fernanda Cabal auf ihrem Twitter-Account die Nachricht eines Accounts mit dem Namen "Destructo II", der das Bild von José Alberto Tejada zeigt und ihn beschuldigt, für die Gewalt in Cali verantwortlich zu sein, weil er falsche Nachrichten verbreite. Am 20. August kursierte in den sozialen Netzwerken und Instant-Messaging-Anwendungen ein Flugblatt, in dem José Alberto Tejada zur militärischen Zielscheibe erklärt wurde. Es war von Personen unterzeichnet, die sich als "Schwarze Adler - Hauptstadtblock Bogotá DC" (Águilas Negras, Bloque Capital D.C.) bezeichnen.

Seit dem 4. Juni wird José Alberto Tejada von ehemaligen Angehörigen der kolumbianischen Sicherheitskräfte beschützt, die sich auf eigene Initiative für den Schutz des Journalisten einsetzen.

Am 9. Juli beantragte José Alberto Tejada bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IACHR) vorsorgliche Maßnahmen und Schutzmaßnahmen der Nationalen Schutzeinheit (UNP) für ihn, sein Team und die Räumlichkeiten von Canal2. Am 23. August reagierte die UNP teilweise auf den Antrag. Dennoch wird die vorgeschlagene Regelung den Sicherheitsbedürfnissen von José Alberto Tejada, seiner Familie und seinem Team nicht gerecht.

Am 19. August forderten 35 Mitglieder des kolumbianischen Kongresses das Innenministerium und die UNP auf, Schutzmaßnahmen für den Journalisten José Alberto Tejada zu ergreifen.