Santiago Maldonado tot aufgefunden

Diese Urgent Action ist beendet.

Am 17. Oktober wurde der Leichnam von Santiago Maldonado aufgefunden. Der Fundort liegt 300 Meter außerhalb der indigenen Gemeinde Pu Lof en Resistencia, im Departamento Cushamen in der Provinz Chubut.

"Lebend soll er wieder auftauchen. Sofort!", Graffiti zum Verschwundenen Mapuche-Aktivisten Santiago Maldonado. Buenos Aires.

"Lebend soll er wieder auftauchen. Sofort!" steht an dieser Mauer in Buenos Aires geschrieben.

Sachlage

Am Morgen des 1. August verschafften sich etwa 100 Angehörige der argentinischen Gendarmerie (Gendarmería Nacional Argentina, GNA) ohne Erlaubnis gewaltsam Zutritt zur indigenen Gemeinde der Mapuche Pu Lof en Resistencia, im Departamento Cushamen in der Provinz Chubut. Die Gendarmerie ist Teil des argentinischen Militärs.

Laut Angaben der Mapuche-Gemeinschaft setzten die Sicherheitskräfte Blei- und Gummigeschosse ein und steckten die Habseligkeiten vieler Familien in Brand. Seitdem wurde der 28-jährige Aktivist Santiago Maldonado vermisst. Er war am Tag zuvor in die Gemeinde gekommen, um den Mapuche bei der Durchsetzung ihrer Landrechte zu helfen. Er wurde zuletzt lebend gesehen, als er vor den Sicherheitskräften floh.

Augenzeugenberichten zufolge drangen etwa 30 uniformierte Angehörige der Gendarmerie in die Gemeinde ein und begannen, um sich zu schießen. Daraufhin flohen zahlreiche Personen in Richtung eines Flusses, der etwa 100 Meter von der Gemeinde entfernt liegt. Einige konnten den Fluss überqueren und fliehen. Laut einigen Augenzeug_innen rannte auch Santiago Maldonado zum Fluss, um sich vor den Schüssen zu schützen. Personen auf der anderen Seite des Flusses sahen, wie er sich duckte, um sich zu verstecken, und hörten dann zwei Sicherheitskräfte sagen: "Wir haben einen".

Zweieinhalb Monate nach seinem Verschwinden wurde Santiago Maldonados Leichnam 300 Meter von der Gemeinde Pu Lof en Resistencia entfernt aufgefunden. Der Fundort war aber bereits mehrmals im Rahmen von Suchaktionen durchkämmt worden. Momentan liegen noch keine glaubwürdigen Informationen zu den Umständen seines Todes vor.

Amnesty International wird den Fall auch weiterhin beobachten. Die Organisation fordert die Einleitung einer umfassenden und unparteiischen Untersuchung der gewaltsamen Übergriffe vom 1. August in der Gemeinde Pu Lof en Resistencia sowie des Todes von Santiago Maldonado. Die Ergebnisse müssen veröffentlicht und die für Menschenrechtsverletzungen Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.