Äthiopien: Verschwinden von Menschenrechtler aufklären!
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Seit dem 10. August 2025 fehlt von dem äthiopischen Menschenrechtsverteidiger und Fotografen Filmon Gebrehiwot Hagos jede Spur. Obwohl seine Familie sofort Anzeige erstattete, schweigt die Polizei seit einem Jahr zu den Ermittlungen.
Setzt euch für Filmon Gebrehiwot Hagos ein!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
Du hast Probleme beim Ausdrucken des Briefes? Dann klicke bitte hier.
Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Tigray Regional President
c/o Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien
Boothstraße 20A
12207 Berlin
Sende eine Kopie an
Tigray Regional President
Debretsion Gebremichael
Facebook: Debretsion Gebremichael
Kopie an die
Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien
S. E. Herrn Eskindir Yirga Asfaw
Boothstraße 20A, 12207 Berlin
Fax: 030-772 06 26
E-Mail: berlin.embassy@mfa.gov.et oder info.berlin@mfa.gov.et
Amnesty fordert:
- Bitte sorgen Sie dringend für eine zielführende, unabhängige, gründliche und transparente Untersuchung des Verschwindenlassens von Filmon Gebrehiwot Hagos.
- Falls er sich im Gewahrsam der Behörden von Tigray befindet, muss sein Aufenthaltsort unverzüglich bekanntgegeben werden. Außerdem muss er sofort und bedingungslos freigelassen werden.
Sachlage
Der Menschenrechtsverteidiger Filmon Gebrehiwot Hagos wurde offensichtlich Opfer des Verschwindenlassens. Er scheint ins Visier der Behörden geraten zu sein, weil er sich für die Menschenrechte einsetzt.
Filmon Gebrehiwot Hagos ist Fotograf und Videofilmer. Außerdem gehört ihm die Filmfirma Filari in Mek'ele, der Hauptstadt der Region Tigray. Am 10. August 2025 ist er im Stadteil Adihawusi von Mek'ele verschwunden. Er war in einer Rikscha auf dem Weg nach Hause. Seine Frau hat mehrmals vergeblich versucht, ihn telefonisch zu erreichen, als er nicht nach Hause kam. Seit diesem Tag hat ihn niemand mehr gesehen. Nach wie vor ist nicht bekannt, wo er sich befindet.
Die Behörden haben sich noch nicht dazu geäußert, wer für sein Verschwinden verantwortlich sein könnte. Sie sagen auch nicht, ob Filmon Gebrehiwot Hagos möglicherweise inhaftiert ist und wo er sich befindet. Es wird befürchtet, dass er wegen seiner Arbeit in Gefahr geraten ist. Filmon Gebrehiwot Hagos hat dokumentiert, was von 2020 bis 2022 bei dem Konflikt in der Region Tigray passiert ist. Er hat dabei auch über die Verletzung von Menschenrechten berichtet.
Hintergrundinformation
Filmon Gebrehiwot Hagos ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er ist Inhaber der Filari-Filmproduktionsfirma und bekannt für seine Hochzeits- und Musikvideos, Filme, Nachrichtenberichterstattung und Fotoshootings. Kurz vor seinem "Verschwinden" dokumentierte er Berichten zufolge die Folgen des Konflikts in Tigray, führte Gespräche mit Überlebenden sexualisierter Gewalt und recherchierte zu dort begangenen Menschenrechtsverletzungen.
Der Fall von Filmon Gebrehiwot Hagos stellt einen klaren Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, einschließlich der Pressefreiheit, sowie der Rechte auf Freiheit und Sicherheit der Person dar. Beide werden sowohl durch regionale als auch durch internationale Menschenrechtskonventionen geschützt, denen Äthiopien als Vertragsstaat angehört. Er unterstreicht die anhaltenden Risiken, denen Journalist*innen und andere Personen ausgesetzt sind, die schwere Menschenrechtsverletzungen beobachten, dokumentieren, untersuchen und darüber berichten – und das in einem Umfeld, das durch begrenzte Aussichten auf Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht gekennzeichnet ist. Der Fall ist außerdem beispielhaft für eine umfassendere Einschränkung des zivilgesellschaftlichen Raums und das Fehlen wirksamer Mittel zur Gewährleistung der Rechenschaftspflicht bei schweren Menschenrechtsverletzungen.
In Äthiopien werden schon seit langem Fälle von Verschwindenlassen dokumentiert, insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg in der Region Tigray von 2020 bis 2025. Der gemeinsame Bericht der äthiopischen Menschenrechtskommission und des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2021 liefert die solideste Beweisgrundlage für Fälle von Verschwindenlassen in Tigray.
Die jüngsten Berichte weisen ebenfalls auf eine besorgniserregende Zunahme von Entführungen und Fällen des Verschwindenlassens in Tigray hin. Die Meinungs- und Vereinigungsfreiheit muss zu jeder Zeit geschützt und respektiert werden.