Ungarn: Anklage gegen Pride-Organisator fallengelassen

Diese Urgent Action ist beendet.

Im Juni 2026 ließen die ungarischen Behörden alle Anklagen gegen den Menschenrechtler Géza Buzás-Hábel fallen, der die Pride in Pécs 2025 organisiert hatte. Weil er die friedliche Pride-Parade für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Menschen (LGBTI+) ausgerichtet hatte, war er unter restriktiven Gesetzen angeklagt worden, welche die Rechte von LGBTI+ sowie das Recht auf friedliche Versammlung in Ungarn einschränken. Mit Fallenlassen der Anklage ist er nun nicht mehr in Gefahr, vor Gericht gestellt und zu einer Haftstrafe verurteilt zu werden. Dies ist eine äußerst positive Entwicklung für die Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Ungarn.

Géza Buzás-Hábel hält eine Rede. Vor ihm steht ein Mikrofon. Er trägt einen Kapuzenpullover. An einer Mauer hinter ihm hängt ein Protestplakat mit dem Foto von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán.

Géza Buzás-Hábel, der Organisator der Pride Parade in der ungarischen Stadt Pécs, hält bei der Parade eine Rede (4. Oktober 2025).

Vielen Dank allen, die sich an dieser Urgent Action beteiligt haben!

Sachlage

Im Juni 2026 ließen die ungarischen Behörden alle Anklagen gegen Géza Buzás-Hábel fallen und beendeten damit das gegen ihn laufende Strafverfahren. Zuvor hatten sich rund um den Globus zahlreiche Menschen für ihn eingesetzt und mit mehr als 88.000 Aktionen ihre Unterstützung ausgedrückt. Géza Buzás-Hábel droht nun keine Haftstrafe oder sonstige Bestrafung mehr im Zusammenhang mit dem Organisieren der Pécs Pride 2025.

Géza Buzás-Hábel ist Roma und schwul. Er arbeitet als Lehrer und Menschenrechtsverteidiger und stammt aus Pécs. Géza Buzás-Hábel organisiert seit langem die Pride in Pécs, die einzige Pride-Veranstaltung des Landes außerhalb von Budapest. Er sorgt dafür, dass sie inklusiv, friedlich und gemeinschaftsorientiert bleibt.

Ungarn führte 2025 ein neues Gesetz ein, das LGBTI-Versammlungen einschränkte. Als Géza Buzás-Hábel die Behörden über die geplante fünfte Pride-Parade in Pécs in Kenntnis setzte, verbot die Polizei die Veranstaltung. Er legte Rechtsmittel gegen das Verbot ein, die jedoch vom Obersten Gerichtshof zurückgewiesen wurden. Nichtsdestotrotz versammelten sich am 4. Oktober 2025 Tausende friedlich in Pécs. Géza Buzás-Hábel wurde daraufhin wegen des Organisierens der Veranstaltung strafrechtlich verfolgt.

In Ungarn wird das Recht auf friedliche Versammlung derzeit massiv beschnitten und Pride-Märsche werden von den Behörden verstärkt ins Visier genommen, u. a. mittels restriktiver Gesetze zur Einschränkung von LGBTI-Versammlungen.

Géza Buzás-Hábel sagte zu Amnesty International: "Wir dürfen uns nicht von der Angst lähmen lassen und zulassen, dass uns jemand unsere Rechte wegnimmt. Ich möchte allen die Botschaft mitgeben, keine Angst zu haben. Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung für mich und meinen Fall."

Weitere Appelle sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für Géza Buzás-Hábel eingesetzt haben.