Blog Norwegen 07. Januar 2015

Weiter gegen Ungerechtigkeit ankämpfen!

John Jeanette Solstad Remø 

Keine zwei Menschen in der Welt sind gleich. Wir sind alle unterschiedlich und einzigartig. Deshalb sollte es allen möglich sein, das Leben den eigenen Wünschen entsprechend zu leben, solange man anderen Menschen keinen Schaden zufügt. Damit wir dieses Ziel erreichen, müssen wir aufhören, Menschen in verschiedene Gruppen einzuteilen und uns zu verfeinden.

Das klingt vielleicht wie eine Utopie. Trotzdem haben die Menschen bei Amnesty International bewiesen, dass es auch andere Wege gibt. Es ist eine große Herausforderung, aber es gibt keinen anderen Weg, als weiterhin die Ungerechtigkeit zu bekämpfen, wem auch immer sie widerfährt und wo auch immer sie stattfindet.

Es ist wichtig, immer wieder daran zu erinnern, dass nicht das Opfer von Diskriminierung das Problem ist, sondern die Täter und Täterinnen immer die Verantwortung tragen.

Die meisten Länder haben die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterschrieben, die allen Bürgerinnen und Bürgern Schutz vor Diskriminierung bieten soll. Falls es jedoch so ist, dass du ein menschliches Wesen bist, welches zufällig auch ein Transgender ist, dann bist du nur geschützt, wenn du in Dänemark oder Argentinien lebst (Anm. d. Red.: In Dänemark wurde im Juni 2014 ein Gesetz verabschiedet, das es Transgender-Personen ermöglicht, offizielle Dokumente zu erlangen, die ihre Gender-Identität widerspiegeln. Um diese Dokumente zu erhalten, müssen sie sich weder eine psychische Störung bescheinigen lassen noch Operationen unterziehen, die zur irreversiblen Sterilisation führen. Argentinien ist der einzige andere Staat, in dem ein ähnliches Modell existiert).

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Die Norwegerin John Jeanette Solstad Remø ist eine Frau, die ihr wahres Geschlecht lange verbergen musste. Heute setzt sie sich offen für die Rechte von Transgender ein.

In vielen Ländern wird dir keine rechtliche Anerkennung in Übereinstimmung mit deiner Geschlechtsidentität gewährt, es sei denn, es liegt ein psychiatrisches Gutachten vor und du unterziehst dich einer Hormontherapie und einem chirurgischem Eingriff. In manchen Ländern wirst du kriminalisiert und für dein ganzes Leben ins Gefängnis gesteckt und sogar zum Tode verurteilt, nur weil du du selbst bist.

Manche Länder haben einen langen Weg zu gehen, wenn es darum geht, die Menschenrechte zu erfüllen. Ich bin mir sicher, es wird im kommenden Jahr einiges mehr an Unrecht geben. 

Meine Hoffnung für 2015 ist, dass die politischen Führungskräfte der westlichen Demokratien eine ähnliche Gesetzgebung wie Argentinien oder Dänemark einführen. Das wäre eine klare Botschaft an den Rest der Welt.

Von John Jeanette Solstad Remø, Transgender-Aktivistin in Norwegen

Aktiv werden: "Brief gegen das Vergessen" für John Jeanette

Mehr über John Jeanette erfahrt ihr im Artikel aus dem Amnesty Journal

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