China: Aktivist wegen Foto des Dalai Lama in Haft

Das Foto zeigt Zhang Yi vor einem Gebäude stehen. Er blickt in die Kamera und hat seine rechte Hand auf einer Art Wanderstock gestützt.

Der chinesische Aktivist Zhang Yi wurde am 1. Juli in Lhasa in Tibet festgenommen. Er soll kurz zuvor auf seinem Handy ein Foto des Dalai Lama gezeigt haben. Die Behörden werfen ihm deshalb vor, die Staatsmacht umstürzen zu wollen. Dabei ist das Zeigen eines Fotos eines religiösen Oberhaupts keine Gefahr für die nationale Sicherheit. Es scheint, dass Zhang Yi nur deshalb in Haft ist, weil er friedlich von seinen Menschenrechten Gebrauch gemacht hat.

Setzt euch für Zhang Yi ein!

Bereits bei "Mein Amnesty" registriert? Dann bitte hier anmelden.
Meine Profildaten (Vorname, erster Buchstabe des Nachnamens) dürfen bei Aktionsteilnahme angezeigt werden.

Ja, ich will mich für die Menschenrechte einsetzen und stimme zu, dass die Initialen meines Vornamens und Nachnamens bei Aktionsteilnahme an den Adressaten übermittelt und diesem angezeigt werden. Ich bin mir bewusst, dass in Drittstaaten oft kein mit dem europäischen Datenschutz vergleichbarer Schutz meiner personenbezogenen Daten gegeben ist und dass mit der Offenlegung ggf. Rückschlüsse auf meine politische Meinung möglich sind. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen, jedoch nur mit Wirkung für die Zukunft. Weitere Hinweise in unseren Datenschutzhinweisen.

Hinweis: Vielen Dank für deine Unterstützung. Deine Kontaktdaten (E-Mail-Adresse, Anschrift und optional Telefonnummer) verwenden wir auch, um dir aktuelle Informationen über Menschenrechte und unsere Arbeit sowie die unserer Netzwerkpartner zuzuschicken, Veranstaltungen anzukündigen und zur Teilnahme an Aktionen, Petitionen oder zu Spenden aufzurufen. Du kannst dich jederzeit kostenlos und einfach von unseren Newslettern abmelden. Klicke dazu einfach auf den Abmeldelink in den Nachrichten (E-Mail oder WhatsApp), oder schreibe uns an info@amnesty.de. Mehr Informationen findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

Dein Appell

In welcher Sprache möchtet du den Brief verschicken? Bitte auswählen

Sehr geehrter Wang Junzheng, 

am 1. Juli wurde der chinesiche Aktivist Zhang Yi in Lhasa in Tibet festgenommen. Kurz zuvor soll er auf seinem Handy ein Foto des Dalai Lama gezeigt haben. Von den Behörden wird ihm vorgeworfen, die Staatsmacht umstürzen zu wollen. Durch das Zeigen eines Fotos eines religiösen Oberhaupts besteht jedoch keine Gefahr für die staatliche Sicherheit. Zudem darf er keinen Besuch von Familie und Anwält*innen erhalten. Es besteht große Sorge, ob es Zhang Yi gut geht und ob seine Rechte auf ein ordnungsgemäßes Gerichtserfahren geachtet werden. Es gibt auch große Bedenken, ob er in Haft sicher ist und medizinisch gut versorgt wird.

Ich bitte Sie, dass Zhang Yi sofort und ohne Bedingungen freigelassen wird und alle Anklagen gegen ihn fallengelassen werden. Stellen Sie sicher, dass er bis zu seiner Freilassung regelmäßigen und uneingeschränkten Zugang zu seiner Familie und einem*r Anwält*in seiner Wahl erhält, und dass er nicht gefoltert oder anderweitig misshandelt wird. Bitte beenden Sie die Anwendung von Gesetzen, Richtlinien und Verwaltungsmaßnahmen, einschließlich des Gesetzes zur ethnischen Einheit und des Fortschritts, die die friedliche Ausübung der Menschenrechte einschränken und kulturelle, religiöse und bürgerliche Meinungsäußerungen unterdrücken.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Secretary Wang, 

I am writing to express my grave concern about the detention of Zhang Yi (张毅), a Chinese human rights defender who was detained in Lhasa, Tibet, on 1 July 2026 and formally arrested on 28 July 2026 on suspicion of "inciting separatism" (煽动分裂国家罪). Zhang Yi reportedly suffered torture and other ill-treatment during a previous period of detention, resulting in hearing loss and leaving him with a disability. Given his past experience of torture and his disability, I am deeply concerned about his wellbeing and safety in detention. 

As you may be aware from media reports, Zhang Yi was visiting Sera Monastery in Lhasa with his younger brother when he showed a photograph of the Dalai Lama on his mobile phone to a Tibetan worshipper. Shortly afterwards, he was detained by police. The authorities have not publicly disclosed the factual basis for the accusation against him. 

According to reliable information, on 17 August 2026, a lawyer sought information from the authorities about the possibility of meeting Zhang Yi. The authorities reportedly declined to arrange a meeting and indicated that the case would soon be transferred to the procuratorate for review and prosecution. To date, no lawyer or family member has been granted access to Zhang Yi, raising concerns about his wellbeing and his right to due process and a fair trial. 

I find it distressing that Zhang Yi appears to have been arrested solely for exercising his human rights. Showing a photograph of a religious leader cannot reasonably be assessed as a threat to national security and therefore should not be treated as such. Finally, given Zhang’s previous allegations of torture and the long-term effects on his health, I am extremely worried about his safety, well-being, and access to adequate health care while in detention.  

This case also reinforces concerns raised by Amnesty International regarding the Ethnic Unity and Progress Law which entered into force on 1 July and whose broad provisions risk further restricting human rights, including the rights to freedom of religion and belief and freedom of expression. 

I therefore call on you to:  

  • Release Zhang Yi immediately and unconditionally and drop all charges against him;  
  • Pending his release, ensure that Zhang Yi has regular, unrestricted access to lawyers of his choice and his family, as well as access to adequate health care, and that he is not subject to torture or other ill-treatment;  
  • End the use of laws, policies and administrative measures, including the Ethnic Unity and Progress Law, to restrict the peaceful exercise of human rights and to suppress cultural, religious and civic expression. 

Yours sincerely,

Du möchtest dein Schreiben lieber per Brief, Fax oder mit deinem eigenen E-Mail-Programm versenden?

Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Du hast Probleme beim Ausdrucken des Briefes? Dann klicke bitte hier.

Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.

Bitte abschicken bis: 28.02.2027

Appell an

Secretary Wang Junzheng
Party Secretary of the Tibet Autonomous Region
No. 1 Kang'ang East Road, Chengguan District
Lhasa
Tibet Autonomous Region 850000
CHINA

Sende eine Kopie an

Botschaft der Volksrepublik China 
S. E. Herrn Hongbo Deng
Märkisches Ufer 54
10179 Berlin
Fax: 030-27 58 82 21
E-Mail: presse.botschaftchina@gmail.com oder de@mofcom.gov.cn

Amnesty fordert:

  • Setzen Sie sich bitte dafür ein, dass Zhang Yi sofort und ohne Bedingungen freigelassen wird und alle Anklagen gegen ihn fallengelassen werden.
  • Stellen Sie sicher, dass er bis zu seiner Freilassung regelmäßigen und uneingeschränkten Zugang zu seiner Familie und einem*r Anwält*in seiner Wahl erhält, und dass er nicht gefoltert oder anderweitig misshandelt wird.
  • Bitte beenden Sie die Anwendung von Gesetzen, Richtlinien und Verwaltungsmaßnahmen, einschließlich des Gesetzes zur ethnischen Einheit und des Fortschritts, die die friedliche Ausübung der Menschenrechte einschränken und kulturelle, religiöse und bürgerliche Meinungsäußerungen unterdrücken.

Sachlage

Zhang Yi war schon früher inhaftiert, weil er sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzte. Er wurde im Gefängnis gefoltert und kann seitdem auf einem Ohr nicht mehr und auf dem zweiten nur schlecht hören. Eine Anwältin hat am 17. August 2026 bei den Behörden angefragt, ob ein Treffen mit Zhang Yi möglich ist. Die Behörden lehnten dies ab und wiesen darauf hin, dass der Fall in Kürze zur Prüfung und Strafverfolgung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet wird. Bislang durften weder Anwält*innen noch Familienangehörige Zhang Yi besuchen. Es besteht große Sorge, ob es Zhang Yi gut geht und ob seine Rechte auf ein ordnungsgemäßes Gerichtserfahren geachtet werden. Es gibt auch große Bedenken, ob er in Haft sicher ist und medizinisch gut versorgt wird.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Zhang Yi (张毅) ist ein chinesischer Demokratieaktivist und Menschenrechtsverteidiger aus Wuhan in der Provinz Hubei. Er engagierte sich 1989 politisch in der Demokratiebewegung auf dem Tiananmen-Platz und wurde anschließend wegen seiner Beteiligung daran für zwei Jahre inhaftiert. Während dieser Haft soll er Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt gewesen sein, was zu einem vollständigen Hörverlust auf einem Ohr und einem teilweisen Hörverlust auf dem anderen Ohr führte. Trotz anhaltender gesundheitlicher Probleme hat er sich weiterhin für Menschenrechts- und Demokratiebelange eingesetzt.

Am 1. Juli 2026 besuchte Zhang Yi zusammen mit seinem jüngeren Bruder das Sera-Kloster in Lhasa. Nachdem es ihm nicht gelungen war, sich verbal mit einem tibetischen Gläubigen zu verständigen, von dem er sich eine Gebetsmatte ausleihen wollte, zeigte er dem Mann ein Foto des Dalai Lama auf seinem Handy. Nach Informationen, die Amnesty International vorliegen, scheinen Beamt*innen in Zivil die Situation beobachtet zu haben, und Zhang Yi wurde kurz darauf festgenommen. Seit dem 28. Juli steht er offiziell unter dem Verdacht der "Anstiftung zum Umsturz der Staatsmacht" (煽动分裂国家罪). Die Behörden haben die Grundlage für den Vorwurf nicht öffentlich bekannt gegeben.

Zhang Yi wurde am selben Tag festgenommen, an dem am 1. Juli 2026 das chinesische Gesetz zur ethnischen Einheit in Kraft trat. Das Gesetz enthält weit gefasste und vage formulierte Bestimmungen, die die Förderung der "ethnischen Einheit" und einer gemeinsamen nationalen Identität vorschreiben und damit zusätzliche rechtliche Grundlagen für die Einschränkung der friedlichen Ausübung von Menschenrechten schaffen, darunter das Recht auf freie Meinungsäußerung, das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit sowie kulturelle Rechte. Amnesty International hat davor gewarnt, dass das Gesetz Maßnahmen weiter verfestigen könnte, die der Assimilation ethnischer Minderheiten im Land dienen.

Amnesty International hat wiederholt dokumentiert, dass die chinesischen Behörden den Straftatbestand der "Anstiftung zum Separatismus" missbrauchen, um gegen Tibeter*innen und andere vorzugehen, die ihre Menschenrechte friedlich wahrnehmen. In früheren Fällen ging es um Personen, die sich für den Unterricht der tibetischen Sprache einsetzten, ihre Ansichten zur tibetischen Kultur und Religion äußerten oder Informationen über den Dalai Lama verbreiteten. Vor diesem Hintergrund gibt die Strafverfolgung von Zhang Yi Anlass zu ernsthaften Bedenken, dass er allein deshalb ins Visier genommen wird, weil er seine Menschenrechte friedlich wahrnimmt. Die Inhaftierung von Zhang Yi verstärkt die Bedenken hinsichtlich des Gesetzes zur ethnischen Einheit und des Fortschritts.

Weitere Informationen

Länder

Themen