Amnesty Report Kambodscha 03. Mai 2010

Das Schweigen brechen

Sexuelle Gewalt in Kambodscha

Einführung und Zusammenfassung aus dem englischsprachigen Bericht
Cambodia: Breaking the silence: Sexual violence in Cambodia

Eine wachsende Zahl von Berichten über Vergewaltigungen, auch von sehr jungen Mädchen, und Vergewaltigungen durch Gruppen, füllen kambodschanische Zeitungen. Die meisten Polizisten, Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Beamte, die sich mit dem Thema befassen, sind sich einig, dass die Zahl der Vergewaltigungen steigt. Der akute Mangel an geeigneten Einrichtungen für die Opfer von Vergewaltigungen spiegelt die gesellschaftliche Einstellung gegenüber Vergewaltigungen und sexueller Gewalt wider.

Kambodschas neues Strafgesetzbuch wird Ende 2010 in Kraft treten. Amnesty International fordert die kambodschanische Regierung auf, bei dieser Gelegenheit die unzureichende Strafverfolgung in Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt aufzugreifen. Die Regierung hat Pläne und Strategien zur Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Diskriminierung, mit einem klaren Fokus auf Menschenhandel und häusliche Gewalt. Sie muss Vergewaltigungen und andere sexuelle Gewalt in diese Bemühungen einbeziehen, und den politischen Willen haben, dieses Problem anzugehen. Die unzureichende öffentliche Verurteilung von Vergewaltigungen seitens der Regierung zeigt den Mangel an sozialen Sanktionen. Die fehlende Hilfe - und politische Diskussionen - können als implizite Duldung sexueller Gewalt durch die Regierung und große Teile der Gesellschaft interpretiert werden. Der begrenzte Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und sozialen Einrichtungen ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Behörden die schweren Traumata, die die Opfer erfahren, nicht anerkennen. [...]

Der komplette Bericht zum Download als PDF als weiteres Dokument.

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Kambodscha Bericht

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