Aktuell Kanada 01. Dezember 2016

Kein Frieden am Peace River

Kein Frieden am Peace River

PProtestaktion im kanadischen Peace River Valley während des Amnesty-Briefmarathons 2016

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In Kanada bedroht ein Staudammprojekt das Leben indigener Gemeinden. Obwohl ihre Rechte durch die Verfassung geschützt sind, hat der Bau bereits begonnen.

Von Hanna Pütz

Helen Knott hat Angst. "Das hier ist mein Zuhause, hier will ich meine Kinder und Enkel großziehen. Was wird uns bleiben?", fragt die Sozialarbeiterin. Die indigene Gruppe, zu der Knott gehört, lebt seit Generationen im kanadischen Peace River Valley, einem einzigartigen Ökosystem im Westen des Landes.

Sie und andere indigene Gemeinden ("First Nations"), jagen und fischen dort, sammeln Kräuter und gehen alten Traditionen nach. Von industriellen Großprojekten sind sie bisher verschont geblieben. Doch das ändert sich jetzt.

Der Peace River fließt durch die kanadische Provinz British Columbia. Genau dort wird eines der größten Wasserkraftwerke des Landes gebaut. Für das Projekt "Site C" soll auf einer Länge von mehr als 80 Flusskilometern ein riesiger Stausee entstehen.

Ohne elektrisches Licht und Kühlschrank könne sie leben, sagt Lillian Gauthier von der First Nation Dane-Zaa. Doch sie wäre "verloren", wenn ihre Familie keine Elche mehr jagen könnte: "Davon leben wir, solange ich denken kann", sagt sie.

Die Rechte der indigenen Bevölkerung Kanadas auf ihr traditionell angestammtes Land sind durch die Verfassung und einen historischen Vertrag zwischen den "First Nations" und dem Staat geschützt. Helen Knotts Ururgroßvater hatte das Abkommen einst für sein Volk unterzeichnet. Mehr als 100 Jahre ist das her. Der Vertrag gilt bis heute.

Um das Vorhaben zu stoppen, sind die indigenen Gemeinden aus dem Peace River Valley vor Gericht gezogen. Sie hoffen, dass es noch nicht zu spät ist, den Kurs zu ändern und den bereits entstandenen Schaden zu beheben. Doch obwohl das Urteil noch aussteht, haben die Bauarbeiten bereits begonnen.

Im geplanten Überflutungsbereich liegen Hunderte heilige Orte der "First Nations". Für Helen Knott wäre mit dem Staudamm nicht nur das Land verloren, sagt sie: "Alle Erzählungen meiner Großmutter sind mit dem Land verknüpft. Wir müssen auf unserem Land sein, um die Erinnerung teilen zu können."

Werden Sie aktiv: Beteiligen Sie sich am Amnesty-Briefmarathon und fordern Sie, dass die Genehmigung des Staudammprojekts "Site C" rückgängig gemacht wird!

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