Aktuell Sri Lanka 29. September 2009

Sri Lanka: Zusammenstösse zwischen Armee und Häftlingen

29. September 2009 - Nach dem Ende des Bürgerkriegs im Nordosten Sri Lankas wurden fast 300.000 Menschen zu Binnenflüchtlingen. Seit Monaten werden sie in Lagern festgehalten. Seit August fordert Amnesty International mit der Online-Aktion "Öffnen Sie die Flüchtlingslager" von der srilankischen Regierung, den Vertriebenen in den Flüchtlingslagern die volle Bewegungsfreiheit zu gewähren.

Unruhen zwischen Gefangenen und Soldaten

Neben den offiziellen Lagern gibt es auch irreguläre Lager, in denen mehr als 10.000 Personen inhaftiert sind. Sie werden verdächtigt, Mitglieder der bewaffneten Oppositionsgruppe LTTE (Tamil Tigers) zu sein. Am 24. September wurde nach Angaben von Amnesty International der Häftling Sri Chandramorgan schwer verletzt, als er versuchte aus einer Schule zu fliehen, in der er festgehalten wurde. Die Schule dient als inoffizielles Haftzentrum für ehemalige LTTE – Kämpfer. Als das Gerücht aufkam, dass Sri Chandramorgan bei seinem Fluchtversuch getötet worden sei, kam es zu Unruhen im Lager, die zu Zusammenstößen der Häftlinge mit den srilankischen Sicherheitskräften führten.

Häftlinge ohne Kontakt zur Außenwelt

Viele der Häftlinge werden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Sie haben keine Möglichkeit mit Familienmitgliedern oder Rechtsanwälten Kontakt aufzunehmen. Die Inhaftierung von Verdächtigen ohne Kontakt zur Außenwelt in irregulären Haftanstalten hat eine lange Tradition in Sri Lanka. In den Lagern besteht die große Gefahr schwerer Menschenrechtsverletzungen, darunter Folter, Verschwindenlassen und extralegale Hinrichtungen.

Amnesty fordert unabhängigen Überprüfungsprozess

Die Tamil Tigers sind für viele schwere Menschenrechtsverletzungen während des Bürgerkrieges verantwortlich. Dennoch haben auch ehemalige LTTE-Kämpfer und Personen, die verdächtigt werden, Verbindungen zur LTTE zu haben, das Recht auf menschenwürdige Haftbedingungen und einen fairen Prozess.

Amnesty International fordert von der Regierung Vorkehrungen zu treffen, die einen unabhängigen Überprüfungsprozess ermöglichen. Verdächtige dürfen nur in offiziell anerkannten Haftanstalten festgehalten werden, sie müssen vor Folterungen und Misshandlungen geschützt werden und Zugang zu einem Rechtsbeistand, zu ihren Familienangehörigen und zu medizinischer Versorgung erhalten.

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