Aktuell Indien 19. Oktober 2009

Bhopal: Keine Gerechtigkeit für die Opfer

Es ist kurz vor Mitternacht am 2. Dezember 1984, als das Unglück geschieht: Tausende Tonnen tödlicher Chemikalien entweichen der Pestizidfabrik der Firma Union Carbide in Bhopal, Zentralindien. Unmittelbar nach dem Unglück sterben bis zu 10.000 Menschen, weitere 15.000 erliegen in den Folgejahren ihren Verletzungen. Noch immer leiden Hunderttausende Anwohner unter Gesundheitsproblemen.

Bis heute wurde nicht vollständig aufgeklärt, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Das Firmengelände ist noch immer verseucht. Keines der Opfer erhielt eine angemessene Entschädigung. Viele Anwohner Bhopals können aufgrund von Gesundheitsproblemen nicht arbeiten und geraten dadurch noch tiefer in Armut. Union Carbide, heute Tochterunternehmen der amerikanischen Dow Chemical Company, weigert sich, Verantwortung für das Unglück zu übernehmen.

Amnesty International fordert, dass die Opfer Wiedergutmachung erhalten, das Firmengelände gereinigt wird und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden! Außerdem muss die indische Regierung die Rechte der Geschädigten schützen und ihnen ermöglichen, Gerechtigkeit zu erfahren.

Amnesty sowie das Bhopal Medical Appeal (Großbritannien) unterstützen die "International Campaign for Justice in Bhopal". Mit einer Bustour durch Europa wollen Betroffene auf ihren Kampf für Gerechtigkeit aufmerksam machen. Die Stationen des Infobuses erfahren Sie hier.

Mehr dazu