Morddrohungen

Ingrid Vergara

Ingrid Vergara

Mitglieder der Nationalen Bewegung für Opfer von staatlichen Verbrechen (Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado - MOVICE) sowie Mitglieder anderer Menschenrechtsorganisationen in Nordkolumbien erhielten Morddrohungen per E-Mail von Paramilitärs.

Appell an

STAATSPRÄSIDENT
Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño,
Carrera 8. No. 7-26
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

LEITER DES SCHUTZPROGRAMMS DES INNENMISTERIUMS
Sr. Andrés Villamizar
Unidad Nacional de Protección
Carrera 9a. No 14-10
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Director Villamizar /
Estimado Sr. Director General Villamizar / Sehr geehrter Herr Villamizar)
E-Mail: andres.villamizar@mininterior.gov.co

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
MOVICE
Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado
Calle 38 No 28 A 30
Barrio Bogotá
Sincelejo
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 28. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Besorgnis um die Sicherheit von MOVICE-Mitgliedern in den Departamentos Sucre und Atlántico ausdrücken, einschließlich Ingrid Vergara, Juan David Diaz, Adolfo Verbel, Verónica Montaño, Adil Melendres, Jorge Velásquez, Malena Martínez und Candelaria Barrios sowie Iván Cepeada und anderen Mitgliedern der genannten nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisationen in Barranquilla. Bitte ergreifen Sie in enger Absprache mit den Betroffenen wirksame Schutzmaßnahmen.

  • Leiten Sie umgehend eine vollständige und unparteiische Untersuchung dieser Morddrohung sowie vorhergehender Drohungen ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich erinnere Sie an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998, nach der sicherzustellen ist, dass MenschrechtlerInnen ihre Tätigkeit ohne Angst ausüben können.

  • Ich fordere Sie höflich auf, unverzüglich gegen paramilitärische Gruppierungen vorzugehen und diese aufzulösen, gemäß den von der kolumbianischen Regierung eingegangenen Verpflichtungen sowie den Empfehlungen der UN und anderer internationaler Organisationen.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Express concern for the safety of members of MOVICE –Sucre and Atlántico branches including those named above as well as Iván Cepeda and the other human rights NGOs named above in Barranquilla and urge the authorities to guarantee their safety in strict accordance with their wishes.

  • Call on the authorities to order a full and impartial investigation into these death threats and previous threats, publish the results and bring those responsible to justice.

  • Remind them to fulfil their obligations regarding the situation of human rights defenders, as laid out in the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders.

  • Urge the authorities to take immediate action to dismantle paramilitary groups, in line with stated government commitments and recommendations made by the UN and other intergovernmental organizations.

Sachlage

Am 9. Dezember erhielten die MOVICE-Mitglieder in Sucre eine E-Mail mit Morddrohungen, die von der paramilitärischen Gruppe "Schwarze Adler" unterzeichnet wurde. Darin stand: "Es scheint, als sei der Tod eurer Kameraden Rogelio Martinez, Eder Verbel und die Festnahme von Carmelo Agámez nicht genug...ihr Mitglieder von MOVICE seid Ratten, die ausgerottet werden müssen...wir werden eure führenden Mitglieder in Sucre...Ingrid Vergara und Juan David Diaz, gefolgt von Adolfo Verbel, Verónica Montaño, Adil Melenders, Jorge Velásquez, Malena Martínez, Candelaria Barrios töten". Iván Cepeda, ein ehemaliger MOVICE-Anhänger und jetziges Mitglied des Kolumbianischen Kongresses, wird ebenfalls erwähnt.

Am selben Tag wurde eine Morddrohung von der paramilitätischen Gruppe, die sich selbst als "Grupo para una barranquilla limpia de guerrilleros" (Gruppe für ein Guerrilla-freies Barranquilla) bezeichnet, an MOVICE und andere nichtstaatliche Menschenrechtsorganisationen in Barranquilla im Departamento Altlántico geschickt. Die Morddrohung enthielt Namen von MenschenrechtlerInnen, die für folgende Organisationen arbeiten: MOVICE in Atlántico, Fundación Infancia Feliz (Stiftung Glückliche Kindheit), Fundación Comité de Solidaridad con Presos Políticos - seccional Altlántico (Solidaritätskomitee für Politische Gefangene, Departamento Atlántico), Asociación de Familias Unidas por Un Sólo Dolor (Bund von Familien Vereint durch Einen Schmerz) und Comité Permanente por la Defensa de los Derchos Humanos seccional Altlántico (Permanentes Menschenrechtskomitee, Departamento Atlántico).

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Besorgnis um die Sicherheit von MOVICE-Mitgliedern in den Departamentos Sucre und Atlántico ausdrücken, einschließlich Ingrid Vergara, Juan David Diaz, Adolfo Verbel, Verónica Montaño, Adil Melendres, Jorge Velásquez, Malena Martínez und Candelaria Barrios sowie Iván Cepeada und anderen Mitgliedern der genannten nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisationen in Barranquilla. Bitte ergreifen Sie in enger Absprache mit den Betroffenen wirksame Schutzmaßnahmen.

  • Leiten Sie umgehend eine vollständige und unparteiische Untersuchung dieser Morddrohung sowie vorhergehender Drohungen ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich erinnere Sie an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998, nach der sicherzustellen ist, dass MenschrechtlerInnen ihre Tätigkeit ohne Angst ausüben können.

  • Ich fordere Sie höflich auf, unverzüglich gegen paramilitärische Gruppierungen vorzugehen und diese aufzulösen, gemäß den von der kolumbianischen Regierung eingegangenen Verpflichtungen sowie den Empfehlungen der UN und anderer internationaler Organisationen.

[APPELLE AN]

STAATSPRÄSIDENT
Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño,
Carrera 8. No. 7-26
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

LEITER DES SCHUTZPROGRAMMS DES INNENMISTERIUMS
Sr. Andrés Villamizar
Unidad Nacional de Protección
Carrera 9a. No 14-10
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Director Villamizar /
Estimado Sr. Director General Villamizar / Sehr geehrter Herr Villamizar)
E-Mail: andres.villamizar@mininterior.gov.co

KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION
MOVICE
Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado
Calle 38 No 28 A 30
Barrio Bogotá
Sincelejo
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 28. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

MOVICE ist ein Zusammenschluss von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen und setzt sich für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Kolumbiens lang anhaltendem bewaffneten Konflikt ein. Die Mitglieder von MOVICE haben bereits viele Fälle von Tötungen und Verschwindenlassen in ganz Kolumbien dokumentiert und aufgedeckt, die auf das Konto von Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen gingen.

MenschenrechtsverteidigerInnen, die sich dafür einsetzen, dass Grundbesitz zurückgegeben wird, der während des Konflikts hauptsächlich von paramilitärischen Gruppen, zum Teil in geheimer Absprache mit dem Militär, rechtswidrig vereinnahmt wurde, sind in den vergangenen Jahren wiederholt bedroht und getötet worden. Die meisten solcher Anschläge werden paramilitärischen Gruppen zugeschrieben. Die Drohungen gegen die Mitglieder von MOVICE in Sucre begannen weniger als zwei Wochen nach dem Gerichtsurteil zugunsten der Kleinbauern von "La Alemania". Die Bauern hatten sich in Zusammenarbeit mit MOVICE für die Rückgabe ihres Grundbesitzes, von dem sie durch Paramilitärs vertrieben worden waren, eingesetzt. Die Entscheidung des Gerichts stellt einen wichtigen Schritt im Hinblick auf die Rückforderung von Grundstücken dar. Die Morddrohungen scheinen im Zusammenhang mit dem Gerichtsurteil zu stehen und sollen MOVICE zeigen, dass sie mit dem Urteil keinen Sieg errungen haben.

Allerdings nehmen auch Guerillagruppen MenschenrechtsverteidigerInnen und andere sozial engagierte AktivistInnen ins Visier, wenn sie durch sie ihre Interessen bedroht sehen.

Die paramilitärischen Gruppierungen in Kolumbien sind angeblich im Rahmen des von der Regierung finanzierten Demobilisierungsprozesses, der im Jahr 2003 begann, aufgelöst worden. Diese Gruppen operieren aber nach wie vor und begehen weiterhin schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen an MenschenrechtsverteidigerInnen und anderen Zivilpersonen. Manchmal geschieht dies sogar in geheimer Absprache mit den Sicherheitskräften oder mit deren Einverständnis.

Während des lang anhaltenden bewaffneten Konflikts in Kolumbien sind Menschenrechtsorganisationen und GemeindesprecherInnen von Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen wiederholt als Kollaborateure oder Unterstützer der Guerilla bezeichnet und bedroht, entführt oder getötet worden. Auch Guerillagruppierungen haben MenschenrechtsverteidigerInnen und GewerkschafterInnen bedroht und getötet, weil sie sie verdächtigten, mit dem Feind zu kooperieren.