Unmittelbar drohende Hinrichtung
Ergebnis dieser Urgent Action
Die beiden in Belarus zum Tode verurteilten Männer Dzmitry Kanavalau und Uladzslau Kavalyou könnten bereits in den nächsten Tagen hingerichtet werden. Der Präsident hat das Gnadengesuch der beiden Männer abgelehnt.
Der letzte Henker in Europa - Aktion zum internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe 2011
© Amnesty
Die beiden in Belarus zum Tode verurteilten Männer Dzmitry Kanavalau und Uladzslau Kavalyou könnten bereits in den nächsten Tagen hingerichtet werden. Der Präsident hat das Gnadengesuch der beiden Männer abgelehnt.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT
Alyaksandr Lukashenka
ul. Karla Marxa, 38
220016 Minsk
BELARUS
(korrekte Anrede: Dear President Lukashenka / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 375) 17 226 06 10 oder
(00 375) 17 222 38 72
E-Mail: contact@president.gov.by
GENERALSTAATSANWALT
Alyaksandr Koniuk
Internatsionalnaya str. 22
220050 Minsk, BELARUS
(korrekte Anrede: Dear General Prosecutor / Sehr geehrter Herr Staatsanwalt)
Fax: (00 375) 17 226 42 52 (Sollte jemand abnehmen, sagen Sie bitte laut und deutlich "Fax")
E-Mail: info@prokuratura.gov.by
Im Falle, dass die Faxnummern zeitweise nicht verfügbar stehen, senden Sie bitte eine E-Mail.
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER REPUBLIK BELARUS
S. E. Herrn Andrei Giro
Am Treptower Park 32, 12435 Berlin
Fax: 030-5363 5923
E-Mail: berlin@belembassy.org oder
info@belarus-botschaft.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Belarussisch, Russisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. April 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich bitte Sie eindringlich, Dzmitry Kanavalau und Uladzslau Kavalyou nicht hinzurichten.
-
Ich fordere Sie zudem auf, Uladzslau Kavalyou sofortigen Zugang zu seinem Rechtsbeistand zu gewähren und seinen Aufenthaltsort bekannt zu geben.
- Bitte erlassen Sie unverzüglich ein Hinrichtungsmoratorium in Übereinstimmung mit der Resolution 63/168 der UN-Generalversammlung, die am 18. Dezember 2008 verabschiedet wurde.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Calling on President Lukashenka to stop the executions of Dzmitry Kanavalau and Uladzslau Kavalyou.
-
Calling on the Belarusian authorities to immediately allow Uladzslau Kavalyou access to his lawyer and to reveal his location.
- Calling on President Lukashenka to establish an immediate moratorium on the use of the death penalty, in line with UN General Assembly resolution 63/168, adopted on 18 December 2008.
Sachlage
Dzmitry Kanavalau und Uladzslau Kavalyou waren nach einem Verfahren, dass den internationalen Standards für faire Verfahren nicht entsprochen hatte, am 30. November 2011 zum Tode verurteilt worden. Beide Urteile ergingen durch den Obersten Gerichtshof von Belarus. Die einzige Möglichkeit für die Familien der beiden Männer weitere Rechtsmittel einzulegen, war, ein Gnadengesuch beim Präsidenten einzureichen. Am 14. März gab ein lokaler TV Sender bekannt, dass Staatspräsident Lukashenko entschieden hat, dass Gnadengesuch von Dzmitry Kanavalau und Uladzslau Kavalyou abzulehnen.
Dzmitry Kanavalau wurde schuldig gesprochen, terroristische Anschläge begangen und Sprengstoffe hergestellt zu haben, die mit einer Reihe von Bombenanschlägen vom 11. April in Belarus in Verbindung stehen. Der letzte am 11. April diesen Jahres in Minsk. Uladzslau Kavalyou wurde der Beihilfe und Unterlassung der Informationspflicht gegenüber der Regierungsbehörden für schuldig befunden. Uladzslau Kavalyou stritt alle Anklagepunkte ab und reichte ein Gnadengesuch ein. Dzmitry Kanavalau hat die Anklagepunkte nicht abgestritten. Amnesty International wendet sich bedingungslos gegen die Todesstrafe, da sie die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen ist und einen Verstoß gegen das durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte garantierte Recht auf Leben darstellt.
Seit dem 14. März versucht der Rechtsbeistand von Uladzslau Kavalyou Zugang zu seinem Mandanten zu bekommen, der sich im Untersuchungsgefängnis in der Valadarski Straße in Minsk befindet. Am 15. März erklärte man jedoch, Uladzslau Kavalyou würde sich nicht länger dort befinden. In der Vergangenheit wurden Angehörige und Rechtsbeistände immer wieder von den Gefängnisbehörden über die Verlegung von Häftlingen in Kenntnis gesetzt, die in Wirklichkeit hingerichtet worden sind.
In Belarus werden zum Tode verurteilte Häftlingen erst kurz vor der Umsetzung des Urteils über ihre bevorstehenden Hinrichtung informiert. Man schießt ihnen in den Hinterkopf – manchmal reicht dabei eine Kugel nicht aus. Die Leiche wird den Familienangehörigen nicht übergeben. Die Angehörigen werden erst Monate nach der Hinrichtung informiert. Der Ort, an dem die Häftlinge begraben wurden, wird geheimgehalten, was eine noch größere Belastung für die Angehörigen bedeutet.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich bitte Sie eindringlich, Dzmitry Kanavalau und Uladzslau Kavalyou nicht hinzurichten.
-
Ich fordere Sie zudem auf, Uladzslau Kavalyou sofortigen Zugang zu seinem Rechtsbeistand zu gewähren und seinen Aufenthaltsort bekannt zu geben.
- Bitte erlassen Sie unverzüglich ein Hinrichtungsmoratorium in Übereinstimmung mit der Resolution 63/168 der UN-Generalversammlung, die am 18. Dezember 2008 verabschiedet wurde.
[APPELLE AN]
STAATSPRÄSIDENT
Alyaksandr Lukashenka
ul. Karla Marxa, 38
220016 Minsk
BELARUS
(korrekte Anrede: Dear President Lukashenka / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 375) 17 226 06 10 oder
(00 375) 17 222 38 72
E-Mail: contact@president.gov.by
GENERALSTAATSANWALT
Alyaksandr Koniuk
Internatsionalnaya str. 22
220050 Minsk, BELARUS
(korrekte Anrede: Dear General Prosecutor / Sehr geehrter Herr Staatsanwalt)
Fax: (00 375) 17 226 42 52 (Sollte jemand abnehmen, sagen Sie bitte laut und deutlich "Fax")
E-Mail: info@prokuratura.gov.by
Im Falle, dass die Faxnummern zeitweise nicht verfügbar stehen, senden Sie bitte eine E-Mail.
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK BELARUS
S. E. Herrn Andrei Giro
Am Treptower Park 32, 12435 Berlin
Fax: 030-5363 5923
E-Mail: berlin@belembassy.org oder
info@belarus-botschaft.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Belarussisch, Russisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. April 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
The case of Dzmitry Kanavalau and Uladzslau Kavalyou has been very high profile within Belarus, following the shock that filled the country after the explosion in Minsk on 11 April 2011, in which 15 people died and hundreds were injured.
There has been increasing public criticism about the swiftness and nature of the investigation and trial, as both Dzmitry Kanavalau and Uladzslau Kavalyou were detained within hours of the incident and the trial has failed meet international fair trial standards on a number of levels. Uladzslau Kavalyou's mother has said that both men were beaten during interrogation. There is no forensic evidence linking either Dzmitry Kanavalau or Uladzslau Kavalyou to the explosion and no traces of explosives were found on either of them. Experts concluded that it would not have been possible for them to prepare the explosives in the basement in which they are accused of having done so.
In a survey carried out in September by the Lithuanian Independent Institute of socio-political and economic research, only 21.2 per cent of Belarusians believed that the April 2011 explosion in Minsk was carried out by "a lone terrorist and his accomplice", 32.4 per cent believed that the crime was carried out under orders and 36.7 per cent were sure that "the crime was committed by other people."
In an unprecedented show of public scepticism in Belarus, a petition against the anticipated execution Dzmitry Kanavalau and Uladzslau Kavalyou was started in the country. It has already been signed by over 50,000 people. Over 250,000 signatures from all over the world were collected by Amnesty International’s global membership and Belarusian organizations calling for the abolition of the death penalty in Belarus. The petition, which began as a local initiative by Human Rights Centre Viasna became a focus of Amnesty International’s 50th anniversary campaign against the death penalty.
Amnesty International opposes the death penalty in all cases, as the ultimate cruel, inhuman and degrading punishment. Belarus remains the only country in Europe and the former Soviet Union which still carries out executions. The use of the death penalty is compounded by a flawed justice system and the secrecy surrounding its application which means that prisoners and family members are not informed in advance and may not be informed until months after the execution has taken place.
Belarus is the last country in Europe and the former Soviet Union which still carries out executions. Amnesty International condemns the Belarusian authorities’ continuing use of the death penalty. Despite public statements regarding its intention to move towards abolition, the Belarusian government continues to issue death sentences and execute prisoners. Two men were executed in 2010 and at least one man in 2011.
In Belarus, condemned prisoners are given no warning that they are about to be executed, and they are usually executed within minutes of being told that their appeal for clemency has been rejected. They are first taken to a room where, in the presence of the Director of the detention facility, the Prosecutor and one other Ministry of Interior employee, they are told that their appeal for clemency has been turned down and that the sentence will be carried out. They are then taken to a neighbouring room where they are forced to their knees and shot in the back of the head. Their families will only be informed days or sometimes months after the execution that their relative has been executed.