Gefangenem droht Folter

Syrien: Hunderte Protestierende weiter in Haft

Syrien: Hunderte Protestierende weiter in Haft

Ahmed Andora wurde am 28. September von Sicherheitskräften in Damaskus festgenommen. Seit dem 2. Oktober hat er keinen Kontakt mehr zur Außenwelt. Amnesty International befürchtet, dass er dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen ist und gefoltert oder misshandelt werden könnte.

Appell an

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
Al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

INNENMINISTER
Major General Mohamed Ibrahim al-Sha’aar
Ministry of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 113 110 554

Sende eine Kopie an

AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs and Expatriates
Al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
Fax: (00 963) 11 214 625 12 oder (00 963) 11 214 625 13

BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25, 10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de
press@syrianembassy.de
secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 3. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt über Berichte, denen zufolge Ahmed Andora ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird. Die Bedingungen seiner Inhaftierung kommen dem Verschwindenlassen gleich. Bitte teilen Sie mir umgehend seinen Haftort, die Gründe für seine Festnahme und seinen rechtlichen Status mit.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass Ahmed Andora vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt wird, unverzüglich Kontakt zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand eigener Wahl aufnehmen kann und bei Bedarf medizinisch versorgt wird.

  • Ich weise darauf hin, dass Amnesty International Ahmed Andora als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet, sollte er allein wegen seines gewaltfreien Einsatzes für Reformen in Haft gehalten werden. In diesem Fall fordert Amnesty International die sofortige und bedingungslose Freilassung von Ahmed Andora.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Express concern that Ahmed Andora is being held incommunicado in conditions that amount to enforced disappearance and asking for information on his whereabouts, the reason for his arrest and his legal status.

  • Call for him to be protected from torture and other ill-treatment, to be allowed contact with his family and a lawyer of his choice, and to be provided with regular medication and any medical care he requires.

  • Express concern that Ahmed Andora may be detained solely for carrying out peaceful activities in connection with pro-reform protests and noting that, if this is the case, Amnesty International would consider him to be a prisoner of conscience and call for his immediate and unconditional release.

Sachlage

Ahmed Andora hatte sich am 28. September mit zwei Personen in einem Café in Damaskus getroffen. Dort wurde er dann laut Angaben eines Freundes, der mit Amnesty International gesprochen hatte, von Angehörigen der Sicherheitskräfte festgenommen. Nach vorliegenden Informationen durfte Ahmed Andora am 2. Oktober mit seiner Familie telefonieren. Er bestätigte seine Inhaftierung und deutete an, dass er in einer Einrichtung des Politischen Sicherheitsdienstes in Damaskus festgehalten werde. Da seitdem niemand etwas von ihm gehört hat, befürchtet Amnesty International, dass er dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen ist.

Nach vorliegenden Informationen hat sich die Familie von Ahmed Andora immer wieder nach seinem Verbleib erkundigt, sowohl bei den Behörden als auch über inoffizielle Kanäle. Bislang konnten die Angehörigen aber nichts in Erfahrung bringen und fürchten um seine Sicherheit, da nach Angaben freigelassener Gefangener die Sicherheitskräfte im Zuge der fortgesetzten Unruhen weitverbreitet Folter und Misshandlungen einsetzen.

Die Gründe für die Festnahme von Ahmed Andora sind zwar nicht bekannt, aber eine Kontaktperson in Syrien hat VertreterInnen von Amnesty International mitgeteilt, dass er ins Visier der Sicherheitskräfte geraten sein könnte, weil er in Zusammenhang mit den Reformprotesten aktiv war. Wenn diese Aktivitäten friedlich waren, wovon man ausgehen kann, würde Amnesty International Ahmed Andora als gewaltlosen Gefangenen betrachten, der sofort und bedingungslos freigelassen werden muss.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt über Berichte, denen zufolge Ahmed Andora ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird. Die Bedingungen seiner Inhaftierung kommen dem Verschwindenlassen gleich. Bitte teilen Sie mir umgehend seinen Haftort, die Gründe für seine Festnahme und seinen rechtlichen Status mit.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass Ahmed Andora vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt wird, unverzüglich Kontakt zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand eigener Wahl aufnehmen kann und bei Bedarf medizinisch versorgt wird.

  • Ich weise darauf hin, dass Amnesty International Ahmed Andora als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet, sollte er allein wegen seines gewaltfreien Einsatzes für Reformen in Haft gehalten werden. In diesem Fall fordert Amnesty International die sofortige und bedingungslose Freilassung von Ahmed Andora.

[APPELLE AN]

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
Al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

INNENMINISTER
Major General Mohamed Ibrahim al-Sha’aar
Ministry of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 113 110 554

KOPIEN AN
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs and Expatriates
Al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
Fax: (00 963) 11 214 625 12 oder (00 963) 11 214 625 13

BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25, 10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de
press@syrianembassy.de
secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 3. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die Demonstrationen für Reformen in Syrien begannen im Februar 2011 und entwickelten sich Mitte März zu Massenprotesten. Obwohl die Demonstrationen weitgehend friedlich verliefen, reagierten die Behörden in ihrem Bestreben, die Proteste niederzuschlagen, mit großer Brutalität. Amnesty International verfügt über die Namen von mehr als 3200 Menschen, die Berichten zufolge seit Mitte März im Zusammenhang mit den Demonstrationen gestorben sind oder getötet wurden. Vermutlich sind viele von ihnen von den Sicherheitskräften, die mit scharfer Munition gegen die ProtestteilnehmerInnen vorgegangen sind, erschossen worden, während sie an friedlichen Demonstrationen oder der Beisetzung von Opfern früherer Proteste teilnahmen.

Tausende weitere Menschen wurden festgenommen und viele von ihnen ohne Kontakt zur Außenwelt an unbekannten Orten in Haft gehalten, an denen Folter und anderweitige Misshandlungen an der Tagesordnung sein sollen. Mit der Liga der Arabischen Staaten wurde am 30. Oktober 2011 ein Aktionsplan vereinbart, auf dessen Grundlage die syrischen Behörden am 2. November zusicherten, ihre Truppen aus Städten, in denen Demonstrationen stattgefunden hatten, zurückzuziehen, inhaftierte ProtestteilnehmerInnen freizulassen und Gespräche mit oppositionellen Gruppen zu führen. Seitdem sind allerdings weitere ProtestteilnehmerInnen und vermeintliche UnterstützerInnen der Demonstrationen festgenommen worden.

Seit dem 1. April sollen mehr als 150 Menschen unter ungeklärten Umständen in der Haft gestorben sein, darunter auch Kinder. Einige der Leichen wiesen Spuren von Verstümmelungen auf, die den Opfern entweder vor oder nach dem Tod zugefügt worden sind. Die grauenvolle Art der Verstümmelungen dient offenbar dem Ziel, Angst und Schrecken unter den Familien zu verbreiten, denen die Leichen ausgehändigt wurden.

In den vergangenen Wochen mehrten sich Berichte über gewaltsame Todesfälle in den Reihen der Armee und der Sicherheitskräfte. Viele der Opfer sollen bei Zusammenstößen mit der Freien Syrischen Armee gestorben sein, die sich im Juli gegründet hat. Sie setzt sich zum Teil aus desertierten Angehörigen der Streitkräfte und anderen Personen zusammen, die mit der erklärten Absicht zu den Waffen gegriffen haben, ihre Wohnviertel gegen Einsätze der Sicherheitskräfte schützen zu wollen.