Indigenensprecher getötet
Angehörige der indigenen Gemeinschaft Los Chuschagasta
© Atilio Orellana/INFOTO
Cristian Ferreyra, ein Sprecher der indigenen Gemeinschaft Lule Vilela, wurde von zwei Wachmännern getötet. Die Wachmänner arbeiten für den Landbesitzer. Es gab bereits mehrere Drohungen und Einschüchterungen gegenüber den Indigenen, da diese für ihre Landrechte eintreten. Das von den Indigenen besiedelte Land soll abgeholzt werden.
Appell an
GOUVERNEUR DER PROVINZ SANTIAGO DEL ESTERO
Sr. Gerardo Zamora
Governador de Santiago del Estero
Rivadia (N) 551, CP 4200
Santiago del Estero, ARGENTINIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Gobernador / Dear Mr. Governeur / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 54) 385 422 1066
E-Mail: secprivsde@hotmail.com
INNENMINISTER
Cdor. Aníbal Florencio Randazzo
Ministerio del Interior
25 de Mayo 101/145
C1002ABC - Buenos Aires, ARGENTINIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro / Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 54) 11 4346 1584
E-Mail: info@mininterior.gov.ar
Sende eine Kopie an
ORGANISATION
Mocase Villa Campesina
Calle sin numero, Rotonda azul
Quimil, CP 4238,
Santiago del Estero
ARGENTINIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK ARGENTINIEN
S.E. Herrn Victorio María José Taccetti
Kleiststraße 23-26
10787 Berlin
Fax: 030-229 14 00
E-Mail: info@embargent.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 3. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE, FAXE ODER E-MAILS MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich bitte Sie darum, dass Sie in Absprache mit den Familienangehörigen von Cristian Ferreyra und Angehörigen der indigenen Gemeinschaft Lule Vilela in San Antonio geeignete Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen ergreifen.
-
Ich möchte Sie nachdrücklich auffordern, eine umfassende und unparteiische Ermittlung bezüglich der Angriffe auf Cristian Ferreyra und Darío Godoy sowie der Drohungen gegenüber weiteren Angehörigen der Gemeinschaft einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
- Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass die argentinischen Behörden alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen haben, um die Landrechte der indigenen Gemeinschaften in Übereinstimmung mit der UN-Erklärung über die Rechte der indigenen Völker sowie dem Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation unter der Bedingung der gleichberechtigten Teilnahme der Indigenen anzuerkennen und zu schützen.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Demand that Cristian Ferreyra’s relatives and members of the Lule Vilela indigenous community of San Antonio are provided with the protection they need, according to their wishes.
-
Call on them to order a full and impartial investigation into the shooting of Cristian Ferreyra and Darío Godoy as well as the threats against other community members, and bring those responsible to justice.
- Call on them to comply fully with the UN Declaration on the Indigenous Peoples and the International Labour Organisation's Convention 169, to enshrine Indigenous People's rights to their ancestral lands and establish mechanisms whereby these rights can be recognised and exercised with their full participation.
Sachlage
Am 16. November traten Cristian Ferreyra und sein Schwager Darío Godoy einem Mann gegenüber, der gerade einen Teil des indigenen Grundstücks abzäunte. Später kehrten sie in das Haus von Cristian Ferreyra zurück, das in San Antonio in der Provinz Santiago del Estero liegt. Zwei bewaffnete Männer näherten sich dem Haus und forderten die beiden auf, aus dem Haus zu kommen. Als die beiden Angehörigen der indigenen Gemeinschaft das Haus verließen, schoss einer der Männer auf Cristian Ferreyra. Auf dem Weg ins Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen. Seinem Schwager Darío Godoy wurde in die Beine geschossen. Er befindet sich derzeit noch im Krankenhaus. Angehörige der Gemeinschaft Lule Vilela gaben an, dass die beiden bewaffneten Männer für einen Landbesitzer in der benachbarten Provinz Santa Fe arbeiten. Dieser plant, Sojabohnenplantagen zu vergrößern, die sich auf das Land der Indigenen erstrecken sollen. Die Lule Vilela fordern die Landrechte für ihr angestammtes Land, das für ihr Überleben notwendig ist. Außerdem befinden sich auf den Grundstücken wichtige Wasserreserven für ihre Tiere.
Vier Personen wurden inzwischen festgenommen. Darunter auch derjenige, der von AugenzeugInnen als die Person identifiziert worden war, die auf Cristian Ferreyra und Darío Gody geschossen hatte. Der Richter ordnete außerdem die sofortige Festnahme des Landbesitzers an.
Cristian Ferreyra und Darío Godoy sind Mitglieder der Organisation Mocase Vila Campesina, einer Bewegung von Kleinbauern und Landarbeitern in Santiago del Estero. Die Organisation führt den Kampf gegen die Auswirkungen der Abholzung des Landes durch die Agrarunternehmen an. Bei den betroffenen Grundstücken handelt es sich sowohl um Land der Indigenen als auch das örtlicher Kleinbauern. Am Tag des Angriffs wollten Cristian Ferreyra und Darío Godoy sich mit anderen Mitgliedern der Organisation treffen, um die weiteren legalen Schritte gegen die Abholzung zu besprechen.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE, FAXE ODER E-MAILS MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich bitte Sie darum, dass Sie in Absprache mit den Familienangehörigen von Cristian Ferreyra und Angehörigen der indigenen Gemeinschaft Lule Vilela in San Antonio geeignete Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen ergreifen.
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Ich möchte Sie nachdrücklich auffordern, eine umfassende und unparteiische Ermittlung bezüglich der Angriffe auf Cristian Ferreyra und Darío Godoy sowie der Drohungen gegenüber weiteren Angehörigen der Gemeinschaft einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
- Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass die argentinischen Behörden alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen haben, um die Landrechte der indigenen Gemeinschaften in Übereinstimmung mit der UN-Erklärung über die Rechte der indigenen Völker sowie dem Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation unter der Bedingung der gleichberechtigten Teilnahme der Indigenen anzuerkennen und zu schützen.
[APPELLE AN]
GOUVERNEUR DER PROVINZ SANTIAGO DEL ESTERO
Sr. Gerardo Zamora
Governador de Santiago del Estero
Rivadia (N) 551, CP 4200
Santiago del Estero, ARGENTINIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Gobernador / Dear Mr. Governeur / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 54) 385 422 1066
E-Mail: secprivsde@hotmail.com
INNENMINISTER
Cdor. Aníbal Florencio Randazzo
Ministerio del Interior
25 de Mayo 101/145
C1002ABC - Buenos Aires, ARGENTINIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro / Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 54) 11 4346 1584
E-Mail: info@mininterior.gov.ar
KOPIEN AN
ORGANISATION
Mocase Villa Campesina
Calle sin numero, Rotonda azul
Quimil, CP 4238,
Santiago del Estero
ARGENTINIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK ARGENTINIEN
S.E. Herrn Victorio María José Taccetti
Kleiststraße 23-26
10787 Berlin
Fax: 030-229 14 00
E-Mail: info@embargent.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 3. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Die Gemeinschaft der Lule Vilela in San Antonio setzt sich aus 14 Familien zusammen. Sie leben in der Nähe von drei weiteren Lule Vilela Gemeinschaften in Campos de Mayo, Santa Lucia und San Bernardo. Über mehr als vier Jahre kam es gegenüber ihnen und auch den örtlichen Bauern zu zahlreichen Drohungen, Einschüchterungen und Schikanierungen, weil sie ihr angestammtes Land vor den Interessen und Plänen der Landbesitzer schützen wollen. Die Provinzbehörden hatten den Landbesitzern gestattet, sich die Grundstücke anzueignen, um die Sojabohnenplantagen zu vergrößern.
Die Organisation Mocase Villa Campesina gibt an, dass der gleiche Landbesitzer bereits vor acht Monaten die Anbringung eines Drahtzauns auf dem Land angeordnet hatte, der den Zugang zur Schule der Gemeinschaft versperrte. Einige Angehörige der Gemeinschaft hatten versucht den Zugang frei zu machen, indem sie den Drahtzaun durchtrennten. Daraufhin hatten sie Drohungen erhalten. Vor zwei Monaten war ein Brandanschlag auf den Radiosender der Gemeinschaft ausgeübt worden, bei dem ein Teil der Ausstattung zerstört wurde. Laut der Organisation wurden Anzeigen bei den örtlichen Justizbehörden ignoriert.
In ganz Argentinien kam es in jüngster Zeit zu vermehrten Fällen von Einschüchterungen und Schikanierungen gegenüber den indigenen Völkern, die teilweise verheerende Folgen nach sich zogen.
Der Indigenensprecher Félix Diaz und seine Familie wurden bereits mehrmals von Angehörigen einer nicht-indigenen Familie (criollo) bedroht, die die Rechte auf das angestammte Land der indigenen Gemeinschaft Toba Qom beansprucht. Am 8. November 2011 wurden der Sohn und der Enkel von Félix Diaz angegriffen. Im November 2010 hatte die Polizei eine Straßenblockade der Indigenen gewaltsam geräumt. Dabei waren ein Angehöriger der Toba Qom und ein Polizist gestorben. Die Polizei hatte außerdem die provisorischen Behausungen der Gemeinschaft niedergebrannt. Im Juli hatte man Videomaterial zum gewaltsamen Vorgehen der Polizei im November 2010 veröffentlicht. Bis jetzt wurde niemand für diese Überfalle zur Verantwortung gezogen.
Am 12. Oktober 2009 war der 69-jährige Javier Chocobar, der der indigenen Gruppe der Diaguita angehörte, die zu der indigenen Gemeinschaft Los Chuschagasta zählt, getötet worden, als der örtliche Landbesitzer in Begleitung von zwei Männern, offenbar ehemalige Polizeibeamte, in das Siedlungsgebiet der Gemeinschaft eindrang.