Menschenrechtler in Gefahr

Der Menschenrechtsverteidiger Mijail Martínez wurde am 26. November im Westen von Venezuela erschossen. Er drehte gerade einen Dokumentarfilm über Opfer von Menschenrechtsverletzungen durch Polizeikräfte. Die Sicherheit seiner Familie und die seiner KollegInnen ist in Gefahr.

Appell an:

JUSTIZ- UND INNENMINISTER
Ministro de Interior y Justicia
Tareck El Aissami
Ministerio del Interior y Justicia
Avenida Urdaneta Esquina de Platanal
Edificio Interior y Justicia Despacho del Ministro, Piso 3
Caracas
VENEZUELA
(korrekte Anrede: Dear Minister/ Señor Ministro)
Fax: (00 58) 212 506 16 85

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATS LARA
Gobernador de Lara
Abg. Henri Falcón Fuentes
Carrera 19 esquina calle 23. Barquisimeto, Estado Lara
VENEZUELA
E-Mail: gobernador@lara.gob.ve

Sende eine Kopie an:

MENSCHENRECHTSORGANISATION
COFAVIC
Avenida Urdaneta,
Esquina El Candilito,
Edificio El Candil, piso 1, Oficina 1-A.
Apartado postal 16150.
Código postal 1011-A.
La Candelaria, Caracas
VENEZUELA
Fax: (00 58) 212 572 99 08 (wenn jemand abhebt, sagen Sie bitte: “tono de fax, por favor”)

BOTSCHAFT DER BOLIVARISCHEN REPUBLIK VENEZUELA
I.E. Frau Blancanieve Portocarrero
Schillstraße 10,
10785 Berlin
Fax: 030-8322 4020
E-Mail: embavenez.berlin@botschaft-venezuela.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. Januar 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE

  • Appellieren Sie an die Behörden, die Sicherheit von Víctor Martínez und den MitarbeiterInnen der Menschenrechtsorganisation CVCI zu gewährleisten und in Absprache mit den Gefährdeten Schutzmaßnahmen für sie zu ergreifen.

  • Drängen Sie bei den Behörden darauf, umgehend eine vollständige und unparteiische Untersuchung der Tötung von Mijail Martínez in die Wege zu leiten, deren Motiv dem Augenschein nach eine Vergeltung für seinen Einsatz in der Menschenrechtsorganisation war, die sich im Namen der Angehörigen von Opfern von „Verschwindenlassen“ und Tötungen durch die Polizei im Bundesstaat Lara engagiert.

  • Fordern sie die Behörden auf, den Stand der Ermittlungen zu den erhobenen Vorwürfen der Tötungen und des „Verschwindenlassens“ durch Polizeikräfte des Bundesstaats Lara öffentlich zu machen.

  • Drängen Sie bei den Behörden darauf, das Recht von MenschenrechtsverteidigerInnen auf uneingeschränkte Ausübung ihrer Arbeit ohne Angst vor Repressalien zu respektieren, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgelegt ist.

Sachlage

Mijail Martínez soll in Barquisimeto, der Hauptstadt des Bundesstaats Lara, von zwei Unbekannten erschossen worden sein, die zunächst mit seinem Vater Víctor Martínez hatten sprechen wollen. Mijail Martínez war Fernseh- und Radioproduzent und berichtete für die Menschenrechtsorganisation „Comité de Víctimas Contra la Impunidad - CVCI“ (Kommission der Opfer gegen Straflosigkeit) über Fälle von Menschenrechtsverstößen. Die CVCI ist eine im Jahr 2004 gegründete Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Lara. Der Vater von Mijail Martínez ist ehemaliges Mitglied des Legislativrats des Bundesstaats Lara und hat die Arbeit der Menschenrechtsorganisation CVCI seit ihren Anfängen unterstützt.

Während seiner Amtszeit hatte Víctor Martínez Polizeibeamte, die unter Korruptionsverdacht standen oder unter dem Verdacht, Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben, wiederholt öffentlich angeprangert. Amnesty International befürchtet, dass Víctor Martínez und weitere Familienmitglieder des Getöteten sowie MitarbeiterInnen der Menschenrechtsorganisation, in der Mijail Martínez aktiv war, nun in akuter Lebensgefahr sind.

Hintergrundinformation

Hintergrund

In Venezuela werden MenschenrechtsverteidigerInnen häufig bedroht, drangsaliert und Opfer von Angriffen. Selten werden Ermittlungen zur Aufklärung dieser Vorfälle eingeleitet. Die Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen werden fast nie von den Behörden zur Rechenschaft gezogen. Die venezolanische Regierung erkennt die Rechtmäßigkeit der Arbeit von MenschenrechtsverteidigerInnen nicht an.

MenschenrechtsverteidigerInnen kämpfen für den Schutz der allgemein anerkannten Menschenrechte und für die Einhaltung der Grundfreiheiten. Mit dem Ziel Menschenrechte zu fördern und zu schützen, engagieren sie sich auf unterschiedliche Weise in vielen verschiedenen Bereichen. Gemeinsam ist ihnen bei ihrer Arbeit die Orientierung am Grundsatz, dass alle Menschen die gleichen Rechte und die gleiche Würde haben, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Volkszugehörigkeit oder sonstigen Faktoren. Ebenso respektieren sie bei ihrem eigenen Vorgehen die Rechte und Freiheiten der anderen. Wo auch immer der besondere Schwerpunkt der Arbeit von MenschenrechtsverteidigerInnen liegt, es gebührt ihnen volle Anerkennung sowie die Einhaltung und der Schutz ihrer Rechte, wie es die UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern vorsieht.