Hinrichtungstermin: 3. Dezember
Bobby Wayne Woods soll am 3. Dezember in Texas hingerichtet werden. Es ist der dritte für ihn angesetzte Hinrichtungstermin in zwei Jahren. 1998 war er für schuldig befunden worden, im Jahr 1997 ein junges Mädchen ermordet zu haben. Seine Anwältin hat ein Gnadengesuch eingereicht, da Bobby Woods lernbehindert ist.
Appell an
VORSITZENDE DES BEGNADIGUNGSAUSSCHUSSES
Rissie L. Owens
Presiding Officer
Board of Pardons and Paroles
Executive Clemency Section
8610 Shoal Creek Boulevard
Austin, TX 78757
USA
(korrekte Anrede: Dear Ms Owens)
Fax: (00 1) 512 467 0945
GOUVERNEUR VON TEXAS
Governor Rick Perry
Office of the Governor
P.O. Box 12428
Austin, Texas 78711-2428
USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (00 1) 512 463 1849
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2, 10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle sofort, so dass sie noch vor dem 3. Dezember 2009 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
-
Machen Sie deutlich, dass Sie sich über die Schwere des Verbrechens und das dadurch verursachte Leid im Klaren sind.
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Weisen Sie darauf hin, dass Bobby Woods geistig zurückgeblieben ist und die für Begnadigung zuständigen Behörden dort flexibel sein sollten, wo die Gerichte es möglicherweise nicht sind, wenn es darum geht, sich auf Grundlage des Urteils "Atkins gegen Virginia" gegen eine Hinrichtung auszusprechen.
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Bringen Sie Ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass die Arbeit von Bobby Woods’ ursprünglicher Rechtsvertretung während des Berufungsverfahrens zu einer vorschnellen Verurteilung geführt haben könnte.
- Fordern Sie die Behörden auf, dem Gnadengesuch von Bobby Woods stattzugeben und sein Todesurteil umzuwandeln.
Sachlage
Bobby Woods wurde wegen des Mordes an der elfjährigen Sarah Patterson zum Tode verurteilt. Das Mädchen wurde getötet, nachdem es mit seinem neunjährigen Bruder aus dem Wohnwagen entführt worden war, in dem die Kinder mit ihrer Mutter lebten. Diese war Bobby Woods' Ex-Freundin. Sowohl das Bundesstaats- als auch das US-Bundesberufungsgericht bestätigten das Todesurteil.
Im Juni 2002 untersagte der Oberste Gerichtshof der USA im Fall "Atkins gegen Virginia" die Verhängung der Todesstrafe für geistig zurückgebliebene Personen, da ein Strafmaß, das für die schlimmsten Verbrechen und StraftäterInnen vorgesehen sei, auf Grund der verminderten moralischen Schuldfähigkeit und erhöhten Schutzbedürftigkeit von geistig Zurückgebliebenen unverhältnismäßig wäre. Bobby Woods’ damaliger Anwalt reichte daraufhin ein weiteres Gnadengesuch ein, in dem er angab, sein Mandant sei geistig zurückgeblieben. In der Anhörung der ersten Instanz gab ein klinischer Psychologe für die Verteidigung zu Protokoll, dass Bobby Woods mit einem IQ von 68 und eingeschränkter Lernfähigkeit "geringfügig geistig zurückgeblieben" sei. Er verwies außerdem auf die Einschätzung eines anderen Psychologen, der Bobby Woods im Jahr 1997 einen IQ von 70 bescheinigt hatte. Der Bundesstaat legte Gegenbeweise vor, woraufhin das Gericht zu Ungunsten von Bobby Woods entschied. Das texanische Berufungsgericht (TCCA) bestätigte das Urteil. Die bei Bundesgerichten eingereichten Rechtsmittel wurden zurückgewiesen.
Im Gnadengesuch für Bobby Woods bittet seine Anwältin den Begnadigungsausschuss des Bundesstaates Texas, mehr Flexibilität an den Tag zu legen, als dies die Gerichte tun konnten oder wollten. "Das Gesetz erfordert es, einem klar definierten Standard zu folgen – entweder jemand ist geistig zurückgeblieben oder nicht. Bei Gnade ist das anders. Falls Mr. Woods nicht 'geistig zurückgeblieben’ ist, so ist er doch zweifelsohne in seinen geistigen Fähigkeiten und der Bewältigung des Alltags stark eingeschränkt und fällt somit unter die Begründung des Atkins-Urteils." Das Gesuch führt Belege für Bobby Woods’ geistige Einschränkungen an, unter anderem die Tatsache, dass er schon als Kind Schwierigkeiten hatte, dem Unterricht in einer Sonderschule zu folgen. Außerdem stellt das Gnadengesuch die rechtliche Vertretung von Bobby Woods in Frage, sowohl während des Berufungsverfahrens als auch im eigentlichen Verfahren, bei dem geklärt werden sollte, ob Bobby Woods auf Grundlage des Urteils "Atkins gegen Virginia" behandelt werden kann. Der Anwalt von Bobby Woods hatte seinen Mandanten in den zehn Jahren seiner rechtlichen Vertretung nur einmal besucht und eine ungenügend ausgearbeitetes Rechtsmittel für den Berufungsprozess auf bundesstaatlicher Ebene eingereicht. Um nachzuweisen, dass sein Mandant unter die Rechtssprechung nach "Atkins gegen Virgiania" fällt, führte der Anwalt nur den klinischen Psychologen als Zeugen an, stützte ihn jedoch nicht ausreichend durch andere ZeugInnen oder sonstige Belege. Als einer von zwei AnwältInnen wurde er von der Liste des TCCA gestrichen, auf der qualifizierte AnwältInnen für die Verteidigung von TodeskandidatInnen in Berufungsverfahren aufgeführt sind.
Bobby Woods’ jetzige Anwältin fand, nachdem sie den Fall übernommen hatte, weitere Belege dafür, dass ihr Mandant geistig zurückgeblieben ist, unter anderem einen Test aus Bobby Woods’ Kindheit, der einen IQ von 60 ergab. Da der Anspruch auf Behandlung nach "Atkins gegen Virginia" bereits einmal geprüft wurde, wurden bei der erneuten Prüfung strengere Maßstäbe angelegt. Die Gerichte wiesen die Rechtsmittel zurück.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
-
Machen Sie deutlich, dass Sie sich über die Schwere des Verbrechens und das dadurch verursachte Leid im Klaren sind.
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Weisen Sie darauf hin, dass Bobby Woods geistig zurückgeblieben ist und die für Begnadigung zuständigen Behörden dort flexibel sein sollten, wo die Gerichte es möglicherweise nicht sind, wenn es darum geht, sich auf Grundlage des Urteils "Atkins gegen Virginia" gegen eine Hinrichtung auszusprechen.
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Bringen Sie Ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass die Arbeit von Bobby Woods’ ursprünglicher Rechtsvertretung während des Berufungsverfahrens zu einer vorschnellen Verurteilung geführt haben könnte.
- Fordern Sie die Behörden auf, dem Gnadengesuch von Bobby Woods stattzugeben und sein Todesurteil umzuwandeln.
[APPELLE AN]
VORSITZENDE DES BEGNADIGUNGSAUSSCHUSSES
Rissie L. Owens
Presiding Officer
Board of Pardons and Paroles
Executive Clemency Section
8610 Shoal Creek Boulevard
Austin, TX 78757
USA
(korrekte Anrede: Dear Ms Owens)
Fax: (00 1) 512 467 0945
GOUVERNEUR VON TEXAS
Governor Rick Perry
Office of the Governor
P.O. Box 12428
Austin, Texas 78711-2428
USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (00 1) 512 463 1849
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2, 10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle sofort, so dass sie noch vor dem 3. Dezember 2009 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY IN ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
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Recognizing the serious crime in this case and the suffering caused;
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Noting evidence that Bobby Woods has mental retardation, and that while the courts may lack flexibility when seeking to determine who is exempted from execution under Atkins v. Virginia, the clemency authorities should not;
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Expressing concern that the performance of his initial appeal lawyer may have prejudiced his case;
- Calling for clemency for Bobby Woods and for commutation of his death sentence.
[ADDITIONAL INFORMATION]
In its Atkins v Virginia ruling, outlawing the execution of people with mental retardation, the US Supreme Court did not define mental retardation, although it pointed to definitions used by professional bodies. Under such definitions, mental retardation is a disability, manifested before the age of 18, characterized by significantly sub-average intellectual functioning (generally indicated by an IQ of less than 70) accompanied by limitations in two or more adaptive skill areas such as communication, self-care, work, and functioning in the community. The Court left it to individual states to develop "appropriate ways" to comply with the ruling.
Before the Atkins decision, Texas accounted for nine of 44 of the USA’s executions since 1977 of people documented as having mental retardation, more than any other state. More than seven years after the Atkins ruling, the Texas legislature has still not enacted a law to comply with the ruling. In the absence of legislation, in 2004 the TCCA took it upon itself to issue guidelines for Texas trial courts in making retardation determinations. In 2007, the TCCA emphasized that its 2004 guidelines were intended only to be temporary pending action by the state legislature. Nearly three years later, the legislature has still not acted on this. Meanwhile, the TCCA guidelines, according to a recent study, "present an array of divergencies from the clinical definitions in applying Atkins".
Amnesty International opposes unconditionally the execution of Bobby Woods, as it does every execution, regardless of the seriousness of the crime or the culpability of the condemned. To end the death penalty is to abandon a destructive, diversionary and divisive public policy that is not consistent with widely held values. It not only runs the risk of irrevocable error, it is also costly, to the public purse as well as in social and psychological terms. It has not been proven to have a special deterrent effect. It tends to be applied in a discriminatory way, on grounds of race and class. It denies the possibility of reconciliation and rehabilitation. It promotes simplistic responses to complex human problems, rather than pursuing explanations that could inform positive strategies. It prolongs the suffering of murder victims’ families, and extends that suffering to the loved ones of the condemned prisoner. It diverts resources that could be better used to work against violent crime and assist those affected by it.
In addition to seeking commutation, Bobby Woods’s lawyer has asked the parole board to grant a 60-day reprieve so that she can make a videotape to present to them. She has told the board that "to fully understand the extent and nature of Mr Woods’ disabilities, it is necessary to meet him, or at a minimum, observe him interacting with other people". She was denied access by the prison authorities for this purpose (some interview footage of Bobby Woods is available at http://www.texasobserver.org/enterprise/possibly-retarded-death-row-prisoner-faces-execution). Her clemency petition also includes examples of the "childlike" letters written by Woods from death row. A letter he wrote in 2000 to his mother includes: "the puzzle books you got me I have did them all can you send me some more as soon as you can ok mom do you see the fun puzzles I would like to get some if you can fine [sic] them". In a letter in April 2002, he wrote: "can you see if you can fine [sic] me some coloring books anything will do ok mom anything".
The USA has carried out 1,184 executions since resuming judicial killing in 1977. Texas accounts for 446 of these executions and 23 of the 48 executions carried out in the USA this year. Texas has carried out 207 executions since Governor Rick Perry took office in December 2000 (see "Too much cruelty, too little clemency: Texas nears 200th execution under current governor", 30 April 2009, http://www.amnesty.org/en/library/info/
AMR51/057/2009/en.