Fünfzigste US-Hinrichtung 2009
Bobby Wayne Woods wurde am Abend des 3. Dezember im US-Bundesstaat Texas hingerichtet. Er war 1998 für schuldig befunden worden, im Jahr zuvor ein elfjähriges Mädchen ermordet zu haben.
Sachlage
Kurz nachdem der Oberste Gerichtshof der USA einen Antrag des Rechtsanwalts von Bobby Woods auf Hinrichtungsaufschub abgelehnt hatte, wurde der Gefangene per Giftspritze getötet. Der Antrag war mit Verweis auf die geistige Unreife von Bobby Woods begründet worden. Die letzten Worte des 44-Jährigen lauteten: "Bye, ich bin bereit."
Am 1. Dezember hatte der Begnadigungsausschuss in Texas das Gnadengesuch von Bobby Woods abgewiesen. Der Antrag enthielt Belege, welche die geistige Behinderung des Gefangenen dokumentierten. Zudem wurden darin Zweifel an der Qualität seiner Verteidigung dargelegt, sowohl hinsichtlich des Berufungsverfahrens als auch in Bezug auf die zuvor eingereichte Anfechtung des Todesurteils in Anlehnung an ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2002. In diesem Urteil wird die Verhängung der Todesstrafe bei geistig behinderten Menschen untersagt.
Mit der Hinrichtung von Bobby Woods sind im laufenden Jahr in den USA bereits 50 Todesurteile vollstreckt worden. Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen im Jahr 1977 ist die Todesstrafe an 1186 Menschen vollzogen worden. 447 dieser Hinrichtungen haben in Texas stattgefunden.
Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.