Drohende Hinrichtung

Ergebnis dieser Urgent Action

Der Oberste Gerichtshof Saudi-Arabiens in Riad hat die Hinrichtung von Mabruk bin Ali al-Sai’ari gestoppt. Er war in einem unfairen Verfahren wegen Mordes zum Tode verurteilt worden.

Grafik mit dem Slogan: "Nein zur Todesstrafe!"

Mabruk bin Ali al-Sai’ari droht unmittelbar die Hinrichtung, nachdem er alle Rechtsmittel ausgeschöpft hat. Er wurde in der Haft gefoltert und zweimal in unfairen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt. Nun könnte er innerhalb eines Monats hingerichtet werden.

Appell an

KÖNIG
His Majesty
King Abdullah Bin Abdul Aziz Al Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court, Riyadh, SAUDI-ARABIEN
(Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 966) 1 403 3125 (über Innenministerium)

GOUVERNEUR DER PROVINZ NADSCHRAN
His Royal Highness
Prince Mish’al bin Abdullah bin Abdul Aziz Al Saud
Najran Province
King Abdul Aziz Street, Najran
SAUDI-ARABIEN
(Anrede: Your Royal Highness / Königliche Hoheit)
Tel.: (00 966) 1 75221041 (nur auf Arabisch)

Sende eine Kopie an

INNENMINISTER
His Royal Highness
Prince Mohammed bin Naif bin Abdul Aziz Al Saud
Ministry of the Interior
P.O. Box 2933, Airport Road
Riyadh 11134
SAUDI-ARABIEN
(Anrede: Your Royal Highness / Königliche Hoheit)
Fax: (00 966) 1 403 3125

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS SAUDI-ARABIEN
S. E. Herrn
Prof. Dr. med Ossama Abdulmajed Ali Shobokshi
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin
Fax: 030-8892 5179 oder 030-8892 5176
E-Mail: deemb@mofa.gov.sa

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 10. Dezember 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte stoppen Sie die Hinrichtung von Mabruk bin Ali al-Sai’ari und wandeln Sie seine und alle anderen anhängigen Todesurteile in Haftstrafen um.

  • Ich bitte Sie höflich, unverzüglich eine unparteiische und unabhängige Untersuchung der von Mabruk bin Ali al-Sai’ari erhobenen Foltervorwürfe einzuleiten.

  • Ich möchte Sie zudem daran erinnern, dass für alle strafrechtlichen Fälle die internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren gelten, nach denen in Mordfällen die Todesstrafe nur dann verhängt werden darf, wenn der Angeklagte ein faires Verfahren erhalten hat, in dem er zu jeder Zeit angemessenen rechtlichen Beistand erhalten hat.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the King to halt the execution of Mabruk bin Ali al-Sai’ari and commute his and all other existing death sentences.

  • Calling on the authorities to open without further delay an impartial and independent investigation into allegations of torture against Mabruk bin Ali al-Sai’ari.

  • Reminding the authorities that they are bound by international standards for fair trial in all criminal cases, which include that in capital trials the death penalty can only be imposed after a fair trial in which the defendant is provided with "adequate legal assistance at all stages of the proceedings".

Sachlage

Mabruk bin Ali al-Sai’ari wurde am 14. Januar 2012 von einem Gericht in Nadschran nahe der jemenitischen Grenze im Südwesten des Landes wegen des mutmaßlichen Mordes an einem jemenitischen Mann zum Tode verurteilt. Der 41-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er war zuvor bereits in zwei Prozessen wegen derselben Anklage verurteilt worden, hat jedoch immer seine Unschuld beteuert. Man teilte ihm mit, dass das Urteil vom Obersten Gerichtshof bestätigt und vom König ratifiziert worden ist. Seine Hinrichtung war zunächst für September dieses Jahres angesetzt gewesen, wurde dann aber um drei Monate verschoben, nachdem seine Familienangehörigen Druck ausgeübt hatten. Er wurde nun darüber informiert, dass er in den nächsten Wochen hingerichtet werden soll.

Mabruk bin Ali al-Sai’ari hatte weder während der Untersuchung seines Falls noch in den drei Prozessen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Er weigerte sich, das Verbrechen zu "gestehen", obwohl er Berichten zufolge während der Verhöre in Untersuchungshaft geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert wurde. Er wurde aufgrund einer widersprüchlichen Zeugenaussage und den eidesstattlichen Aussagen von vier Verwandten des Opfers – die nicht am Tatort anwesend waren – zum Tode verurteilt.

Mabruk bin Ali al-Sai’ari war wegen des mutmaßlichen Mordes ursprünglich 2004 zu vier Jahren Haft und 3.500 Peitschenhieben verurteilt worden. Gemeinsam mit ihm wurde noch ein weiterer Angeklagter verurteilt, Said bin Aoun bin Abdullah al-Sai’ari. Nur wenige Tage bevor die beiden Männer nach Ableisten ihrer Strafe hätten entlassen werden sollen, forderte die Familie des Opfers ihre Verurteilung nach islamischem Recht zu qisas (Vergeltung). Im jüngsten Gerichtsverfahren wurde Mabruk bin Ali al-Sai’ari zum Tode verurteilt. Said bin Aoun bin Abdullah al-Sai’ari wurde aus Mangel an Beweisen entlastet, befindet sich aber weiterhin in Haft.