Freilassung für Todkranken!

Ergebnis dieser Urgent Action

Bitte beachten Sie: Herman Wallace ist am 4. Oktober 2013 verstorben. Ein kleiner Trost ist, dass er sich zu diesem Zeitpunkt seit wenigen Tagen in Freiheit befand. Vielen Dank allen, die sich für seine Freilassung eingesetzt haben.

USA Herman Wallace

USA Herman Wallace

Bitte beachten Sie: Herman Wallace ist am 4. Oktober 2013 verstorben. Ein kleiner Trost ist, dass er sich zu diesem Zeitpunkt seit wenigen Tagen in Freiheit befand. Vielen Dank allen, die sich für seine Freilassung eingesetzt haben.

Appell an

GOUVERNEUR VON LOUISIANA
Bobby Jindal

Office of the Governor

PO Box 94004
Baton Rouge
Louisiana 70804
USA
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 1) 225 342 7099
E-Mail: bobby.jindal@la.gov oder lagov@linknet.net

STABSCHEF DES GOUVERNEURS
Paul Rainwater
E-Mail: paul.rainwater@la.gov

CHEFASSISTENTIN DES GOUVERNEURS
Emilie Riser
E-Mail: emilie.riser@la.gov

STELLVERTRETENDE STABSCHEFIN DES GOUVERNEURS
Tammy Woods
E-Mail: tammy.woods@la.gov

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn John Bonnell Emerson
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 31. Oktober 2013 ankommen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bitte Sie inständig, Herman Wallace umgehend aus humanitären Gründen aus der Haft zu entlassen, da er nur noch wenige Wochen zu leben hat.

  • Bitte ermöglichen Sie es ihm nach 41 Jahren der Inhaftierung unter grausamen und unmenschlichen Bedingungen, im Kreis seiner Familie zu sterben.

  • Ich möchte Sie zudem darauf hinweisen, dass auch nach 41 Jahren noch ernste Zweifel an der Fairness des Gerichtsverfahrens von Herman Wallace bestehen.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling for the immediate compassionate release of Herman Wallace, who has only weeks to live.

  • Urging that after 41 years of confinement in cruel and inhumane conditions he should be allowed to die surrounded by his family.

  • Noting that serious concerns regarding fairness of his trial persist, even after 41 years.

Sachlage

Der 71-jährige Herman Wallace ist im US-Bundesstaat Louisiana inhaftiert. Er hat Leberkrebs und nur noch wenige Wochen zu leben. Wenn der Gouverneur von Louisiana ihn nicht aus humanitären Gründen freilässt, muss er im Gefängnis sterben.

Herman Wallace wurde 1972 in einem mit Verfahrensfehlern behafteten Prozess, der mit Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft einherging, von einer nur aus Weißen bestehenden Jury des Mordes an einem Gefängniswärter für schuldig befunden. Der Schuldspruch beruhte hauptsächlich auf der Aussage eines Häftlings, der von der Anklagebehörde mit verschiedenen Versprechen, darunter die Aussicht auf eine Begnadigung, zu einer Aussage gebracht worden war. Es lagen keine Sachbeweise für die Schuld von Herman Wallace vor, und Beweise, die ihn möglicherweise entlastet hätten, gingen bei den Behörden 'verloren’. Herman Wallace hat stets alle Schuld an dem Mord von sich gewiesen. Seiner Ansicht nach geriet er wegen seines politischen Engagements als Mitglied der Black-Panther-Partei ins Visier der Behörden.

Nach der Tötung des Gefängniswärters wurde Herman Wallace in Einzelhaft in eine kleine, karge Zelle verlegt, in der er sich 23 Stunden am Tag aufhalten musste und die er nur für jeweils eine Stunde zum Waschen und Sporttreiben verlassen durfte. Auch der Zugang zu Bildung, Arbeit und Rehabilitationsprogrammen wurde ihm verwehrt. Herman Wallace wurde mehr als 41 Jahre lang unter diesen Bedingungen festgehalten, ohne jemals eine wirksame Überprüfung seiner Verurteilung zu erreichen.

Bereits vor der Krebsdiagnose haben die Haftbedingungen die körperliche und geistige Gesundheit von Herman Wallace beeinträchtigt. 2007 entschied ein Bundesrichter, dass die Haftbedingungen von Herman Wallace dem Entzug der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse gleichkommen und dass die Gefängnisbehörden hätten wissen müssen, dass derartige Bedingungen die körperliche und psychische Verfassung von Inhaftierten ernsthaft schädigen können.

Nach der Krebsdiagnose wurde Herman Wallace im Juni 2013 aus der Einzelhaft in einen Schlafsaal des Gefängniskrankenhauses verlegt. Seine Rechtsbeistände geben an, dass er sowohl vor als auch nach seiner Diagnose nur unzulänglich medizinisch versorgt wurde, beispielsweise indem ihm eine potenziell lebensrettende Chemotherapie lange verweigert wurde. Die Behandlung der Krebserkrankung von Herman Wallace ist mittlerweile eingestellt worden. Sein Zustand verschlechtert sich zusehends, und er muss die meiste Zeit im Bett liegen. Das Gesuch von Herman Wallace auf Haftentlassung wurde am 13. September durch einen Richterbeschluss abgelehnt. Herman Wallace hat dagegen Rechtsmittel eingelegt, über die in vier Wochen entschieden wird. Bis dahin könnte es jedoch zu spät sein. Ein Antrag auf Freilassung gegen Kaution in Erwartung einer Entscheidung über die Rechtsmittel wurde ebenfalls abgelehnt. Herman Wallace kann dem Tod im Gefängnis nur entgehen, wenn er aus humanitären Gründen aus der Haft entlassen wird. Amnesty International ist der Ansicht, dass Gouverneur Jindal Herman Wallace unverzüglich aus dem Gefängnis entlassen sollte, um ihm zu ermöglichen, im Kreis seiner Familie und Freunde zu sterben.