Hinrichtung verhindern!
Ergebnis dieser Urgent Action
Ein US-Bundesrichter hat die den Hinrichtungsaufschub von Romell Broom um zwei Monate verlängert. Der schwarze US-Bürger Romell Broom musste am 15. September eine missglückte Hinrichtung durch die Giftspritze über sich ergehen lassen.
Der schwarze US-Bürger Romell Broom sollte am 15. September durch die Giftspritze hingerichtet werden, aber das Personal, das die Hinrichtung durchführen sollte, fand keine passende Vene und gab nach zwei Stunden auf. Der US-Bundesstaat Ohio hat die Hinrichtung nun auf den 22. September verlegt.
Appell an
GOUVERNEUR VON OHIO
Governor Ted Strickland, Governor’s Office,
Riffe Center, 30th Floor, 77 South High Street
Columbus, OH 43215-6108, USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (001) 614 466 9354
E-Mail: über http://www.governor.ohio.gov/Assistance/ContacttheGovernor/tabid/150/Default.aspx
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2, 10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle sofort, so dass sie noch vor dem 22. September 2009 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER E-MAILS, IN DENEN SIE
-
auf die Grausamkeit der Todesstrafe an sich hinweisen, die in ganz besonderer Weise im Fall von Romell Broom zum Ausdruck kommt, der seit 25 Jahren in der Todeszelle sitzt, eine missglückte Hinrichtung ertragen musste und sich nun erneut auf seine Hinrichtung vorbereiten muss;
-
an den Gouverneur appellieren, die Hinrichtung zu stoppen und seine Entscheidung, das Gnadengesuch von Romell Broom abzulehnen, noch einmal zu überdenken;
- darlegen, dass Ihnen die Schwere der Tat bewusst ist und Sie nicht die Absicht haben, mit Ihrem Schreiben das dadurch verursachte Leid der Angehörigen von Tryna Middleton in Frage zu stellen.
Sachlage
AKTUELLE INFORMATION: DERZEIT GIBT ES EINEN HINRICHTUNGSAUFSCHUB BIS ZUM 28. SEPTEMBER.
Romell Broom sitzt bereits seit knapp 25 Jahren in der Todeszelle. Im Jahr 1985 wurde er wegen Vergewaltigung und Mordes an der 14-jährigen Tryna Middleton im September 1984 zum Tode verurteilt. Nachdem das Todesurteil im Berufungsverfahren bestätigt worden war, wollte Romell Broom sich einer laufenden Klage anschließen, welche die Verfassungsmäßigkeit der Hinrichtung durch die Giftspritze in Ohio in Frage stellte. Die Gerichte verwehrten ihm jedoch diese Möglichkeit mit der Begründung, die zulässige Frist sei abgelaufen und das Rechtsmittel hätte früher eingereicht werden sollen.
Die Hinrichtung von Romell Broom wurde für den 15. September 2009 um 10 Uhr angesetzt. Sie wurde um mehrere Stunden verschoben, da ein letztes Rechtsmittel an die Bundesgerichte erwartet wurde. Nachdem das Gericht den Aufschub der Hinrichtung für beendet erklärt hatte, begann das Gefängnispersonal zwischen 13 und 14 Uhr mit den Vorbereitungen für die Hinrichtung. Als das Personal bereits eine Stunde lang vergeblich eine passende Vene in seinen Armen gesucht hatte, half Romell Broom selbst dabei. Die US-amerikanische Nachrichtenagentur "Associated Press" berichtete: "Als alles nichts half, legte er sich auf den Rücken und hielt beide Hände über sein Gesicht. Sein Oberkörper bewegte sich auf und ab und seine Füße zitterten. Er wischte sich seine Tränen ab und man gab ihm eine Rolle Toilettenpapier, mit der er sich die Stirn abwischte."
Romell Brooms Anwältin befand sich im Warteraum für AnwältInnen. Als sie sich erkundigte, warum die Hinrichtung länger als üblich dauerte, brachte man sie in einen Raum, wo sie Romell Broom über die Videoüberwachung sehen konnte. Sie erklärte, es war "ganz offensichtlich, dass bei der Hinrichtung etwas ganz und gar falsch lief" und dass Romell Broom "sich vor Schmerzen krümmte", als das Personal ihn nach unten drückte und versuchte, eine Vene zu finden. An einer Stelle sagte sie: "Sie tun ihm wirklich weh" und "Er hat ein schmerzverzerrtes Gesicht." Sie rief einen Kollegen zu Rate und berichtete ihm, dass das Gefängnispersonal zwei Stunden lang eine passende Vene gesucht hatte und jetzt offenbar eine "Pause" mache. Der Anwalt schickte einen Brief per Fax und E-Mail an den Gouverneur von Ohio und den Vorsitzenden Richter des Obersten Gerichtshofes von Ohio, in dem er sie bat, die Hinrichtung zu stoppen. In seinem Brief an das Gericht wies er darauf hin, dass der Bundesstaat Ohio in dem noch laufenden Prozess um die Hinrichtung durch die Giftspritze die Position vertritt, dass "das medizinische Personal, das für Hinrichtungen zuständig ist, in der Lage ist, Infusionen zu legen."
Ohios Gouverneur Strickland, der Romell Brooms Gnadengesuch abgelehnt hatte, ordnete einen einwöchigen Hinrichtungsaufschub an. In der Begründung heißt es: "Schwierigkeiten bei der Durchführung der Hinrichtung erfordern einen vorläufigen Hinrichtungsaufschub, damit die [Gefängnis-] Behörde mir ein angemessenes weiteres Vorgehen empfehlen kann. [...] Die Behörde sollte Brooms Todesurteil [am 22. September] vollstrecken, es sei denn, es wird ein weiterer Hinrichtungsaufschub oder Begnadigung gewährt." Am 17. September ordnete ein Bundesrichter in Bezug auf die Klage gegen die Hinrichtung durch die Giftspritze in Ohio an, dass bis zum 21. September eine Aussage von Romell Broom über den Hinrichtungsversuch vorliegen muss, und dass der Staat Ohio alle relevanten Dokumente bis zum 28. September offen zu legen hat.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER E-MAILS, IN DENEN SIE
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auf die Grausamkeit der Todesstrafe an sich hinweisen, die in ganz besonderer Weise im Fall von Romell Broom zum Ausdruck kommt, der seit 25 Jahren in der Todeszelle sitzt, eine missglückte Hinrichtung ertragen musste und sich nun erneut auf seine Hinrichtung vorbereiten muss;
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an den Gouverneur appellieren, die Hinrichtung zu stoppen und seine Entscheidung, das Gnadengesuch von Romell Broom abzulehnen, noch einmal zu überdenken;
- darlegen, dass Ihnen die Schwere der Tat bewusst ist und Sie nicht die Absicht haben, mit Ihrem Schreiben das dadurch verursachte Leid der Angehörigen von Tryna Middleton in Frage zu stellen.
[APPELLE AN]
GOUVERNEUR VON OHIO
Governor Ted Strickland, Governor’s Office,
Riffe Center, 30th Floor, 77 South High Street
Columbus, OH 43215-6108, USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (001) 614 466 9354
E-Mail: über http://www.governor.ohio.gov/Assistance/ContacttheGovernor/tabid/150/Default.aspx
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2, 10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle sofort, so dass sie noch vor dem 22. September 2009 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY IN ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE, IN YOUR OWN WORDS:
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Pointing out the inherent cruelty of the death penalty, starkly illustrated in this case, with a man under sentence of death for nearly 25 years put through a failed execution attempt and now having to prepare for another execution date;
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Calling on the Governor to stop this execution and to reconsider his decision to deny Romell Bloom clemency;
- explaining that you are not seeking to excuse violent crime or to downplay the suffering caused to its victims.