Gewerkschafter angeschossen

Der Gewerkschafter Mateo López wurde am 28. Oktober in Catarina in der Provinz San Marcos im Nordwesten Guatemalas angeschossen. Inzwischen konnte er zwar das Krankenhaus wieder verlassen, befindet sich aber weiterhin in Gefahr. Er wurde wahrscheinlich wegen seiner Aktivitäten als Gewerkschafter ins Visier genommen.
Mateo López ist der Generalsekretär des Ortsverbandes der Gewerkschaft für das Gesundheitswesen (Sindicato de Salud) und Mitglied der Vereinigung "Frente Nacional de Lucha" (FNL). Seit Januar 2010 hat er aktiv die Korruption im Gesundheitswesen angeprangert.

Appell an

GENERALSTAATSANWÄLTIN
Licda. Maria Encarnación Mejía García de Contreras
Fiscal General de la República Interina
15ª Avenida 15-16, Zona 1, Barrio Gerona
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Estimada Sra. Fiscal General)
Fax: (00 502) 2411 9124

INNENMINISTER
Lic. Carlos Menocal
Ministro de Gobernación
6ª Avenida 13-71, Zona 1
Ciudad de Guatemala,
GUATEMALA
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Sr. Ministro)
Fax: (00 502) 2413 8658

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
UDEFEGUA – Unidad de protección a defensores y defensoras de derechos humanos
1 Calle 7-45, Zona 1
Oficina 2-b
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA
E-Mail: udefegua@yahoo.com

BOTSCHAFT DER REPUBLIK GUATEMALA
S.E. Herrn Gabriel Edgardo Aguilera Peralta
Joachim-Karnatz-Allee 45-47, 2. OG.
10557 Berlin
Fax: 030-2064 3659
E-Mail: embaguate.alemania@t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 17. Dezember 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Führen Sie eine unabhängige, gründliche und unparteiische Untersuchung des Angriffs auf Mateo López durch, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich fordere Sie höflich auf, in Absprache mit Mateo López umgehend wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von ihm und seiner Familie zu gewährleisten.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling for an independent, thorough and impartial investigation into the incident against Mateo Lopez, with the results made public and those responsible brought to justice;

  • Urging that the authorities take immediate steps to provide appropriate protection to Mateo Lopez and his family, in accordance with their wishes.

Sachlage

In der Nacht vom 28. Oktober gegen 2 Uhr verließ Mateo López sein Haus, um mit dem Bus nach Guatemala-Stadt zu fahren, wo er an einer Generalversammlung der Gewerkschaft für das Gesundheitswesen teilnehmen wollte. Ein Punkt auf der Tagesordnung der Versammlung war ein Vortrag über einen Korruptionsfall, gegen den er sich gerade engagierte.

Während er zu einer Bushaltestelle lief, näherte sich ihm ein rotes Motorrad, auf dem zwei Männer saßen. Der Beifahrer schoss fünf Mal auf Mateo López. Ein Schuss traf ihn im Bauch, zwei Schüsse streiften seine rechte Schulter und die letzten beiden Schüsse streiften seine Knie. Mateo López fiel zu Boden. Die beiden Männer wollten noch einmal auf ihn schießen, aber die BewohnerInnen der angrenzenden Häuser begannen, Licht anzuschalten und laut zu werden. Die Angreifer konnten entkommen.

Die Gewerkschaft für das Gesundheitswesen engagiert sich für den Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem. Die FNL befasst sich mit weiter gefassten Themen wie besseren öffentlichen Dienstleistungen zu erschwinglichen Preisen. Die FNL hatte sich auch schon gegen hohe Stromkosten eingesetzt. Im vergangenen Jahr wurden acht Gewerkschafter der FNL ermordet. Bisher gab es noch keine Schuldsprüche für diese Morde.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Am 20. Oktober nahm Mateo López an einer öffentlichen Veranstaltung teil, um des Mordes an dem FNL-Aktivisten Víctor Gálvez zu gedenken. Er war in Malacatán getötet worden, einer Stadt in der Region San Marcos. Mateo López hielt eine Rede über soziale Themen in der Region und über die Notwendigkeit, die Probleme durch soziales Engagement anzugehen.

Víctor Gálvez wurde am 24. Oktober 2009 zehn Mal angeschossen, als er das Büro der Verbraucherrechtsorganisation FRENA verließ (Frente de Resistencia en Defensa de los Recursos Naturales y Derechos de los Pueblos). Er hatte dort gerade über eine Kampagne von FRENA gesprochen, die vermeintlich schlechte Qualität und hohen Preise des örtlichen Elektrizitätswerks an die Öffentlichkeit zu bringen. Víctor Gálvez hatte bereits vor seiner Ermordung Morddrohungen erhalten und war aufgrund seiner Arbeit verbal bedroht und angegriffen worden.

Amnesty International startete im Februar 2010 eine Eilaktion zu den Morden an drei AktivistInnen von FRENA (UA-041/2010).