Aus der Haft entlassen

Ergebnis dieser Urgent Action

Die beiden Sprecher der indigenen Gemeinschaft der Yaqui, Mario Luna Romero und Fernando Jiménez Gutiérrez, sind freigelassen worden, nachdem ein Gericht entschieden hatte, dass zu wenig Beweise gegen die beiden Männer vorlägen. Sie befanden sich ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Amnesty International hatte sich seit ihrer Festnahme für Mario Luna Romero und Fernando Jiménez Gutiérrez eingesetzt.

Amnesty International

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Die beiden Sprecher der indigenen Gemeinschaft der Yaqui, Mario Luna Romero und Fernando Jiménez Gutiérrez, sind freigelassen worden, nachdem ein Gericht entschieden hatte, dass zu wenig Beweise gegen die beiden Männer vorlägen. Sie befanden sich ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Amnesty International hatte sich seit ihrer Festnahme für Mario Luna Romero und Fernando Jiménez Gutiérrez eingesetzt.

Sachlage

Mario Luna Romero und Fernando Jiménez Gutiérrez sind Sprecher der indigenen Gemeinschaft der Yaqui im mexikanischen Bundesstaat Sonora. Sie wurden im September 2014 unter Vorwürfen des Autodiebstahls und der vorübergehenden Entführung eines Angehörigen der indigenen Gemeinschaft mit Verbindungen zur Regionalregierung von Sonora inhaftiert. Die Rechtsbeistände von Mario Luna Romero und Fernando Jiménez Gutiérrez sind von Anfang an gegen die Inhaftierung der beiden Männer vorgegangen. Sie machten geltend, dass die vorgelegten Beweise falsch dargestellt und konstruiert worden seien. Sie argumentierten zudem, dass keiner der beiden Angeklagten Mitte 2013 zum Zeitpunkt der ihnen vorgeworfenen Straftaten vor Ort gewesen sei.

Die indigene Gemeinschaft der Yaqui und mehrere NGOs, darunter auch Amnesty International, sind davon ausgegangen, dass es sich möglicherweise um politisch motivierte Vorwürfe handelte. Grund für diese Annahme war, dass die beiden Männer die indigene Gemeinschaft der Yaqui dabei unterstützt haben, ihr Recht auf Konsultation und freiwillige vorherige Zustimmung nach Inkenntnissetzung in Bezug auf den Bau eines Aquädukts geltend zu machen, welches ein erhebliches Absenken des Wasserspiegels zur Folge hatte.
Mario Luna Romero teilte Amnesty International vor kurzem bei einem Treffen mit: „Ich möchte Ihnen allen für Ihre Bemühungen danken. Sie haben so viel für die Gemeinschaft [der Yaqui] getan. Ich habe mich nie alleine gefühlt. Ich habe immer die Unterstützung von so vielen Menschen gespürt. In einem Gefängnis eingesperrt zu sein, macht Menschen oft depressiv, aber ich erhielt jede Woche Besuch oder Briefe. Wegen euch habe ich meinen Mut nicht verloren.“

Wochen bevor die Behörden die Anklagen gegen die beiden Männer fallenließen, wurde ein neuer Gouverneur im Bundesstaat Sonora ins Amt berufen. Es liegen jedoch noch immer Haftbefehle gegen die Sprecher der Yaqui vor, die noch unter der ehemaligen Regionalregierung erlassen worden sind.

Das Aquädukt, das Auswirkungen auf die indigene Gemeinschaft der Yaqui hat, ist bereits seit einigen Jahren in Betrieb. 2013 entschied der Oberste Gerichtshof Mexikos, dass die bundesstaatlichen und nationalen Behörden ihren Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft der Yaqui nicht nachgekommen seien und deshalb Abhilfe schaffen müssten, insbesondere was eine neue Umweltfolgenabschätzung und ein Konsultationsverfahren mit den Yaqui angeht. Dieser Beschluss wurde bisher jedoch noch nicht umgesetzt. Zuvor hatte ein staatliches Institut für Anthropologie bekannt gegeben, dass das Aquädukt eine ernsthafte Gefahr für das Leben der Angehörigen der Yaqui Gemeinschaft darstelle und die Behörden daher in Erwägung ziehen sollten, dem Beschluss des Obersten Gerichtshofs nachzukommen und den Betrieb des Aquädukts einzustellen.

Amnesty International wird die Situation der indigenen Gemeinschaft der Yaqui weiter beobachten und falls erforderlich weitere Aktionen einleiten. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.