Landrechtler bedroht

Amnesty International Ecuador 1990

Amnesty International Ecuador 1990

Milton Yulan Morán, ein ecuadorianischer Aktivist für Landrechte, seine Familienangehörigen und KollegInnen werden erneut bedroht. Am 23. August stellten die Mitarbeiter der Organisation Tierra y Vida (Land und Leben) fest, dass ihre Büroräume geplündert und Computer sowie andere Wertsachen gestohlen worden waren. Auf den Computern waren Informationen über ihre Arbeit zu Landrechten gespeichert.

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Comité Permanente por los Derechos Humanos
Billy Navarrete Benavides
Quisquis 1207 y Esmeraldas
Edificio Quisquis 80, 4 Piso
Oficina 403
Guayaquil
09-01-4128
ECUADOR
Fax: (00 593) 42293931 oder (00 593) 42293273

BOTSCHAFT DER REPUBLIK ECUADOR
Botschaft der Republik Ecuador
S.E. Herrn Jorge Enrique Jurado Mosquera
Joachimstaler Straße 10-12
10719 Berlin
Fax: 030-800 969 699
E-Mail: info@ecuadorembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 6. Oktober 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER BRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr um die Sicherheit von Milton Yulan Morán, seinen Familienangehörigen und KollegInnen besorgt und fordere Sie auf sicherzustellen, dass in Absprache mit ihnen Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

  • Bitte kommen Sie Ihrer Pflicht nach, den Mord an Marlon Lozano und die Einbrüche in die Büroräume von Tierra y Vida vollständig und unabhängig zu untersuchen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

  • Ich möchte Sie an Ihre Verpflichtung erinnern zu gewährleisten, dass MenschenrechtsverteidigerInnen ihrer Arbeit ohne Angst nachgehen können, wie es 1998 in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgehalten wurde.

Sachlage

Milton Yulan ist nationaler Koordinator der Organisation Tierra y Vida (Land und Leben), die sich für die Landrechte von Kleinbauern und kleinen ländlichen Erzeugern einsetzt. Am 23. August kehrten die MitarbeiterInnen von Tierra y Vida zu ihrer Arbeit zurück und stellten fest, dass in ihre Büros eingebrochen worden war. Die Türen waren aufgebrochen und vier Computer sowie Büromaterialien fehlten. Alle Schränke und Ordner standen offen. Auf den Computern befanden sich Informationen über die Arbeit zu Landrechten.

Der Einbruch gehört zu einer Reihe von Vorfällen, die die Drangsalierung und Einschüchterung der Organisation zum Zweck haben. Marlon Lozano, ein Mitarbeiter von Tierra y Vida, wurde am 20. Juli von zwei maskierten Männern auf Motorrädern erschossen, als er zur Arbeit kam und am 7. August parkten zwölf bewaffnete Männer in Pick-ups vor dem Haus von Milton Yuláns Mutter, Rita Julia Morán. Die NachbarInnen beobachteten, wie die Männer Schusswaffen von einem Auto zum anderen reichten. Daraufhin feuerten die NachbarInnen Schüsse in die Luft und die Männer fuhren weg.

Nach dem Tod von Marlon Lozano wurde Milton Yulan Morán im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms vorläufig unter Schutz gestellt. Er wartet auf eine Entscheidung über die Verlängerung der Schutzmaßnahmen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Mehrere AktivistInnen und Mitglieder von Tierra y Vida, die sich für die Rückgabe des Landes an indigene Gemeinschaften und ländliche KleinerzeugerInnen einsetzen, werden bedroht und schikaniert. Keine dieser Drohungen ist ordnungsgemäß untersucht worden und bislang ist, soweit bekannt, niemand rechtlich zur Verantwortung gezogen worden.