Todesurteile für Jugendliche

Am 29. November wurden die Todesurteile für sieben Gefangene in Nord-Darfur bestätigt. Zwei der Inhaftierten waren zum Zeitpunkt des ihnen zur Last gelegten Verbrechens minderjährig.

Appell an

PRÄSIDENT
His Excellency Omar Hassan Ahmad al-Bashir
Office of the President
People's Palace, PO Box 281
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 782 541

JUSTIZMINISTER
Mohammed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302, Al Nil Avenue
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 764 168
E-Mail: moj@moj.gov.sd

Sende eine Kopie an

INNENMINISTER
Ibrahim Mohamed Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum
SUDAN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha’aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-8940 9693
E-Mail: sudaniberlin@hotmail.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 17. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie höflich auf, die Todesurteile der sieben Verurteilten in Haftstrafen umzuwandeln.

  • Ich bitte Sie, sicherzustellen, dass die verurteilten Kinder erneut vor Gericht gestellt werden und dass ihre Prozesse den internationalen Standards für die Jugendgerichtsbarkeit entsprechen.

  • Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass internationale Menschenrechtsgesetze und -standards sowie das sudanesische Child Act von 2010 die Hinrichtung von Kindern untersagen.

  • Ich lehne die Todesstrafe unter allen Umständen ab, weil diese Form der Bestrafung eine Verletzung des Rechts auf Leben darstellt und grausam, unmenschlich und erniedrigend ist. Daher bitte ich Sie dringend, alle verhängten Todesurteile in Haftstrafen umzuwandeln und ein Hinrichtungsmoratorium zu erlassen.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the authorities to commute the death sentences of the seven people sentenced to death.

  • Urging the authorities to ensure that the children convicted are retried in proceedings that meet international standards of juvenile justice.

  • Stating that international human rights law and standards and the Sudanese 2010 Child Act prohibit the execution of children.

  • Stating your opposition to the death penalty as a violation of the right to life and the ultimate cruel, inhuman, and degrading punishment, and calling for all death sentences to be commuted and a moratorium established.

Sachlage

Die sieben Gefangenen gehören zu einer Gruppe von zehn Personen, die im Oktober 2010 vom Sonderstrafgericht in Süd-Darfur (South Darfur Sepcial Criminal Court) wegen des Anschlags auf einen Konvoi mit Regierungsfahrzeugen im Mai 2010 angeklagt worden waren. Insgesamt elf Personen wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag vor Gericht gestellt. Sie sollen der bewaffneten Oppositionsgruppe "Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit" (Justice and Equality Movement) angehören. Eine der elf Personen wurde freigesprochen und drei Minderjährige zu Haftstrafen verurteilt.

Aufgrund der Verwicklung von Minderjährigen in diesen Fall ordnete das Oberste Gericht in Khartum ein erneutes Verfahren an. Am 29. November bestätigte das Sonderstrafgericht in Nord-Darfur jedoch die Todesurteile gegen die sieben Verurteilten auf Grundlage des Terrorismusbekämpfungsgesetzes von 2005 und des sudanesischen Strafgesetzbuches.

Am 4. Dezember legte ein Anwalt aus El Fasher, der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Darfur, Rechtsmittel beim Obersten Gericht ein.

Zwei der sieben zum Tode Verurteilten, Abdelrazig Daoud Abdessed und Ibrahim Shareef Youssif, waren zum Zeitpunkt des Verbrechens, für das sie schuldig gesprochen wurden, erst 15 und 17 Jahre alt. Ein Kind zum Tode zu verurteilen ist gemäß des Gesetzes zu Kindern (Child Act) aus dem Jahr 2010 und Artikel 37 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes, das vom Sudan ratifiziert wurde, verboten.

Zwei weitere Minderjährige, Idriss Adam Abbaker und Abdallah Abdallah Daoud, wurden zu Haftstrafen von jeweils zwei Jahren verurteilt. Altayib Mohammed Yagoub, der ebenfalls minderjährig sein soll, wurde zu zwei Jahren in einer Erziehungsanstalt verurteilt.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie höflich auf, die Todesurteile der sieben Verurteilten in Haftstrafen umzuwandeln.

  • Ich bitte Sie, sicherzustellen, dass die verurteilten Kinder erneut vor Gericht gestellt werden und dass ihre Prozesse den internationalen Standards für die Jugendgerichtsbarkeit entsprechen.

  • Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass internationale Menschenrechtsgesetze und -standards sowie das sudanesische Child Act von 2010 die Hinrichtung von Kindern untersagen.

  • Ich lehne die Todesstrafe unter allen Umständen ab, weil diese Form der Bestrafung eine Verletzung des Rechts auf Leben darstellt und grausam, unmenschlich und erniedrigend ist. Daher bitte ich Sie dringend, alle verhängten Todesurteile in Haftstrafen umzuwandeln und ein Hinrichtungsmoratorium zu erlassen.

[APPELLE AN]

PRÄSIDENT
His Excellency Omar Hassan Ahmad al-Bashir
Office of the President
People's Palace, PO Box 281
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 782 541

JUSTIZMINISTER
Mohammed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302, Al Nil Avenue
Khartoum
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(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 764 168
E-Mail: moj@moj.gov.sd

KOPIEN AN
INNENMINISTER
Ibrahim Mohamed Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum
SUDAN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha’aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-8940 9693
E-Mail: sudaniberlin@hotmail.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 17. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Laut UN-Schätzungen wurden infolge des Darfur-Konflikts seit 2003 etwa 300.000 Menschen getötet und über 2,7 Millionen Menschen vertrieben. Der Konflikt ist von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen und Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht geprägt, darunter auch Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte und die Afrikanische Kinderrechtscharta, die alle vom Sudan ratifiziert wurden, untersagen das Verhängen der Todesstrafe gegen minderjährige StraftäterInnen. Obwohl das 2010 vom Sudan verabschiedete Child Act ein Kind als 'Person unter 18 Jahren’ definiert, geben die Praxis der medizinischen Untersuchungen und die Art, wie sie von den Gerichten durchgeführt werden, Grund zur Besorgnis, dass jugendliche StraftäterInnen dennoch weiterhin zum Tod verurteilt werden könnten.