Erfolg für Vertriebene!

Ergebnis dieser Urgent Action

Die Familien, die im August von dem Gelände Olga Benário im Süden von São Paulo vertrieben worden waren, haben einen durchschlagenden Erfolg im Kampf um ihr Recht auf Wohnen erzielt.

Die Familien, die im August von dem Gelände Olga Benário im Süden von São Paulo vertrieben worden waren, haben einen durchschlagenden Erfolg im Kampf um ihr Recht auf Wohnen erzielt.

Sachlage

Aufgrund des Drucks von lokaler, aber auch internationaler Seite haben die Behörden des Bundesstaates São Paulo entschieden, das Gelände, von dem die Familien vertrieben worden waren, sowie ein angrenzendes Grundstück wieder in Besitz zu nehmen. Auf dem Land sollen nun Sozialwohnungen für die betroffenen Familien entstehen. Für die Bauphase hat die zuständige Behörde Unterstützungsmaßnahmen, wie Beihilfen zur Miete, zugesagt. Lokale NGOs sind der Auffassung, dass die Entscheidung der Behörden des Bundesstaates teilweise auf den internationalen Druck durch die Eilaktion von Amnesty International zurückzuführen ist.

Die Vorgehensweise der Bereitschaftspolizei bei der Zwangsräumung des Geländes hatte zu Panik unter den Familien geführt, es brachen Brände aus, und Hab und Gut wurde zerstört. Aus Protest gegen die Zwangsräumung errichteten 500 der ursprünglich 800 Familien ein provisorisches Lager auf dem gegenüberliegenden Grundstück. Dort lebten sie jedoch unter fürchterlichen Bedingungen, ohne fließendes Wasser, Toiletten, Nahrung oder Strom. Zudem verweigerten ihnen die örtlichen Gesundheitszentren die Behandlung, und die Kinder wurden ihrer Schulen verwiesen.

Die Behörden von São Paulo boten den Familien Unterkünfte in städtischen Hostels an.
Die Familien lehnten dieses Angebot jedoch ab, da es nur eine vorübergehende Lösung gewesen wäre und Frauen und Kinder von den Männern getrennt hätte. Aufgrund der nationalen und internationalen Proteste willigten die Behörden ein, die Familien zu unterstützen und nahmen sie in ein Wohngeldprogramm (bolsa aluguel) auf. Der fortgesetzte Druck der Familien und örtlicher NGOs führte schließlich dazu, dass die Regierung des Bundesstaates die Entscheidung traf, auf dem Gelände Wohnungen zu errichten. Die von den Familien gegründete Vereinigung "Olga Benário" hat sich in der Nähe des geräumten Geländes angesiedelt, um die Fortschritte des Bauprojekts zu beobachten. Nun fordern NGOs vor Ort, dass die brasilianische Bundesregierung Finanzmittel zur Verfügung stellt, um zu gewährleisten, dass die Familien während der Bauphase angemessen untergebracht werden.

In São Paulo herrscht ein permanenter Mangel an Wohnraum für einkommensschwache Familien. Eine gut organisierte Obdachlosenbewegung besetzt leerstehende Gebäude und heruntergekommene Parzellen, um die Notlage der ärmsten Familien der Stadt zu lindern. Diesen Besetzungen begegnet die Polizei häufig mit Gewalt.

Zu der Räumung des Geländes Olga Benário war es gekommen, nachdem die Regierung trotz mehr als einjährigen Verhandlungen und mehreren Rechtsmitteln gegen den Räumungsbefehl keine angemessenen Lösungen angeboten hatte. Wenn die Entscheidung des Bundesstaates umgesetzt wird, wäre dies eine langfristige Lösung für die Familien.

Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich an dieser Eilaktion beteiligt haben.