Anhaltende willkürliche Haft
Elias Waya Nyipuoch befindet sich seit dem 26. Juni 2016 willkürlich in Haft. Er ist bislang keiner Straftat angeklagt worden. Er wurde ursprünglich in der Militärkaserne Giyada festgehalten, ehe man ihn am 21. Oktober in die Militärzentrale Bilpam verlegte.
Appell an
(bitte schicken Sie Ihre Briefe über die Botschaft) PRÄSIDENT DER REPUBLIK SÜDSUDAN Salva Kiir Mayardit (Anrede: Your Excellency / Exzellenz) über BOTSCHAFT DER REPUBLIK SÜDSUDAN I. E. Frau Sitona Abdalla Osman Leipziger Platz 8, 10117 Berlin Fax: 030-206 445 91 9 E-Mail: info@embassy-southsudan.de
GENERALSTAABSCHEF DER STREITKRÄFTE DES SÜDSUDAN (SPLA) Paul Malong (Anrede: General / Sehr geehrter Herr General) über BOTSCHAFT DER REPUBLIK SÜDSUDAN I. E. Frau Sitona Abdalla Osman Leipziger Platz 8, 10117 Berlin Fax: 030-206 445 91 9 E-Mail: INFO@EMBASSY-SOUTHSUDAN.DE
Sende eine Kopie an
MINISTER FÜR INFORMATIONEN UND RUNDFUNK Michael Makuei über BOTSCHAFT DER REPUBLIK SÜDSUDAN I. E. Frau Sitona Abdalla Osman Leipziger Platz 8, 10117 Berlin Fax: 030-206 445 91 9 E-Mail: info@embassy-southsudan.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 2. März 2017 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
FAXE, EMAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Lassen Sie Elias Waya Nyipuoch bitte sofort frei, sofern er nicht einer als Straftat anerkannten Handlung angeklagt und vor Gericht gestellt wird.
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Stellen Sie bitte sicher, dass Elias Waya Nyipuoch Zugang zu einem Rechtsbeistand hat.
- Beenden Sie bitte die Praxis der willkürlichen Inhaftierungen durch das südsudanesische Militär und leiten Sie sofort eine zielführende und unparteiische Untersuchung der Inhaftierungspraxis des Militärs, darunter auch das Verschwindenlassen, Todesfälle in Haft, Folter und andere Misshandlungen, ein, geben Sie die Ergebnisse bekannt und stellen Sie alle Verantwortlichen in fairen Verfahren und ohne Rückgriff auf die Todesstrafe vor Gericht.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Calling on the South Sudanese authorities to either immediately charge Elias Waya Nyipuoch with a recognizable offence and present him in court, or release him.
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Calling on them to ensure Elias Waya Nyipuoch has access to a lawyer.
- Calling on them to end arbitrary arrests and detentions by the South Sudan military and initiate prompt, effective and impartial investigations into military detention practices, including enforced disappearances, deaths in custody, torture and other ill-treatment, to publicly disclose the findings and to bring all those suspected of criminal responsibility to justice in fair trials before ordinary civilian courts and without recourse to the death penalty.
Sachlage
Elias Waya Nyipuoch wurde am 23. Juni 2016 von Präsident Salva Kiir Mayardit in die südsudanesische Hauptstadt Juba vorgeladen und einen Tag später des Amts als Gouverneur enthoben. Am 26. Juni nahm ihn die südsudanesische Militärpolizei fest und inhaftierte ihn in der Giyada-Militärkaserne in Juba. Am 21. Oktober verlegte man ihn in die Militärzentrale Bilpam.
Elias Waya Nyipuoch wurde nicht über die Gründe für seine Festnahme informiert. Des Weiteren ist er bisher weder verhört, noch einer Straftat angeklagt oder vor Gericht gestellt worden. Elias Waya Nyipuoch hat zudem keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand.
Hintergrundinformation
Am 26. Juni 2016 um zehn Uhr suchten Angehörige der südsudanesischen Militärpolizei seinen Wohnsitz im Stadtteil Rock City in Juba auf, legten ihm einen Brief mit der Unterschrift von Lt. General Paul Malong vor, der seine Festnahme anordnete. Die Militärpolizei nahm Elias Waya Nyipuoch fest und inhaftierte ihn in einer Zelle in der Militärkaserne Giyada in Juba, wo er bis zu seiner Verlegung in die Militärzentrale in Bilpam blieb.
Elias Waya Nyipuoch ist Generalleutnant des südsudanesischen Militärs. Während des sudanesischen Bürgerkriegs von 1983 bis 2005 kämpfte er auf der Seite der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM / A). Im Jahr 2012 verließ Elias Waya Nyipuoch den aktiven Militärdienst und wurde auf die Reserveliste des Militärs gesetzt. Am 24. Dezember 2015 wurde er von Präsident Salva Kiir Mayardit zum Gouverneur des Bundesstaats Wau ernannt. Dieser war bei einer Veränderung der südsudanesischen Verwaltungseinheiten, bei der 18 zusätzliche Bundesstaaten geschaffen wurden, entstanden.
Zwischen dem 24. und 26. Juni 2016 fanden in der Stadt Wau schwere Kämpfe statt, die zur Zerstörung ziviler Einrichtungen, zu zahlreichen Tötungen und der Vertreibung von Zehntausenden Menschen führten. Präsident Salva Kiir Mayardit gründete einen Ausschuss, der die Kämpfe untersuchen sollte. In einem Bericht des Ausschusses wurde auf das "starke Misstrauen" zwischen den Organen der Staatssicherheit und Elias Waya Nyipuoch aufmerksam gemacht. Der Ausschuss kam jedoch nicht zu dem Ergebnis, dass Elias Waya Nyipuoch an den Gewalttaten beteiligt war.
Seit dem Beginn des internen bewaffneten Konflikts im Dezember 2013 hat Amnesty International zahlreiche Fälle von willkürlichen Inhaftierungen und Folterungen im Giyada-Militärgefängnis und in den Kasernen in Bilpam in Juba festgestellt.