Sorge um Gesundheit

Syrien: Hunderte Protestierende weiter in Haft

Syrien: Hunderte Protestierende weiter in Haft

Der politisch engagierte Student Anas al-Shogre, der sich seit seiner Festnahme im Mai 2011 ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft befindet, wird derzeit vermutlich vom Staatssicherheitsdienst in der syrischen Hauptstadt Damaskus in Gewahrsam gehalten. Der junge Mann ist offenbar festgenommen worden, weil er in der syrischen Küstenstadt Banias zu Protesten aufgerufen und Protestkundgebungen angeführt hatte. Anas al-Shogre befindet sich nach vorliegenden Meldungen in schlechter gesundheitlicher Verfassung. Möglicherweise ist er in der Haft gefoltert oder misshandelt worden.

Appell an

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus
SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim

Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street
Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 6251

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de oder
press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. November 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Anas al-Shogre seit Mai unter Bedingungen in Haft gehalten wird, die dem Verschwindenlassen gleichkommen. Seine Gesundheit soll stark angegriffen sein, möglicherweise aufgrund von Folterungen und anderweitigen Misshandlungen.

  • Anas al-Shogre wird offenbar einzig deswegen in Haft gehalten wird, weil er in Banias zu Protesten aufrief und diese anführte In diesem Fall würde Amnesty International ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachten, der einzig deswegen in Haft gehalten wird, weil er von seinen Rechten auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hat. Er muss in diesem Fall sofort und bedingungslos freigelassen werden, sollte er nicht einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt und entsprechend international anerkannten Standards für faire Gerichtsverfahren vor Gericht gestellt werden.

  • Geben Sie bitte umgehend den Aufenthaltsort von Anas al-Shogre und aller anderen Gefangenen bekannt, die im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten in Syrien festgenommen wurden. Stellen Sie sicher, dass sie unverzüglich Kontakt zu ihren Familien und einem Rechtsbeistand ihrer Wahl aufnehmen können und Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung erhalten. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die Gefangenen wirksam vor Folter und Misshandlungen geschützt werden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Express concern that Anas al-Shogre has been held incommunicado since May in conditions that amount to enforced disapperances, and that he is reported to be in poor health as a result of torture or other ill-treatment;

  • Call for Aanas al-Shogre to be immediately and unconditionally released, if he is a prisoner of conscience held solely for peacefully exercising his rights to freedom of expression and assembly by calling for and leading protests in Banias, or released without further delay unless he is facing recognizable criminal charges and will receive a fair trial in conformity with international standards for fair trial;

  • Urge the Syrian authorities to take immediately disclose the whereabouts of Anas al-Shogre and all other detainees, end the use of enforced disapperances, safeguard all detainees from torture or other ill-treatment and allow them immediate access to lawyers of their choosing, to their families and to any medical treatment they require.
    Weitere Informationen zu UA 209/2011 (MDE 24/030/2011, 5. Juli 2011)

Sachlage

Ein Bruder von Anas al-Shogre, der nicht in Syrien lebt, berichtete Amnesty International, die Familie habe aus einer offenbar glaubwürdigen Quelle erfahren, dass Anas al-Shogre in einer Einrichtung des Staatssicherheitsdienstes in Damaskus in Haft gehalten wird, seine Gesundheit stark angegriffen ist und er "erheblich an Gewicht verloren hat". Diese neuesten Erkenntnisse geben Befürchtungen Nahrung, dass Anas al-Shogre gefoltert oder misshandelt worden sein könnte. Nähere Informationen waren aus der genannten Quelle offenbar nicht in Erfahrung zu bringen.
Der 23-jährige Student Anas al-Shogre war im Zuge eines Einsatzes der Sicherheitskräfte, der am 7. Mai begonnen hatte, in seinem Versteck in Banias festgenommen worden. Die Behörden nannten weder eine Begründung für die Verhaftung von Anas al-Shogre noch gaben sie seinen Aufenthaltsort bekannt, obwohl die Familie nach Angaben des Bruders beharrlich um Auskunft nachsuchte.

Die Familie und örtliche MenschenrechtsaktivistInnen vermuten, dass Anas al-Shogre festgenommen worden ist, weil er gemeinsam mit anderen Personen in der Stadt Banias zu Protesten aufgerufen, sich in vorderster Front daran beteiligt und die Medien wie etwa den arabischen Dienst des britischen Senders BBC über Menschenrechtsverletzungen informiert hatte, die von den Sicherheitskräften in Banias begangen worden waren. Amnesty International vermutet, dass es sich bei Anas al-Shogre um einen gewaltlosen politischen Gefangenen handelt, der einzig deswegen inhaftiert wurde, weil er auf friedliche Weise von seinen Rechten auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hat. Amnesty International befürchtet, dass der junge Mann unter Bedingungen in Haft gehalten wird, die dem Verschwindenlassen gleichkommen.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Anas al-Shogre seit Mai unter Bedingungen in Haft gehalten wird, die dem Verschwindenlassen gleichkommen. Seine Gesundheit soll stark angegriffen sein, möglicherweise aufgrund von Folterungen und anderweitigen Misshandlungen.

  • Anas al-Shogre wird offenbar einzig deswegen in Haft gehalten wird, weil er in Banias zu Protesten aufrief und diese anführte In diesem Fall würde Amnesty International ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachten, der einzig deswegen in Haft gehalten wird, weil er von seinen Rechten auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hat. Er muss in diesem Fall sofort und bedingungslos freigelassen werden, sollte er nicht einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt und entsprechend international anerkannten Standards für faire Gerichtsverfahren vor Gericht gestellt werden.

  • Geben Sie bitte umgehend den Aufenthaltsort von Anas al-Shogre und aller anderen Gefangenen bekannt, die im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten in Syrien festgenommen wurden. Stellen Sie sicher, dass sie unverzüglich Kontakt zu ihren Familien und einem Rechtsbeistand ihrer Wahl aufnehmen können und Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung erhalten. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die Gefangenen wirksam vor Folter und Misshandlungen geschützt werden.

[APPELLE AN]

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus
SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim

Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street
Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 6251

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de oder
press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. November 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Als sich ab Mitte März die Massenproteste für politische Reformen landesweit auszubreiten begannen, reagierten die syrischen Behörden mit brutaler Repression. Sie setzten wiederholt in grob unverhältnismäßiger Weise Gewalt gegen die Teilnehmenden ein. Scharfschützen feuerten gezielt in Ansammlungen friedlich protestierender Menschen, während die Armee Wohngebiete unter Panzerbeschuss nahm. Die Behörden rechtfertigten den Einsatz von Gewalt mit dem Hinweis darauf, dass nach ihren Erkenntnissen bewaffnete Gruppen den Sturz der Regierung anstreben.

Amnesty International liegen die Namen von mehr als 2200 Menschen vor, die seit März im Zusammenhang mit den Protesten oder im Verlauf von Demonstrationen ihr Leben verloren haben. Viele sind vermutlich von den Sicherheitskräften erschossen worden, die mit scharfer Munition sowohl gegen die TeilnehmerInnen friedlicher Proteste als auch gegen Menschen vorgegangen sind, welche sich an Beisetzungsfeierlichkeiten für die Opfer vorausgegangener Demonstrationen beteiligten. Darüber hinaus sind mehrere tausend Menschen festgenommen und viele von ihnen an unbekannten Orten, an denen Folter und Misshandlung offenbar zum Tagesablauf zählen, ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten worden. Die Festnahmen richteten sich gezielt gegen Personen, welche die Proteste mutmaßlich organisiert oder auf öffentlichen Veranstaltungen, in den Medien, im Internet oder auf andere Weise unterstützt hatten. Zum Kreis der in Haft genommenen Personen zählen politisch engagierte Menschen, MenschenrechtsaktivistInnen, Imame und JournalistInnen. Die Massenverhaftungen und die ständige Gefahr, Folter zu erleiden, hat eine Reihe von politisch und für die Menschenrechte engagierten Personen veranlasst, sich versteckt zu halten.

Eine weitere erschreckende Folge der blutigen Niederschlagung der Proteste durch Regierungstruppen ist die stark zunehmende Zahl an Berichten über Todesfälle in Haft, die möglicherweise durch Folter herbeigeführt worden sind. Seit Beginn der Proteste hat Amnesty International von mehr als 100 solcher Todesfälle erfahren.