Morddrohungen

Zehn kolumbianische Nichtregierungsorganisationen mit Sitz in der Hauptstadt Bogotá und 18 Einzelpersonen, unter denen auch Menschenrechtsverteidiger_innen sind, erhielten von der paramilitärischen Gruppierung Águilas Negras Bloque Capital D.C. (Schwarze Adler) Morddrohungen per E-Mail. Es besteht Anlass zu großer Sorge um ihre Sicherheit.

Appell an

STAATSPRÄSIDENT
Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República, Palacio de Nariño,
Carrera 8. No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente Santos/Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

MINISTER FÜR INNERES UND JUSTIZ
Sr. Germán Vargas Lleras
Ministerio del Interior y De Justicia
Carrera 9a. No 14-10
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro Vargas/Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 57) 1 599 8961

GENERALSTAATSANWÄLTIN
Señora Viviane Morales
Fiscal General de la Nación
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C
Piso 4, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimada Sra. Fiscal Genera/ Sehr geehrte Frau Generealsstaatsanwältin)

Fax: (00 57) 1 570 2091

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheitslage derjenigen, die per E-Mail eine Drohung erhalten haben. Ich appelliere an Sie, den Betroffenen Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen, die diese für geeignet halten und die den speziellen Bedürfnissen von Frauen gerecht werden.

  • Leiten Sie umgehend vollständige und unabhängige Untersuchungen über die Drohungen ein und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Veranlassen Sie im Einklang mit den Bekundungen der Regierung und den Empfehlungen der UN sowie anderen Institutionen umgehend Maßnahmen zur Auflösung von Paramilitärs und zur Kappung ihrer Verbindungen mit den Sicherheitskräften.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Express concern for the security situation of those threatened, calling on the authorities to ensure protection measures deemed appropriate by those under threat and which take into account specific needs of women.

  • Urge the authorities to fully and impartially investigate the threats against them and prosecute those responsible.

  • Urge them to take immediate action to dismantle paramilitary groups and break their links with the security forces, in line with stated government commitments and recommendations made by the UN and other bodies.

Sachlage

Am 19. Juni erhielten zehn Nichtregierungsorganisationen mit Sitz in Bogotá und 18 Einzelpersonen, darunter auch Menschenrechtsverteidiger_innen, die sich unter anderem für die Rechte von Frauen einsetzen, von der para-militärischen Gruppierung Águilas Negras Bloque Capital D.C. Morddrohungen per E-Mail. In der E-Mail hieß es: "Todesstrafe für die Guerillaflittchen der FARC, die sich gegen unsere Regierung stellen." (Sentencia a la pena de muerte a las perras guerrilleras de las farc [sic] las cuales se oponen al las políticas de nuestro gobierno). Unter der Nachricht befand sich das Logo der Águilas Negras Bloque Capital D.C. In der E-Mail wurde den Empfänger_innen weiterhin mitgeteilt, dass ihnen noch 20 Tage blieben, um die Stadt zu verlassen und dass es keine Rolle spiele, wie gut die Schutzmaßnahmen seien, die sie genießen. Einige Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen, die von den Drohungen betroffen sind, werden in der Tat durch Maßnahmen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission geschützt.

Zu den Organisationen, die von den Drohungen betroffen sind, gehören unter anderem Casa de la Mujer, Ruta Pacifica de las Mujeres, Corporación Sisma Mujer, Asociación Afro Mujeres por la Paz (AFROMUPAZ) und weitere Organisationen, die sich für Frauen einsetzen, die vertrieben wurden oder auf andere Weise durch bewaffnete Konflikte Schaden nahmen. Zu den Einzelpersonen, die Morddrohungen erhielten, zählen Claudia Mejía, Luz Marina Becerra und Pilar Rueda.

Bereits einige Wochen vor der Droh-E-Mail der paramilitärischen Gruppierung Águilas Negras gab es ähnliche Drohungen von einer anderen Gruppierung, der Rastrojos Comandos Urbanos, die sich am 2. Juni ebenfalls an viele der genannten Organisationen und Personen richteten.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheitslage derjenigen, die per E-Mail eine Drohung erhalten haben. Ich appelliere an Sie, den Betroffenen Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen, die diese für geeignet halten und die den speziellen Bedürfnissen von Frauen gerecht werden.

  • Leiten Sie umgehend vollständige und unabhängige Untersuchungen über die Drohungen ein und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Veranlassen Sie im Einklang mit den Bekundungen der Regierung und den Empfehlungen der UN sowie anderen Institutionen umgehend Maßnahmen zur Auflösung von Paramilitärs und zur Kappung ihrer Verbindungen mit den Sicherheitskräften.

[APPELLE AN]

STAATSPRÄSIDENT
Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República, Palacio de Nariño,
Carrera 8. No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente Santos/Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

MINISTER FÜR INNERES UND JUSTIZ
Sr. Germán Vargas Lleras
Ministerio del Interior y De Justicia
Carrera 9a. No 14-10
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro Vargas/Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 57) 1 599 8961

GENERALSTAATSANWÄLTIN
Señora Viviane Morales
Fiscal General de la Nación
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C
Piso 4, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimada Sra. Fiscal Genera/ Sehr geehrte Frau Generealsstaatsanwältin)

Fax: (00 57) 1 570 2091

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die Drohung vom 19. Juni enthält die kolumbianische Flagge, die Flagge des Departamento Santander und das Logo der Águilas Negras. Diese Symbole wurden bereits am 13. August 2010 in Zusammenhang mit einer Drohung genutzt, die an Organisationen gerichtet war, die sich für Frauenrechte oder für die Rückgabe von gestohlenem Land einsetzen.

Im Laufe des letzten Jahres kam es immer häufiger zu Drohungen und Morden an Vertreter_innen von vertriebenen Gemeinschaften oder Aktivist_innen, die sich für die Rückgabe von Land einsetzen. Am 7. Juni wurde Ana Fabricia Córdoba in Medellín im Departamento Antioquia getötet. Sie war afrokolumbianischer Abstammung und setze sich für vertriebene Gemeinschaften in der Region Urabá ein. Der Mord an ihr erfolgte nur wenige Tage vor der Unter-zeichnung des Gesetzes über Entschädigungen für Opfer und über Landrückgabe durch den Präsidenten Juan Manuel Santos. Mit diesem Gesetz will die Regierung Millionen von Vertriebenen ihr Land zurückgeben. Es bestehen Befürchtungen, dass die Zahl an Drohungen und Morden noch steigen könnte, da vertriebene Gemeinschaften und ihre Vertreter_innen verstärkt Anstrengungen unternehmen, um ihr Land auf Grundlage des neuen Gesetzes zurückzugewinnen.

Im Laufe des 45 Jahre andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien bezeichneten Sicherheitskräfte und Paramilitärs Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und anderer sozialer Einrichtungen häufig als Kollaborateure oder Unterstützer von Guerillagruppen. So werden Mitglieder dieser Art von Organisationen häufig zu Opfern von Morden, Drohungen oder dem Verschwindenlassen. Auch Guerillagruppen haben mehrere Menschenrechtsverteidiger_innen bedroht oder getötet, da sie der Ansicht waren, diese würden mit ihren Gegner_innen zusammenarbeiten.

Die Paramilitärs in Kolumbien wurden angeblich im Rahmen eines von der Regierung finanzierten Demobilisierungs-programms, das 2003 begonnen hatte, aufgelöst. Die Morde und Drohungen gegen Menschenrechts-verteidiger_innen in verschiedenen Regionen des Landes beweisen jedoch, dass paramilitärische Gruppierungen nach wie vor aktiv sind.