Student "verschwunden"

Jethro Ramsés Sánchez Santana wurde am 1. Mai von der kommunalen Polizei in Cuernavaca im mexikanischen Bundesstaat Morelos festgenommen und später an Angehörige der mexikanischen Armee übergeben. Seither fehlt von ihm jede Spur. Die Behörden geben keine Informationen über seinen Verbleib. Seine Familie befürchtet, dass er dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sein könnte.

Appell an

GENERALSTAATSANWÄLTIN MEXIKOS
Marisela Morales Ibañez
Procuradora General de Justicia de la República
Av. Paseo de la reforma 211 – 213
Col. Cuahtemoc
Del. Cuahtemoc
Mexico D.F.
MEXIKO
(Korrekte Anrede: Estimada Procuradora General / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin / Dear Attorney General)
Fax: (00 52) 555 346 0908
E-Mail: mmoralesi@pgr.gob.mx

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretario de Gobernación
Bucareli 99, 1er. Piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtemoc
México DF, CP 06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Secretario de Gobernación / Sehr geehrter Herr Minister / Dear Minister)
Fax: (00 52) 55 50933414 (eine Stimme bittet um die Durchwahl, wählen Sie dann bitte: 323 56)

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Gral. Guillermo Galván Galván
Secretario de Defensa Nacional
Manuel Avila Camacho Esq con Av. Industria Molitar S/N
Col. Lomas de Sotelo,
Miguel Hidalgo, México DF
C.P. 11640,
MEXIKO
Fax: (00 52) 55 5557 55 71
E-Mail: ggalvang@mail.sedena.gob.mx

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Mit großer Bestürzung habe ich erfahren, dass Jethro Ramsés Sánchez Santana inhaftiert wurde und seither allem Anschein nach "verschwunden" ist. Ich appelliere an Sie, seine Sicherheit zu gewährleisten, ihm umgehend Zugang zu seiner Familie, einem Rechtsbeistand seiner Wahl und, falls notwendig, zu medizinischer Versorgung zu geben.

  • Leiten sie bitte umgehend eine vollständige, unabhängige und von den Zivilbehörden durchgeführte Untersuchung seiner Inhaftierung und des mutmaßlichen Verschwindenlassens am 1. Mai ein, an dem die örtliche Polizei (Policía Municipal de Guernavaca), die Bundespolizei (Policía Federal) und das Militär beteiligt gewesen sein soll, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Bitte stellen Sie sicher, dass alle ZeugInnen und die Angehörigen von Jethro Ramsés Sánchez Santana in Übereinstimmung mit ihren Wünschen wirksamen Schutz erhalten und dass alle Institutionen bei den Ermittlungen und Maßnahmen der Zivilbehörden zum Auffinden von Jethro Ramsés Sánchez Santana umfassend kooperieren.

Sachlage

Am 1. Mai nahm die kommunalen Polizei (Policía Municipal Guernavaca) Jethro Ramsés Sánchez Santana und einen weiteren Mann auf einem Markt in der Stadt Guernavaca im Bundesstaat Morelos fest. Laut Angaben des mit Jethro Sánchez gemeinsam festgenommenen und später freigelassen Mannes verschloss die örtliche Polizei den Mund beider Männer mit Klebeband und übergab sie später Angehörigen des Militärs.

Die Frau von Jethro Sánchez Santana und weitere Angehörige haben versucht, Informationen über seinen Verbleiben zu erhalten. Die Behörden erklären jedoch, weder etwas über eine Inhaftierung zu wissen, noch Kenntnis darüber zu haben, wo Jethro Sánchez Santana festgehalten wird. Schon kurz nach der Festnahme legte die Familie Beschwerde bei den Behörden und bei der Staatlichen Menschenrechtskommission ein. Der Fall ist inzwischen der Sondereinheit der Staatsanwaltschaft gegen das organisierte Verbrechen (Subprocuraduría de Investigación Especializada en Delincuencia Organizada ﷓ SIEDO) bei der Bundesstaatsanwaltschaft (Procuraduría General de la República -PGR) in Mexiko-Stadt übergeben worden.

Im Zuge der Ermittlungen gab ein Angehöriger der Policía Municipal zu Protokoll, er habe Jethro Sánchez Santana der Bundespolizei übergeben. Angehörige der Bundespolizei haben ebenfalls im Rahmen der SIEDO-Ermittlungen ausgesagt und erklärt, dass sie Jethro Sánchez Santana an das Militär übergeben hätten. Trotz dieser Beweismittel streitet das mexikanische Militär weiterhin ab, Kenntnis über den Verbleib von Jethro Sánchez Santana zu haben. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Sondereinheit SIEDO zu der Beteiligung von Angehörigen des Militärs an dem mutmaßlichen Verschwindenlassen von Jethro Sánchez Santana ermittelt. Die Familie wollte das "Verschwinden" von Jethro Sánchez Santana anfangs aus Angst nicht öffentlich machen, doch nach 50 Tagen ohne Informationen und angesichts der Untätigkeit der Behörden, ist es der Familie ein dringendes Anliegen, den Verbleib von Jethro Sánchez Santana umgehend zu klären.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Mit großer Bestürzung habe ich erfahren, dass Jethro Ramsés Sánchez Santana inhaftiert wurde und seither allem Anschein nach "verschwunden" ist. Ich appelliere an Sie, seine Sicherheit zu gewährleisten, ihm umgehend Zugang zu seiner Familie, einem Rechtsbeistand seiner Wahl und, falls notwendig, zu medizinischer Versorgung zu geben.

  • Leiten sie bitte umgehend eine vollständige, unabhängige und von den Zivilbehörden durchgeführte Untersuchung seiner Inhaftierung und des mutmaßlichen Verschwindenlassens am 1. Mai ein, an dem die örtliche Polizei (Policía Municipal de Guernavaca), die Bundespolizei (Policía Federal) und das Militär beteiligt gewesen sein soll, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Bitte stellen Sie sicher, dass alle ZeugInnen und die Angehörigen von Jethro Ramsés Sánchez Santana in Übereinstimmung mit ihren Wünschen wirksamen Schutz erhalten und dass alle Institutionen bei den Ermittlungen und Maßnahmen der Zivilbehörden zum Auffinden von Jethro Ramsés Sánchez Santana umfassend kooperieren.

[APPELLE AN]

GENERALSTAATSANWÄLTIN MEXIKOS
Marisela Morales Ibañez
Procuradora General de Justicia de la República
Av. Paseo de la reforma 211 – 213
Col. Cuahtemoc
Del. Cuahtemoc
Mexico D.F.
MEXIKO
(Korrekte Anrede: Estimada Procuradora General / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin / Dear Attorney General)
Fax: (00 52) 555 346 0908
E-Mail: mmoralesi@pgr.gob.mx

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretario de Gobernación
Bucareli 99, 1er. Piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtemoc
México DF, CP 06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Secretario de Gobernación / Sehr geehrter Herr Minister / Dear Minister)
Fax: (00 52) 55 50933414 (eine Stimme bittet um die Durchwahl, wählen Sie dann bitte: 323 56)

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Gral. Guillermo Galván Galván
Secretario de Defensa Nacional
Manuel Avila Camacho Esq con Av. Industria Molitar S/N
Col. Lomas de Sotelo,
Miguel Hidalgo, México DF
C.P. 11640,
MEXIKO
Fax: (00 52) 55 5557 55 71
E-Mail: ggalvang@mail.sedena.gob.mx

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Seit 2007 nehmen Gewaltverbrechen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität in Mexiko immer mehr zu. Laut der mexikanischen Regierung stehen mehr als 40.000 Todesfälle innerhalb dieses Zeitraums in Verbindung mit organisierter Kriminalität. Im Jahr 2010 kam es in Ciudad Juárez, als eine der am stärksten betroffenen Städte zu 3.000 Todesfällen. Die mexikanische Regierung unter Staatspräsident Calderón versuchte durch den Einsatz mehrerer Tausend Angehöriger der Bundespolizei und etwa 50.000 Angehöriger des Heers und der Marine in den Brennpunktregionen, insbesondere in vielen Städten nahe der Nordgrenze des Landes, zu denen auch die Stadt Nuevo Laredo gehört, Drogenkartelle aufzubrechen. Aktive und ehemalige Angehörige des Militärs haben überall im Land tragende Positionen in zivilen Sicherheitsfunktionen inne.

Trotz wiederholter Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen, wie rechtswidrige Tötungen, Verschwindenlassen und Folter durch verschiedene Sicherheitskräfte der Polizei und des Militärs, kommt es nur selten zu Ermittlungen, und die Verantwortlichen werden fast nie zur Rechenschaft gezogen. Die Betroffenen erhalten in der Regel keine Informationen und keinen Zugang zu den Gerichten.