Mansoureh Behkish frei

Ergebnis dieser Urgent Action

Die Menschenrechtsverteidigerin Mansoureh Behkish wurde am 9. Juli gegen Kaution freigelassen. Sie ist Mitglied der "Trauernden Mütter", einer Gruppe von Frauen, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen wie außergerichtliche Hinrichtungen, willkürliche Inhaftierungen, Folter und Verschwindenlassen engagieren.

Die Menschenrechtsverteidigerin Mansoureh Behkish wurde am 9. Juli gegen Kaution freigelassen. Sie ist Mitglied der "Trauernden Mütter", einer Gruppe von Frauen, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen wie außergerichtliche Hinrichtungen, willkürliche Inhaftierungen, Folter und Verschwindenlassen engagieren.

Sachlage

Mansoureh Behkish wurde am 9. Juli gegen Kaution freigelassen. Am 7. Juli erhielten ihr Ehemann und ihre Mutter die Erlaubnis, sie im Evin-Gefängnis in Teheran zu besuchen. Sie waren während des Besuchs jedoch durch eine Glaswand von ihr getrennt. Mansoureh Behkish war am 12. Juni in Teheran auf der Straße festgenommen worden. Man hielt sie im Trakt 209 des Evin-Gefängnisses fest, der dem Geheimdienstministerium unterstehen soll.

Mansoureh Behkish wurde bereits zwei Mal zusammen mit anderen Mitgliedern der Gruppe der "Trauernden Mütter" festgenommen, als sie ihre wöchentlichen Treffen im Laleh-Park in Teheran abhielten. Zum ersten Mal am 5. Dezember 2009 und dann erneut am 9. Januar 2010, diesmal zusammen mit 32 weiteren Frauen der Gruppe. Am 17. März 2010 hielt man Mansoureh Behkish davon ab, nach Italien zu ihren Kindern zu reisen, und beschlagnahmte ihren Reisepass. Sie darf nach wie vor nicht aus dem Land ausreisen.

Die Gruppe der "Trauernden Mütter" setzt sich hauptsächlich aus Frauen zusammen, deren Kinder im Zuge der gewaltsamen Unruhen nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 getötet oder verhaftet wurden oder dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sind. Ihr haben sich jedoch schnell auch Angehörige von Opfern anderer Menschenrechtsverletzungen sowie viele weitere UnterstützerInnen angeschlossen.

Irans Geschichte birgt eine Vielzahl getöteter oder "verschwundener" Bürgerinnen und Bürger. Von August 1988 bis kurz vor dem zehnten Jahrestag der Islamischen Revolution im Februar 1989 ließen die iranischen Behörden politische Gefangene im so genannten "Gefängnismassaker" summarisch hinrichten. Es handelte sich hier um die höchste Zahl an Hinrichtungen seit dem ersten und zweiten Jahr der Iranischen Revolution von 1979. Insgesamt sollen dabei zwischen 4.500 und 5.000 Frauen und Männer in Gefangenschaft getötet worden sein. Zwischen 1981 und 1988 verlor Mansoureh Behkish sechs Familienangehörige – eine Schwester, vier Brüder und einen Schwager. Sie "verschwanden" oder wurden getötet. Seitdem tritt Mansoureh Behkish für die Menschenrechte ein und ist aufgrund ihrer Arbeit bereits mehrere Male festgenommen worden.

In den vergangenen Jahren hat sich Mansoureh Behkish an den Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Massenhinrichtungen von 1988 beteiligt. Jedes Jahr am oder um den 29. August herum organisieren die Familienangehörigen der Opfer eine solche Gedenkveranstaltung, um an die Toten zu erinnern und Gerechtigkeit zu fordern. Hunderte derjenigen, die summarisch hingerichtet wurden, liegen auf dem Khavaran-Friedhof im Süden Teherans begraben, viele von ihnen in anonymen Massengräbern. Die iranischen Behörden üben derweil Druck auf die Familien der Opfer aus, keine Gedenkveranstaltungen abzuhalten, weder auf dem Friedhof noch zu Hause. Am 29. August 2008 wurde Mansoureh Behkish festgenommen und drei Tage lang im Evin-Gefängnis festgehalten. Im selben Jahr wurde sie noch mehrmals vorgeladen.

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen sind zurzeit nicht erforderlich.