Gouverneur kann Hinrichtung noch stoppen
In einigen Bundesstaaten der USA werden Hinrichtungen durch tödliche Injektionen vollstreckt
© Armin Kübelbeck
Am 24. Juli hat der Gouverneur des US-Bundesstaats Ohio bekanntgegeben, dass er das Gnadengesuch von Billy Slagle ablehnt. Der 44-jährige Billy Slagle ist somit nach wie vor in Gefahr, am 7. August hingerichtet zu werden.
Appell an
GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES OHIO
John Kasich
Riffe Center, 30th Floor
77 South High Street
Columbus, OH 43215-6117
USA
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 1) 614 466 9354
Kontaktformular: http://www.governor.ohio.gov/Contact/ContacttheGovernor.aspx (Wählen Sie "others" unter "select state", wenn Sie sich nicht in den USA befinden.)
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
Herr James Desmond Melville Jr
Geschäftsträger a. i., Gesandter-Botschaftsrat
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 7. August 2013 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.
Amnesty fordert:
FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich möchte weder den Mord an Mari Anne Pope entschuldigen, für den Billy Slagle verurteilt worden ist, noch das dadurch verursachte Leid verharmlosen.
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Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass Billy Slagle zur Tatzeit erst 18 Jahre alt war und dass zwei RichterInnen des Obersten Gerichtshofs in Ohio der Ansicht sind, dass die vorliegenden Strafmilderungsbeweise für die Verhängung einer weniger schwerwiegenden Strafe als die der Todesstrafe sprechen.
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Darüber hinaus möchte ich meine Sorge über das Fehlverhalten des Staatsanwaltes während des Verfahrens zum Ausdruck bringen und darauf hinweisen, dass der derzeitige Staatsanwalt von Cuyahoga County das Gnadengesuch von Billy Slagle unterstützt und erklärt hat, dass wenn der Fall heute verhandelt würde, wahrscheinlich nicht die Todesstrafe gefordert werde.
- Ich spreche mich hiermit ausdrücklich gegen die Hinrichtung von Billy Slagle aus und bedauere Ihre Entscheidung sehr, das Gnadengesuch abzulehnen. Ich bitte Sie hiermit nachdrücklich, Ihre Entscheidung zu überdenken und das Todesurteil umzuwandeln.
Sachlage
Das Büro von Gouverneur John Kasich gab am 24. Juli bekannt, dass der Gouverneur dem Antrag von Billy Slagle auf Umwandlung des gegen ihn verhängten Todesurteils nicht stattgibt. Die Stellungnahme enthielt keine weiteren Erläuterungen. Der Begnadigungsausschuss von Ohio hatte sich am 16. Juli mit sechs zu vier Stimmen gegen eine Begnadigung ausgesprochen. Der Gouverneur des Bundesstaates war jedoch nicht an diese Entscheidung gebunden. Er könnte auch seine jetzige Entscheidung wieder aufheben und das Todesurteil umwandeln.
Billy Slagle wurde 1988 in Cuyahoga County wegen Mordes zum Tode verurteilt. Seine 40-jährige Nachbarin Mari Anne Pope war mit mehreren Stichen tödlich verletzt worden, nachdem sie am frühen Morgen des 13. August 1987 aufgewacht war, weil sich ein Einbrecher Zugang zu ihrem Haus verschafft hatte. Billy Slagle, der zur Zeit des Mordes 18 Jahre alt war, wurde noch am Tatort festgenommen. Bis auf acht Monate hat er sein gesamtes Erwachsenenleben in Haft verbracht und befindet sich bereits seit 25 Jahren im Todestrakt. Billy Slagle hat die Umwandlung seines Todesurteils in eine lebenslange Freiheitsstrafe beantragt, die keine Möglichkeit der vorzeitigen Haftentlassung vorsieht.
Der derzeitige Staatsanwalt von Cuyahoga County setzt sich für die Umwandlung des Todesurteils ein, ebenso wie eine der beiden RichterInnen des Obersten Gerichtshofs von Ohio, die sich 1992 der Entscheidung des Gerichts nicht angeschlossen hatte, das Todesurteil zu bestätigen. Eine Bunderichterin sprach sich 2006 ebenfalls gegen die Bestätigung des Todesurteils aus und begründete ihren Widerspruch damit, dass das Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft das "Verfahren so sehr beeinflusst habe, dass dieses Fehlverhalten Billy Slagles Recht auf ein ordnungsgemäßes Verfahren verletzt hat".